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Artikelnummer Autor/innen Titel Zeitschrift Ausgabe Vorschau
201908 Prof. Dr. Michael Schilder Editorial
Pflegewissenschaft Ausgabe 08
vom 27.08.2019
201902 Michael Kleinknecht-Dolf, Ilka Lendner, Rita Müller, Kathrin Horlacher, Jacqueline S. Martin, Rebecca Spirig Einschätzung der Austrittsbereitschaft von Patienten in akutsomatischen Spitälern in der Schweiz durch Pflegefachpersonen. Eine Pilotstudie und Querschnittserhebung mit der deutschsprachigen Übersetzung der Kurzform der „Readiness for Hospital Discharge Scale“
Diese Studie hatte das Ziel, die Austrittsbereitschaft von Patienten in fünf Akutspitälern der deutschsprachigen Schweiz zu untersuchen und herauszufinden, ob die Kurzform des Fragebogens „Readiness for Hospital Discharge Scale“ als Messinstrument in der Praxis anwendbar ist. Im Anschluss an eine Pilotstudie beantworteten Pflegefachpersonen den Fragebogen vier Wochen lang bei 6594 nach Hause austretenden Patienten und schätzten deren Austrittsbereitschaft anhand von acht Fragen auf einer 11-Punkte-Skala ein. Die Ergebnisse zeigten bei vier von fünf Spitälern Subskalen-Mittelwerte > 8. Dies lässt sich hinsichtlich der Austrittsbereitschaft als positiv interpretieren. Gleichzeitig zeigt sich die Notwendigkeit, den Fragebogen zu optimieren.
Pflegewissenschaft Ausgabe 02
vom 15.02.2019
201808 Paul Fuchs-Frohnhofen, Andreas Blume, Kurt-Georg-Ciesinger, Helga Gessenich, Manfred Hülsken-Giesler, Michael Isfort, Marc Jungtäubl, Andreas Kocks, Martina Patz, Margit Weihrich Positionspapier: Memorandum „Arbeit und Technik 4.0 in der professionellen Pflege“
Das hier vorliegende Memorandum „Arbeit und Technik 4.0 in der professionellen Pflege“ stellt die gemeinsame Positionierung der Unterzeichnenden zur nachhaltigen und zukunftsfähigen Gestaltung und Implementierung von technischen Innovationen im Arbeitsbereich von Pflegekräften dar.
Pflegewissenschaft Ausgabe 08
vom 28.08.2018
201806 Matthias Pauge, Hermann Steffen, Michael Schulz, Michael Löhr Zur Stigmatisierung psychisch erkrankter Menschen – Eine Untersuchung des Stigmaerlebens aus der Binnenperspektive
Hintergrund: Nur selten wird in der Forschung zu Stigmatisierung psychisch kranker Menschen das Erfahrungswissen Betroffener einbezogen. Vor allem die Nachzeichnung von Stigmatisierungsprozesse in sozialen Randgruppen ist methodisch aufwendig, da die Betroffenen schwer zu erreichen sind. Fragestellung: Im Rahmen der Studie wurde der Frage nachgegangen, welche Erfahrungen Menschen mit psychischen Erkrankungen mit Vorurteilen und Stigmatisierung in ihrem Lebensalltag machen. Zudem wurde untersucht, wie sich ihr Umgang mit Vorurteilen und Stigmatisierung gestaltet. Methode: Im Rahmen eines qualitativen Forschungsansatzes wurden leitfadengestützte Experteninterviews geführt. Dazu wurde der Feldzugang mittels Kontakt zu einer Selbsthilfeorganisation aufgebaut. Ergebnisse: Aus dem umfangreichen Datenmaterial ließen sich folgende Dimensionen des Stigmaerlebens herausarbeiten: Erfahrungen mit Vorurteilen und Diskriminierung, Stigmamanagement, Selbstigmatisierung, Leben in der „Psychoszene“ Schlussfolgerung: Häufig werden professionsbezogene Maßnahmen gegen Vorurteile und Stigmatisierung nicht zielgerichtet geplant und umgesetzt, weil der Bezug zur Lebensrealität der Betroffenen fehlt. Die Ergebnisse der jeweiligen Dimensionen geben wichtige Hinweise zum Aufbau von Antistigmakompetenzen bei Professionellen.
Pflegewissenschaft Ausgabe 06
vom 08.06.2018
201806 Vanessa Riedl, Dr. med. Michael Kob, Dr. phil. Franco Mantovan Die ketogene Ernährung und deren Einfluss auf den Patienten mit malignem Hirntumor
Die ketogene Ernährung (KD) hat in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Man hat sich vermehrt damit beschäftigt ob, und welchen Einfluss die ketogene Ernährung auf den Stoffwechsel von Tumoren hat. In diesem Zusammenhang wurde der Frage nachgegangen, ob die ketogene Ernährung einen Einfluss auf den Patienten mit malignem Hirntumor hat. Um diese Frage zu beantworten wurde eine Literaturrecherche in verschiedenen Datenbanken durchgeführt. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass die ketogene Ernährung vor allem einen Einfluss auf das Körpergewicht und das Glukoselevel hat. Um diese Ergebnisse zu bestätigen, müssen noch weitere Studien durchgeführt werden.
Pflegewissenschaft Ausgabe 06
vom 08.06.2018
201801 Dr. rer. cur. Andreas Fraunhofer, Prof. Dr. Christine Bolt Hermeneutische Studiengangsentwicklung. Ein Musterbeispiel in der Pflegewissenschaft aus Bayern.
Die grundständige Akademisierung der Pflege erreicht mit dem Pflegeberufereformgesetz vom 22.06.2017 eine neue Dimension. Dennoch darf die hochschulische Ausbildung der zukünftigen Pflegekräfte nicht auf dem Bachelorniveau verbleiben. Neuartige, passgenaue und praxisorientierte Angebote sollen berufstätige Pflegende motivieren, sich auch während ihrer Berufstätigkeit weiterzubilden. Obwohl eine hermeneutische Studiengangsentwicklung mit Hilfe eines Mixed-Methodes-Verfahrens zweifelsfrei aufwendig ist, rückt sie die Nachfrageorientierung in das Zentrum der Entwicklung und steigert so die Nachhaltigkeit des Angebotes.
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 31.01.2018
201711 Prof. Dr. Klaus Müller „Nursing Staff is here for your safety!“. Strategien professioneller Sorge als zentrales Konzept beruflicher Pflege
Berufliche Pflege wird häufig wahrgenommen und beschrieben als die Durchführung körpernaher Unterstützungshandlungen wie Waschen, Betten, Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme und bei Stoffwechselprozessen. Nicht wahrgenommen wird dabei oft, dass berufliche Pflege immer eingebunden ist in eine Pflegebeziehung, eine Interaktion, die getragen wird von einer besonderen Qualität der Aufmerksamkeit der Pflegeperson für den zu pflegenden Menschen. Diese Aufmerksamkeit ist ein Teil von professioneller Sorge bzw. Caring. Im Rahmen der Auswertung von Erzählungen Pflegender über erlebte Sorge durch andere, konnten weitere Strategien professioneller Sorge identifiziert und auf die berufliche Pflege übertragen werden.
Pflegewissenschaft Ausgabe 11
vom 29.11.2017
201706 Kathrin Horlacher, Rita Müller, Regina Sauer, Michael Kleinknecht, Jacqueline Martin, Rebecca Spirig Grade-Mix in der Pflege: Eine erste Erhebung mit einem neuen Instrument
Dieser Artikel beschreibt die Entwicklung und den erstmaligen Einsatz eines Instruments zur Erfassung des Personalbestandes in der Pflege. Es geht darum, die verschiedenen Personalkategorien in Spitälern zu quantifizieren und zu vergleichen. Eine Expertengruppe entwickelte dieses Instrument, um den Grade-Mix zu messen und die verschiedenen Funktionen in den Bereichen Fach, Management, Pädagogik und Support zu erfassen. Im Mittel aller untersuchten Spitäler waren 85.8% der Mitarbeitenden im Fach, 8% im Management, 4.1% in der Pädagogik und 2.1% im Support tätig. Das Instrument «Grade-Mix in der Pflege» lässt sich für weitere Monitoring-Aktivitäten verwenden und weiterentwickeln.
Pflegewissenschaft Ausgabe 06
vom 02.06.2017
201702 Katrin Lake, Prof. Dr. Rolf Jox Pflegekräfte im Spannungsverhältnis zwischen Autonomie und Schutz ihrer Bewohner – Rechtliche und ethische Überlegungen zum Thema Alkoholkonsum in einer Pflegeeinrichtung
Der vorliegende Artikel behandelt die Problematik von Alkoholkonsum in vollstationären Pflegeeinrichtungen und bezieht sich vor allem auf die Bewohner/innen, die eine Abhängigkeitserkrankung aufweisen oder auf nicht mit Alkohol harmonierende Medikamente angewiesen sind. Untersucht wird an Hand rechtlicher und ethischer Überlegungen, wie weit ein Recht auf Autonomie in einer Pflegeeinrichtung reichen kann, ob Autonomie auch bei selbstschädigendem Verhalten einen hohen Stellenwert behält und wann Mitarbeiter aufgrund ihrer Fürsorgepflicht in die persönlichen Freiheitsrechte der Bewohner/innen eingreifen müssen. Dabei wird deutlich, dass die Autonomie der Bewohner/innen an oberster Stelle steht. Zudem werden Mitarbeitern vollstationärer Pflegeeinrichtungen Handlungsempfehlungen vorgestellt.
Pflegewissenschaft Ausgabe 02
vom 09.02.2017
201612 Prof. Dr. Michael Isfort, Daniel Tucman, Prof. Dr. Albert Brühl, Ursula Sottong, Dr. med, Rebekka Kleinpass, Dr. med Jochen Gerd Hoffmann Deskriptive Schallpegelmessungen auf einer geriatrischen Station und einer Special Care Unit (SCU) für Patienten mit kognitiven Einschränkungen
Geräusche können als störend und schädlich empfunden werden. Die Auswirkungen von Lärm auf den Menschen sind vielfältig und beeinträchtigen seine Gesundheit. Menschen mit kognitiven Einschränkungen sind noch empfänglicher für derlei Effekte. In Krankenhäusern herrscht je nach Bereich ein hoher Geräuschpegel. Es ist jedoch nicht bekannt, wie ausgeprägt das Geräuschaufkommen auf geriatrischen Stationen oder Special Care Units ist. Ziel dieser Arbeit ist die Erhebung und deskriptive Darstellung des Geräuschaufkommens auf einer Special Care Unit und zu prüfen, ob diese unterhalb der von der WHO empfohlenen Grenze liegt und sich von dem einer allgemeinen geriatrischen Station unterscheidet. Es wurden an drei unterschiedlichen Mess-Orten jeweils dreimal 24-Stunden-Messungen durchgeführt. Die Daten wurden auf ihre Verteilung und eine mögliche Varianzhomogenität geprüft. Die Daten der unterschiedlichen Mess-Orte wurden auf Unterschiede hin geprüft. Das Geräuschaufkommen überschreitet die von der WHO postulierte Grenze von 30 dB(A) deutlich. Die Daten sind grundsätzlich nicht normalverteilt und in ihrer Varianz inhomogen. Die von der WHO beschriebene Richtlinie für den akzeptablen Schallpegeldruck wurde überschritten. Eine Differenzierung zwischen den Fachbereichen erscheint notwendig. Aus methodischer Sicht stellt sich die Frage, inwiefern Schallpegelmessungen in einem Krankenhaus aussagekräftig sind und ob Vergleiche mit den bisherigen Messstrategien zielführend sind.
Pflegewissenschaft Ausgabe 12
vom 19.12.2016
201610 Andreas Fraunhofer, Dr. Dirk Lewin Berufsbegleitende Akademisierung durch einen individuellen Studieneinstieg – Ein Szenario aus Bayern
Der Bedarf an hochqualifizierten Pflegekräften steigt kontinuierlich in Deutschland, da einerseits die Anzahl der LeistungsempfängerInnen der Pflegeversicherung (SGB XI) wächst, andererseits die Qualität des pflegerischen Handelns an Komplexität gewinnt. Seit etwa 2010 ist deshalb auch in Deutschland ein deutlicher Trend der Akademisierung im Pflegebereich erkennbar, der sich u.a. in der Zunahme der Studierendenzahlen um rd. 72 % zwischen 2010 und 2013 zeigt. Auch die Öffnung der Hochschulen im Jahr 2009 hat zu diesem Anstieg beigetragen. Zudem ist der Trend zu beobachten, dass sich die Heterogenität der Studierendenschaft erhöht, worauf die Hochschulen mit niedrigschwelligen, passgenauen und flexiblen Angeboten reagieren müssen, um den Bedarfen der Zielgruppe gerecht zu werden und um erfolgreiches Studieren zu ermöglichen.
Pflegewissenschaft Ausgabe 10
vom 12.10.2016
201610 Sarah Porzelt, Dr. Thomas Zimmermann, Annette Ernst, Dr. med. Egina Puschmann, Univ.-Prof. Dr. med. Martin Scherer Wie Pflegekräfte in der hausärztlichen Versorgung Patienten mit psychischen Beschwerden gezielt unterstützen können. Beschreibung eines niedrigschwelligen Sozial- und Case- Managements durch pflegerische Beratungskräfte in der ambulanten-hausärztlichen Versorgung
Angst, Depression und somatoforme Störungen sind häufig in der hausärztlichen Versorgung. Durch die hohe Arbeitsbelastung in der ambulanten Versorgung sind die hausärztlichen Ressourcen begrenzt, um diese Patienten professionell zu begleiten und eine spezifische Lotsenfunktion für sie zu übernehmen. Daher wurde zur gezielten Unterstützung dieser Patientengruppe eine komplexe, niederschwellige Intervention durch speziell geschulte Pflegekräfte erprobt. Es wird der Ablauf und die Intervention zur Selbstmanagementförderung von Patienten mit psychischen Beschwerden in der hausärztlichen Versorgung vorgestellt. Dies stellt gleichzeitig ein neues Wirk- und Handlungsfeld der zunehmend professionellen Pflege dar.
Pflegewissenschaft Ausgabe 10
vom 05.10.2016
201603 Prof. Dr. Sabine Weißflog, Dr. Susanne Schoppmann, Prof. Dr. Dirk Richter Aufgaben und Tätigkeiten der Ambulanten Psychiatrischen Pflege in der Schweiz und in Deutschland: Ergebnisse eines länderübergreifenden Forschungsprojektes
Die ambulante pflegerische Versorgung von Menschen mit einer diagnostizierten psychischen Erkrankung gewinnt zunehmend an Bedeutung. Die Betreuung findet mehr und mehr im direkten Lebensumfeld dieser Menschen statt, weshalb die Tätigkeiten der Ambulanten Psychiatrischen Pflege (APP) komplex und fachlich anspruchsvoll sind. Allerdings mangelt es an empirisch gestützten Aussagen zu den Aufgaben und Tätigkeiten der APP in der Schweiz und in Deutschland. Die vorliegende Untersuchung widmet sich diesem Thema. Auf der Grundlage von Ergebnissen aus Fokusgruppen wurde ein Fragebogen entwickelt. Im Rahmen einer Delphi-Befragung wurden die Interviewergebnisse von ambulant-psychiatrisch Pflegenden aus Deutschland und der Schweiz in mehreren Runden validiert. Die Ergebnisse zeigten, dass es eine breite Übereinstimmung zu den Aufgaben und Tätigkeiten der ambulanten psychiatrischen Pflege zwischen den beiden Ländern, aber auch im Vergleich mit der internationalen Literatur gibt.
Pflegewissenschaft Ausgabe 03
vom 23.03.2016
201603 Paul Werner Schreiner Rezensionen/Pressespiegel
Pflegewissenschaft Ausgabe 03
vom 23.03.2016
201603 Prof. Dr. Michael Schilder Editorial
Pflegewissenschaft Ausgabe 03
vom 23.03.2016
201601 Frauke Wiedermann, Michael Brückner, Christian Johannßen, Petra Rothe Rollen professioneller Pflege – Veränderungen im Kontext des berufsbegleitenden Studienganges „Bachelor of Nursing“
Auch wenn die Notwendigkeit der hochschulischen Qualifizierung von Pflegefachkräften für patientennahe Bereiche unbestritten ist, besteht Klärungsbedarf zu deren konkreter Rolle in den verschiedenen Versorgungspettings. Ziel der explorativ ausgerichteten Online-Befragung von 119 Absolventinnen und Absolventen des deutschniederländischen Kooperationsstudienganges Bachelor of Nursing war u.a., Aufschluss über die beruflichen Rollen der Pflegefachkräfte sowie in diesem Kontext zur Umsetzung einer evidenzbasierten Pflegepraxis (EBP) vor und nach dem Studium zu bekommen. Im Ergebnis zeigte sich eine Verbreiterung des rollenbezogenen Berufsprofils nach dem Studium, insbesondere auf der Meso- und Makroebene. Ebenso förderte das Studium tendenziell die Integration evidenzbasierter Pflege in die Versorgungseinrichtungen. Empfohlen wird weitere Forschung zu den Einflussfaktoren von Studiengängen auf die Rollenentwicklung der Pflege sowie die Integration von Rollenkonzepten in die Weiterentwicklung des Pflegeberufs.
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 27.01.2016
201512 Sabine Erbschwendtner, Prof. Dr. Michael Bossle, Univ.-Prof. Dr. Hermann Brandenburg Clownvisiten bei Kindern und Erwachsenen. Eine systematische Literaturübersicht
Clownvisiten im Gesundheitsbereich und in der Altenhilfe gewinnen zunehmend an Bedeutung. Die Fragen nach den Auswirkungen von Interventionen von und mit Clowns, in diesen Settings, stehen im Zentrum des vorliegenden systematischen Reviews. Insgesamt können 26 Publikationen in die Analyse eingeschlossen werden. Eine Vielzahl davon kann der Pädiatrie und dort überwiegend der Auseinandersetzung mit präoperativer Angst, zugeordnet werden. Bei Erwachsenen sind Clowns im Kontext der In-vitro Fertilisation, bei chronischen und psychiatrischen Erkrankungen sowie im gerontologischen Bereich zu finden. In den Arbeiten mit qualitativen Designs wird die Komplexität von Clowninterventionen deutlich. Die quantitativen Studien zeigen wenige, überwiegend positive Effekte. Um generalisierbare Aussagen über Clowns und die Auswirkungen ihrer Arbeit treffen zu können, fehlen derzeit differenzierte Untersuchungen von ausreichender wissenschaftlicher Güte.
Pflegewissenschaft Ausgabe 12
vom 18.12.2015
201510 Anne Schmitt Methodenmix bei der interkulturellen Adaptation des Premature Infant Pain Profile (PIPP) an die deutsche Sprache und Kultur
Fragestellung: Dieser Beitrag handelt von dem verwendeten Methodenmix bei der Übersetzung und interkulturellen Adaptation des englischsprachigen Premature Infant Pain Profile (PIPP) in die deutsche Sprache. Das Forschungsdesign und die Forschungsmethoden des Übersetzungs- und Adaptationsprozesses sind ein Methodenmix aus verschiedenen Methoden mit qualitativen und quantitativen Anteilen. Die Äquivalenzkategorien und das Übersetzungsverfahren wurden im Forschungsprozess identifiziert bzw. entwickelt und wie das ausgesuchte Pretest-Verfahren in Bezug zu nationalen und internationalen Methoden aus der Wirtschafts-, Sozial- Gesundheits- und Pflegeforschung gestellt. Ergebnisse und Schlussfolgerungen: Die qualitativen und quantitativen Anteile der angewandten Methoden werden dargestellt. Das ‚allgemeine lineare Modell der Forschung‘ zur Beurteilung des Übersetzungsverfahrens konnte nur begrenzt zugrunde gelegt werden, da der Forschungsprozess in vielen Teilen auf Zirkularität beruht.
Pflegewissenschaft Ausgabe 10
vom 16.10.2015
201509 Dr. phil. Doris Arnold Den Umgang mit „schwierigen“ Situationen aus der Sicht der Pflegenden verstehen: Praxis, Potenziale und Grenzen ethnografischer Forschung
Im Artikel werden die Durchführung, die besonderen Beiträge und die Grenzen ethnografischer Forschung am Beispiel von Interaktionen mit Pflegebedürftigen dargestellt, die von Pflegenden als „schwierig“ oder herausfordernd erlebt werden. Dazu werden das methodische Vorgehen sowie ausgewählte Ergebnisse einer ethnografischen Untersuchung zum Pflegealltag auf zwei Stationen im Allgemeinkrankenhaus vorgestellt, die teilnehmende Beobachtungen sowie Leitfadeninterviews umfasste, sowie die besonderen Möglichkeiten und Begrenzungen ethnografischer Forschung verdeutlicht. Ergänzend werden Beispiele aus anderen ethnografischen Studien zu Interaktionen im Pflegealltag beschrieben. Grenzen in der Anwendung ethnografischer Methoden werden vor allem in forschungsethischen und forschungspraktischen Problemen ausgemacht. Potenziale ethnografischer Pflegeforschung werden in deren Vermögen gesehen, Reflexionsprozesse im Pflegealltag sichtbar zu machen und Reflexivität als Bestandteil des ethnografischen Forschungsprozesses zu nutzen.
Pflegewissenschaft Ausgabe 09
vom 11.09.2015
201509 Prof. Dr. Peter Kostorz, Prof. Dr. Rüdiger Ostermann Die Todesursachenstatistik als Chance in der stationären Altenhilfe. Möglichkeiten, Nutzen und Grenzen einer heimbezogenen Erfassung von Todesursachen in stationären Pflegeeinrichtungen
Die Todesursachenstatistik ist eine der bedeutendsten Gesundheitsstatistiken des Bundes und ermöglicht wichtige Erkenntnisse über den Gesundheitszustand der Bevölkerung. Grundlage sind die im Rahmen der Leichenschau ausgestellten Todesbescheinigungen, auf denen die Umstände, welche zum Tode geführt haben, kodiert beurkundet werden. Wäre es einer stationären Altenhilfeeinrichtung rechtlich möglich, diese Daten ihrer verstorbenen Bewohnerinnen und Bewohnern zu nutzen, stünde der Leitung dieser Einrichtung ein Instrument zur Qualitätssicherung zur Verfügung: So könnten beispielsweise vermeidbare Todesursachen erkannt und ihnen mit Hilfe von gezielten Maßnahmen der Qualitätssicherung entgegengewirkt werden. Einer entsprechenden Nutzung der Todesursachenstatistik stehen derzeit allerdings noch erhebliche rechtliche Hindernisse entgegen; allen voran sind das die Bestimmungen zum Datenschutz, die in diesem Fall auch postmortal gelten. Im Rahmen des vorliegenden Beitrags werden das Nutzungspotential einer heimbezogenen Todesursachenstatistik dargestellt und die rechtlichen Möglichkeiten und Grenzen einer solchen Statistik diskutiert und bewertet. Erratum: Gegenüber der Print-Version überarbeiteter Artikel.
Pflegewissenschaft Ausgabe 09
vom 11.09.2015
201501 Michael Galatsch, Dr. Jörg große Schlarmann, Prof. Dr. Friederike zu Sayn Wittgenstein, Prof. Dr. Wilfried Schnepp Familien in der ambulanten palliativen Betreuung. Operationalisierung von Bedarfen und Belastungen zur Entwicklung eines Screeninginstrumentes.
Problem: Familien in der ambulanten palliativen Situation unterliegen vielen Belastungen, welche bislang in Deutschland nur unzureichend erforscht wurden. Fragestellung: Wie kann die Situation von Familien in der ambulanten palliativen Betreuung auf Grundlage des aktuellen Forschungsstands für eine schriftliche Befragung in Deutschland konzeptualisiert werden? Methode: Basierend auf einer Literaturrecherche wurden Publikationen identifiziert, welche die Bedürfnisse und Belastungen der Familien untersuchten. Die Treffer wurden inhaltlich analysiert und kategorisiert. Auf dieser Grundlange wurden Instrumente recherchiert, welche die relevanten Kategorien adressieren. Die daraus ausgewählten Instrumente wurden zu einem Screeninginstrument zusammengefasst. Ergebnisse: Die 529 relevanten Publikationen beinhalten 38 Themengebiete in acht Kategorien. Hieraus wurde ein 71 Items umfassendes Screeninginstrument zusammengestellt, welches die palliative Situation der Familien in Deutschland erheben soll.
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 01.01.2015
201501 Nino Chikhradze, Dr. Jörg große Schlarmann, Prof. Dr. Andreas Büscher, Prof. Dr. Wilfried Schnepp Auswirkung einer fortgeschrittenen Brustkrebserkrankung auf die Familie
Familienmitglieder sind zwar mit der fortgeschrittenen Brustkrebserkrankung von Frauen konfrontiert, jedoch sind sie auf andere Art und Weise betroffen, als die Patientinnen selbst. Die vorliegende Literaturstudie geht den Fragen nach, welchen Einfluss eine fortgeschrittene Brustkrebserkrankung auf das Familienleben hat, welche Bedürfnisse in Familien in diesem Zusammenhang entstehen und auf welche Ressourcen die Familien zurückgreifen. Die hier dargelegten Studien stellen die einzelnen Perspektiven eines – oder zweier Familienmitglieder dar, jedoch ist eine tiefergehende Reflexion über andere Personen, die an dem Prozess beteiligt sind, nur bedingt möglich. Allerdings verweisen die vorhandenen Ergebnisse darauf, dass die Krankheit eine dauerhafte Bedrohung für die betroffenen Familien darstellt. Der Umgang mit dieser Bedrohung in der Gegenwart und seine Projektion in die Zukunft, ist eines der wichtigsten Themen, mit denen sich die Familien konfrontiert sehen.
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 01.01.2015
201410 Julia Süß Wissen in der Pflege managen
Die Implementierung von Evidence-based Nursing in die professionelle Pflegepraxis zur Gestaltung eines Theorie-Praxis-Transfers ist für deutsche Krankenhäuser bis dato wenig beforscht im Gegensatz zu anderen, vor allem den angloamerikanischen, Ländern (vgl. Panfil 2005; vgl. Behrens, Langer 2010b; vgl. Meyer, Köpke 2012). Es fehlt vor allem an wissenschaftlichen Befunden zu Konzepten oder auch Konzeptevalua- tionen (vgl. Schilder 2010). Unabhängig davon wird der Nutzen des Evidence-based Nursing nicht bestritten (vgl. Behrens, Langer 2010b; vgl. Ludwig, Schäfer 2011; vgl. Solomons, Spross 2011; vgl. Meyer, Köpke 2012). Diesem Desiderat soll der vorliegende Artikel konzeptionell begegnen. Mit Hilfe der Implementierung eines Wissensmanagementmodells kann die Umsetzung des Evidence-based Nursing in einer Akut- klinik unterstützt werden. Dabei ist es möglich, eine pflegewissenschaftliche und betriebswirtschaftliche Methode miteinander so zu kombinieren, dass aktuelles Wissen für den Pflegebereich nutzbar gemacht werden kann.
Pflegewissenschaft Ausgabe 10
vom 01.10.2014
201406 Ethical clearing and ethical aspects for research with people with cognitive impairments Ethikantragstellung und ethische Aspekte in der pflegewissenschaftlichen Forschung – am Beispiel eines Forschungsvorhabens mit Menschen mit kognitiven Einschränkungen
Ein Ethikvotum hilft Forscherinnen und Forschern alle ethisch wichtigen Aspekte im Zusammenhang mit Forschung an und mit Menschen zu beachten. Das Ethikvotum gibt Sicherheit dahingehend, dass alle wesentlichen ethischen Aspekte im Vorfeld eines Forschungsprojektes bedacht und ethische wie rechtliche Vorgaben eingehalten werden. Ein Ethikvotum schützt vulnerable Gruppen. Darüber hinaus fordern Projektausschreibungen und Organisationen, die Forschungsfördergelder zur Verfügung stellen, zu Recht zunehmend ein Ethikvotum für ein Forschungsprojekt (vgl. Graumann 2011, 256). So wird die Stellung eines Ethikantrages bei einer Ethikkommission für pflegewissenschaftliche Forschung immer wichtiger. Dieser Artikel stellt wesentliche Aspekte und Schritte einer Ethikantragstellung vor und soll Forscherinnen und Forscher dabei unterstützen, einen solchen Antrag zu stellen. Beispielhaft werden dabei zentrale Inhalte bei einer Ethikantragstellung für die Forschung mit Menschen mit kognitiven Einschränkungen aufgezeigt.
Pflegewissenschaft Ausgabe 06
vom 01.06.2014
201404 Prof. Dr. Elfriede Brinker-Meyendriesch Pflege-Lehrerbildung: Realitäten und Ansprüche. Zur Konzeption des Studienganges „ Berufspädagogik Pflege und Gesundheit, Master of Arts (M.A.)“ an der Fliedner Fachhochschule Düsseldorf
Das Gewordensein der Pflege-Lehrerbildung stellt eine Art Parallelwelt zur obligatorischen Berufs-schullehrerbildung dar. Nunmehr wird aber auch die Pflege-Lehrerbildung auf der Master-Ebene ver-ortet. Die Fliedner Fachhochschule in Düsseldorf bietet zukünftig den berufsbegleitenden Studiengang „Berufspädagogik Pflege und Gesundheit, Master of Arts (M.A.)“ an. Der Beitrag entfaltet Realitäten der Pflege-Lehrerbildung, Ansprüche an einen solchen Studiengang und legt aber auch die Konstruktion des in Rede stehenden Master-Studienganges offen, um den fachlichen Austausch über Pflege-Lehrerbildung zu intensivieren.
Pflegewissenschaft Ausgabe 04
vom 01.04.2014
201304 Andreas Fraunhofer Der Zusammenhang von Menschenwürde und Autonomie – Eine pflegerische Sichtweise
Aus der Hilfsbedürftigkeit der Bewohner und Patienten entsteht ein asymmetrisches Verhältnis der Abhängigkeiten. Die Autonomie und die Selbstbestimmung der Patienten, die eine würdevolle Behandlung gewährleisten sollen, sollten nicht nur als rechtliche Verankerung sondern auch als Maxime verstanden werden. Doch wann steht einem Menschen das Recht auf Autonomie und Selbstbestimmung zu? Post-Person ist ein Begriff, der in den letzten Jahren immer öfter mit höchst demenziell erkrankten Patienten in Verbindung gebracht wird und gleichzeitig als Legitimation herangezogen werden kann, um diese Rechte abzusprechen. Die Folgen dieser Aberkennung wären nicht nur die Legitimation, sondern sogar die Forderung der aktiven Sterbehilfe zum Beispiel bei schweren Formen der Demenz.
Pflegewissenschaft Ausgabe 04
vom 01.04.2013
201302 Margareth Zambelli, Gernot Brauchle Organisationales Lernen im Kontext medizinethischer Fragestellungen - Ergebnisse aus einer quantitativen und qualitativen Erhebung an österreichischen Krankenhäusern
Medical, economic and organizational changes within the organization „hospital” have brought about an increase in life expectancy and efficiency, but also a change in the way terminal diseases are being dealt with. What has remained is the demand that medical action always has to be in line with ethical principles. Hospital organizations have recently been trying to support decision-making in ethically difficult situations by setting up clinical ethics-committees in order to support the decision-making process and to systemize ethical learning. The present paper deals with the current situation of clinical ethics-committees in Austria, it shows what kind of moral and emotional impacts and problems there are from the perspective of those involved in the clinical routine and it tries to find answers on how learning on the institutional and personal levels could take place in order to meet ethical/moral demands.
Pflegewissenschaft Ausgabe 02
vom 01.02.2013
201301 Matthias Ernst, Wolfgang Seger Einflussfaktoren auf die Lebenserwartung pflegebedürftiger – Menschen mit Demenz Eine systematische Literaturübersicht
In einer systematischen Literaturstudie wird der Fragestellung nachgegangen, welche sozialen und krankheitsbedingten Faktoren sich auf die Lebenserwartung von pflegebedürftigen Menschen mit Demenz auswirken, und welche positiven oder negativen Effekte diese bewirken. Es werden insbesondere Verbindungen zwischen einer reduzierten Lebensqualität, Veränderungen des Versorgungssettings, dem Auftreten von Belastungssituationen und einer reduzierten Lebenserwartung dargestellt. Daraus lassen sich Grundlagen für zukünftige Forschungsansätze in einem mehrdimensionalen Setting ableiten mit dem Ziel, die verschiedenen Einflussfaktoren und Untersuchungssettings miteinander zu verbinden.
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 01.01.2013
201210 Michael Schilder, Ulrike Höhmann, Anke Metzenrath, Michael Roloff Ein blinder Fleck? Arbeitsbelastung von Pflegeschülern und Pflegestudenten - Ergebnisse aus einem Gesundheitsförderungsprojekt
Gesundheitsförderungsprojekte stellen aktuell einen beliebten Versuch dar, die Arbeitsbelastung in den Pflegeberufen zu senken. Allerdings haben diese Projekte häufig bereits examiniertes Pflegepersonal zur Zielgruppe. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels in der Pflege ist es aber von zentraler Bedeutung, die Situation der Pflegeschüler und der Pflegestudenten im Hinblick auf deren Belas-tungserleben und auf ggf. darauf bezogene Unterschiede in den beiden Gruppen hin zu untersuchen, um deren Verbleib im Beruf zu sichern und gesundheitlichen Schädigungen vorzubeugen. Der vorliegende Beitrag stellt exemplarisch empirische Ergebnisse aus einem Gesundheitsförderungsprojekt vor. Diese beinhalten Erkenntnisse zu den Hauptbelastungsfaktoren von Pflegeschülern- und -studenten und verweisen auf zentrale Unterschiede in der Belastungswahrnehmung dieser beiden Gruppen.
Pflegewissenschaft Ausgabe 10
vom 01.10.2012
201203 Ines Buscher, Sven Reuther, Daniela Holle, Sabine Bartholomeyczik, Horst Christian Vollmar, Margareta Halek Das kollektive Lernen in Fallbesprechungen - Theoretische Ansätze zur Reduktion herausfordernden Verhaltens bei Menschen mit Demenz im Rahmen des Projektes FallDem
Die Methode der Fallbesprechung soll Pflegende unterstützen, als Team ein besseres Verständnis zu dem oft unverständlichen herausfordernden Verhalten von Menschen mit Demenz zu entwickeln. Aus den vom BMG geförderten Leuchtturmprojekten Demenz InDemA und QUIKK sind zwei Verfahren bekannt: Fallbesprechungen in Kombination mit dem Innovativen demenzorientierten Assessmentsystem (IdA) und die Kollegiale Beratung. Die Ergebnisse lassen Rückschlüsse dahingehend zu, dass Fallbesprechungen generell den Transfer von Wissen in neue Handlungsroutinen positiv beeinflussen. In der am DZNE durchgeführten Studie FallDem sollen die durch Fallbesprechungen angestoßenen Lernprozesse weiterführend untersucht werden. In diesem Beitrag werden die dazu erarbeiteten theoretischen Ansätze zur Reduktion von herausfordernden Verhaltens bei Menschen mit Demenz durch kollektives Lernen beschrieben. Ausgehend von den theoretischen Überlegungen erfolgt eine Annäherung an die Fragestellung, wie sich die Fallbesprechungsart auf die Lernprozesse auswirkt.
Pflegewissenschaft Ausgabe 03
vom 01.03.2012
201201 Michael Bossle, Irene Leitner Historisches Wissen erfahren, Werte vermitteln - Das Vertiefungsprogramm BerufsbildMenschenbild für Pflege- und Sozialberufe am Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim (Ö)
Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich mit einem Bildungsangebot für Pflege- und Sozialberufe, das exklusiv für den Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim in der Nähe von Linz entwickelt wurde. Schloss Hartheim war eine von sechs NS-Euthanasieanstalten des Deutschen Reiches. Das entwickelte Lernprogramm stellt im internationalen Sinne besonders für akademische und nicht-akademische Bildungseinrichtungen der Pflege in Deutschland und Österreich eine Möglichkeit dar, einen Besuch von Schloss Hartheim pflegespezifisch nachzubearbeiten, zu reflektieren und zu vertiefen. Das Lernprogramm BerufsbildMenschenbild zielt dabei besonders auf die Ausbildung beruflicher Haltung und ethisch-moralischer Kompetenz ab. Vor dem Hintergrund spezifisch-zeitgeschichtlicher Geschehnisse des Nationalsozialismus lassen sich auch gegenwartsbezogene Dilemmata der beruflichen Praxis, die in engem Zusammenhang mit der zunehmenden Ökonomisierung des Gesundheitssystems stehen, verdeutlichen. Der Beitrag zeigt überdies die Relevanz interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen Geschichtswissenschaft/Gedenkstättenpädagogik und Pflegewissenschaft/Pflegepädagogik.
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 01.01.2012
201111 Anne Schmitt Übertragung und Gegenübertragung in der Kinderkrankenpflege
Beratung war und ist originärer Bestandteil pflegerischer Leistungen in der Kinderkrankenpflege. Diese Beratungstätigkeit kann im psychologischen Kontext in Abhängigkeit zu Konzepten der Psychoanalyse differenziert werden. Diese Arbeit geht auf der Grundlage vorliegender Literatur dem Aspekt nach, wie sich Beratung in der Kinderkrankenpflege im psychoanalytischen Bereich der Phänomene „Übertragung und Gegenübertragung“ verorten lässt. Es wird der Frage im berufspolitischen, pflegetheoretischen und konzeptuellen Kontext sowie in Bezug auf das erforderliche Kompetenz- und Qualifikationsniveau nachgegangen.
Pflegewissenschaft Ausgabe 11
vom 01.11.2011
201110 Alizoti C., Vadalouca A., Xepapadakis G., Ntasiou P., Gennatas K., Maureas B., Damigos D. Einfluss der totalen oder partiellen Mastektomie auf Paarbeziehungen und die Funktionsfähigkeit der oberen Extremität
Die Mammakarzinom-Therapien, das hauptsächlich Frauen angreift (Operation, Chemo-, Hormontherapie und Radiatio), ermöglichen die Lebensfähigkeit der Patientin, sie verursachen aber schwere Nebenwirkungen. Ziel der Beobachtungs-Studie, die wir durchgeführt haben, war die Erforschung des Einflusses dieser Therapien sowohl auf die Funktionsfähigkeit der oberen Extremität als auch auf die Paarbeziehungen. 104 Frauen haben teilgenommen (42 aus dem privaten Krankenhaus IASO General, 49 aus dem Universitätskrankenhaus Areteio und 13 außerhalb eines Krankenhauses). 77 Frauen, die eine Partnerbeziehung hatten, haben den QuickDash- und den Beziehungsbeurteilungs-Fragebogen ausgefüllt, während 27 (alleinstehende) nur den QuickDash-Fragebogen ausgefüllt haben. Der Wert des Impotenz-Index für die Funktionsfähigkeit der oberen Extremität wurde auf 24,4 gemessen. Der Impotenz-Index ist höher für die Frauen, die einer totalen Mastektomie unterzogen wurden im Vergleich zu den Frauen, die einer partiellen Mastektomie unterzogen wurden. Der körperliche Schmerz wird von der angewendeten Therapie beeinflusst und er ist größer bei den Frauen, die einer totalen Mastektomie, einer Entfernung von mehreren Lymphknoten und einer Radiatio unterzogen wurden. Zusätzlich gibt es ein proportionales Verhältnis zwischen Schmerz und Impotenz-Index sowie zwischen Schmerz und der Einschränkung von Fähigkeiten. Was die Partner-Beziehung betrifft, haben nur 2,6% erwähnt, dass ein großes Problem mit dem Ehemann besteht, dieses aber hat schon vor der Erkrankung gegeben. Die meisten Frauen haben sich auf die Probleme, die aus der Erkrankung gestammt haben, wie Körperbild, sexuelle Tätigkeit, psychologische Stimmung und andere familiäre Probleme, fokussiert. Diese Probleme haben in ihrer Beziehung Spannungen verursacht.
Pflegewissenschaft Ausgabe 10
vom 01.10.2011
201110 Tobias Immenroth Kompetenzverlagerungen im Umfeld der Pflegeprofession
In den letzen Jahren rückten die Fragen des Schnittstellenmanagements zwischen den unterschiedlichen Einrichtungen im stationären, teilstationären, ambulanten, intermediären und familiären Bereich in den Fokus. Im Rahmen von Care- und Case-Management können diese vielfältigen Schnittstellenprobleme gelöst werden. Die Übernahme der Fallverantwortung erfordert jedoch Kooperation und Koordination der Einrichtungen untereinander, den Einsatz von Assessments, optimierte Überleitungsverfahren, Lotsenprogramme, Patienten- und Angehörigenedukation. Der Pflege wird hierbei von unterschiedlichen Seiten eine neue Schlüsselrolle zugewiesen. Mit der Übernahme der Fallverantwortung durch die Pflege vollzieht sich eine Kompetenzverlagerung in Richtung wirtschaftlicher, rechtlicher und administrativer Aufgabenfelder. Die Pflege wird sich künftig einem triangulären Spannungsfeld zwischen Nursing, Caring und Case-Management stellen müssen. Hinzu kommen außerdem die künftig in Eigenverantwortung zu erbringenden heilkundlichen Tätigkeiten. Hierbei müssen die traditionellen Schnittstellen zwischen ärztlichen und pflegerischen Aufgaben und die entsprechenden Kompetenzen neu organisiert werden. Der Erwerb dieser neuen Kompetenzen wird perspektivisch im Hochschulsystem erfolgen und zu neuen Berufsbildern (z. B. Advanced Nursing Practitioner, Physician Assistance) führen. Sie werden die etablierten Fachweiterbildungen substituieren. Diese Neupositionierung der Pflege und die damit verbundenen Kompetenzverlagerungen innerhalb und zwischen den verschiedenen Berufsgruppen im Gesundheitswesen werden in einem „Modell der gegenwärtigen und künftigen Kompetenzverlagerungen im Umfeld der Profession Pflege“ aufgezeigt.
Pflegewissenschaft Ausgabe 10
vom 01.10.2011
201107 Daniela Händler-Schuster, Michael Schulz, Johann Behrens „... und dann fiel ich aus allen Wolken – das war tiefste Pionierarbeit“ Betriebsfamiliale Systeme am Beispiel der Hausmutter-Funktion – Methodisch angelehnt an den Ansatz der Grounded Theory
Da bislang keine empirischen Ergebnisse zur Funktion der Hausmutter vorliegen, soll mit einer qualitativen Untersuchung, die dem Stil der Grounded Theory folgt, herausgefunden werden, wie sich die Hausmutter-Funktion in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Interaktion mit Bewohnern gestaltete und welche Bedeutung ihr zugeschrieben wurde. Es konnten insgesamt neun Hausmütter und acht Hausväter für ein Oral-History-Interview (n = 17) gewonnen werden. Anhand der Ergebnisse konnten drei Phasen der Hausmutter-Funktion definiert werden, von denen im vorliegenden Bericht die zweite Phase: „Sich als Hausmutter verwirklichen – umgesetzte Macht und Herrschaft“ fokussiert wird. Die Ergebnisse zeigen, dass Hausmüttern mit der Kernkategorie: „Macht und Herrschaft“ ein großes Potential oblag, Entscheidungen für die im Haus Lebenden zu treffen, was sich anhand von Machtformen und Stabilisierungsformen der Macht veranschaulichen lässt. Vielfach haben sich Hausmütter eingesetzt, Bedingungen für eine bessere Pflege zu verändern. Die Ergebnisse der Studie können helfen, gemeinschaftliches Leben zu reflektieren, da die Phänomene „Macht und Herrschaft“ in der pflegerischen Versorgung bis heute an Aktualität nicht verloren haben.
Pflegewissenschaft Ausgabe 07
vom 01.07.2011
201104 Rebecca Palm, Sascha Schmidt, Michael Galatsch, Hans-Martin Hasselhorn, Bernd Hans Müller Qualitätsindikatoren in der Praxis – Ergebnisse von Experteninterviews der 3Q-Studie
Qualitätsindikatoren stellen ein wichtiges und innovatives Instrument zur Steuerung und Sicherung der Pflegequalität dar. Aufgrund steigender Anforderungen in der Bewohnerversorgung und dem Qualitätsmanagement muss sowohl die Entwicklung der Indikatoren, als auch die Implementierung in Qualitätsmanagementsysteme in Deutschland weiter vorangetrieben werden. In der 3Q-Studie werden seit drei Jahren in 56 Einrichtungen der stationären Altenpflege verschiedene Pflege-Qualitätsindikatoren erhoben und ausgewertet. Anhand von leitfadengestützten Experteninterviews wurden 43 Pflegedienstleitungen befragt, wie sie Qualitätsindikatoren in ihrer Arbeit nutzen. Es zeigte sich, dass Qualitätsindikatoren und die Rückmeldung der Indikatoren wichtig sind, um auf Probleme innerhalb der Einrichtung aufmerksam zu werden. Hierdurch wird ein Prozess angestoßen, um auf die erkannten Probleme reagieren zu können. Der Nutzen von Qualitätsindikatoren wird jedoch unterschiedlich eingeschätzt und bleibt im Einsatz eingeschränkt, wenn Bedenken zur Aussagekraft und Vergleichbarkeit von Indikatoren überwiegen.
Pflegewissenschaft Ausgabe 04
vom 01.04.2011
201103 Gernot Adolphi, Mathias Bonse-Rohmann, Sybille Rommel, Monika Kneer Didaktische und curriculare Konsequenzen der Evaluation des Modellversuchs „PFLEGE – LEBEN: Eine generalistische Pflegeausbildung“ für die Schulentwicklung der Freien Krankenpflegeschule e.V. an der Filderklinik
Das Modellprojekt: „PFLEGE – LEBEN: Eine generalistische Pflegeausbildung“ wurde durch das Ministerium für Arbeit und Soziales Baden-Württemberg genehmigt und mit finanzieller Unterstützung mehrerer Stiftungen an der Freien Krankenpflegeschule (FKS) an der Filderklinik e.V. zwischen Oktober 2006 und September 2010 durchgeführt. Innerhalb des Projekts wurde ein generalistisch ausgerichtetes Curriculum entwickelt, erprobt und evaluiert. Eine Besonderheit hierbei ist die Ausrichtung an der von Rudolf Steiner begründeten Anthroposophie.
Pflegewissenschaft Ausgabe 03
vom 01.03.2011
201103 Raphael Lachetta, Doris Tacke, Iris Doerscheln, Michael Schulz Erleben von Menschen mit geistiger Behinderung während eines akutstationären Aufenthaltes – Eine systematische Literaturübersicht
Menschen mit geistiger Behinderung werden bei somatischen Beschwerden im Hinblick auf den Inklusionsgedanken sowie einer zunehmenden Gemeindeorientierung vermehrt in Krankenhäusern der Akutversorgung behandelt. Dies stellt besondere Herausforderungen an dieses Setting. Wie erleben erwachsene Menschen mit einer geistigen Behinderung ihren Aufenthalt in einem Akutkrankenhaus? Eine systematische Literaturrecherche wurde durchgeführt. Die im Rahmen der Recherche gefundenen Studien beinhalten Aussagen geistig behinderter Menschen, ihrer Familienangehörigen, des Fachpersonals aus den betreuenden Einrichtungen sowie des Krankenhauspersonals zu den Erfahrungen von Menschen mit einer geistigen Behinderung während des Aufenthaltes in einem Akutkrankenhaus. Die Studien wurden auf ihre methodische Qualität hin überprüft.
Pflegewissenschaft Ausgabe 03
vom 01.03.2011
201103 Michael Isfort, Ursula Laag, Frank Weidner Entlastungsprogramm bei Demenz – EDe. Optimierung der Unterstützung für Demenzerkrankte und ihre Angehörigen im Kreis Minden-Lübbecke mit besonderer Berücksichtigung pflegepräventiver Ansätze
Im folgenden Artikel werden die Ergebnisse einer pre-post-Untersuchung aus einem Projekt zur Optimierung der Unterstützung für Demenzerkrankte und ihre Angehörigen vorgestellt. Das Projekt dauerte insgesamt drei Jahre und wurde vom GKV-Spitzenverband gefördert. Projektträger war die PariSozial in Minden, die wissenschaftliche Begleitung wurde durch das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (dip) übernommen. Die Stichprobe beider Messzeitpunkte umfasste 190 Familien, bei denen im Vorfeld und nach einer 18-monatigen Interventionsdauer mittels eines mehrdimensionalen Assessments Daten zur Belastung erhoben wurden. Das Hauptziel des Projektes war, zu einer spürbaren und nachhaltigen Entlastung der pflegenden Angehörigen zu kommen und dabei die häusliche Lebens- und Pflegesituation zu stabilisieren. Die Stärkung der Angehörigenpflege sollte durch eine Verbesserung der Inanspruchnahme von Leistungen der Pflegeversicherung durch die Leistungsberechtigten sowie durch eine optimierte Kombination verschiedener Leistungen erreicht werden. Auf der Basis der zwei standardisierten Messungen konnte nachgewiesen werden, dass sich durch den multikonzeptionellen, proaktiv-zugehend ausgerichteten Interventionsansatz zentrale Belastungen pflegender Angehörige signifikant reduzieren ließen.
Pflegewissenschaft Ausgabe 03
vom 01.03.2011
201101 Emel Susan Rosen Lehrkompetenzen – Kompetentes Handeln in der Pflegeausbildung
Auf welches Wissen greifen Lehrende zurück, wenn sie unterrichten? Woran orientieren sie sich? Wie gelangt neues didaktisches Wissen in die Unterrichts-praxis? Diese Fragen berühren das Spannungsfeld von Wissenschaftswissen und Handlungswissen im Hinblick auf die Lernprozesse lernender Lehrender. In einer über zwei Jahre angelegten Langzeituntersuchung wurden die handlungsleitenden Subjektiven Theorien zum kooperativen Lernen von 14 Pflegelehrerinnen und -lehrern rekonstruiert und modifiziert. Ziel der Forschungsarbeit war es, die Subjektiven Theorien so zu modifizieren, dass sie zur Erweiterung und zum Aufbau von unterrichtlicher Handlungskompetenz in kooperativen Lernumgebungen beitragen. Die Studie orientierte sich grundsätzlich an der Struktur, die im handlungstheoretisch-didaktischen Modell von Diethelm Wahl (2005) entwickelt wurde: (1) Bewusstmachen handlungsleitender Subjektiver Theorien, (2) (Um-)Lernen durch Konfrontation mit Alternativen und Integration neuer Wissensbestandteile und (3) neues Handeln in Gang bringen.
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 01.01.2011
201101 Andrea Dobrin Schippers, Christiane Becker Entwicklung eines Konzepts zum Benchmarking von Pflegesystemen. Ergebnisse einer Delphi-Studie
Das steigende Interesse an der Umsetzung von Primary Nursing begründet den Bedarf an der Messung des Umsetzungsgrads der Patientenorientierung eines Pflegesystems. Das Instrument zur Erfassung von Pflegesystemen – IzEP setzt das gemessene Pflegesystem in Bezug zu patientenorientierten Pflegesystemen. Bisher wurden mit IzEP in ca. 480 Organisationseinheiten Messungen durchgeführt. Unter anderem besteht nun das Interesse zu erfahren, in wie weit sich Einrichtungen für ein Benchmarking von Pflegesystemen interessieren und welche Form und Inhalte dieses haben sollte. In einer Delphi-Studie über drei Runden wurden Experten aus Management oder Pflegeexperten aus den drei Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie verschiedenen Versorgungsbereichen gezielt befragt, ein theoretisches Benchmarkingkonzept erstellt und die Zustimmung zum Konzept evaluiert. Das Konzept sieht einen offenen Vergleich zu einem ähnlichen Projektzeitpunkt unter Vertragspartnern vor. Das anhand des IzEP Gesamtscore gemessene Pflege- system soll verglichen werden mit anderen Institutionen, die das gleiche Pflege- system, z. B. Primary Nursing umsetzen. Die Strukturkriterien Mitarbeiterstruktur/Skill-Grade Mix der Station, das Fachgebiet, Patienten- u. Klientenmerkmale, der Beschäftigungsgrad der Pflegenden, die Anzahl besetzter Planstellen im Soll-Ist Vergleich, die Versorgungsstufe/-kategorie sowie eventuelle Unterstützungsangebote, wie etwa Coaching durch Pflegeexperten sollen in Beziehung gesetzt werden. Die Outcomes Patientenzufriedenheit, Mitarbeiterzufriedenheit und die Pflegezielerreichung sollen ebenso erfasst werden. Die Erwartungen an die AG IzEP sind Publikationen und persönliche Beratung.
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 01.01.2011
201012 Michael Gügel Lehren als Drahtseilakt zwischen Instruktion und Konstruktion – Versuch einer Annäherung am Beispiel der Gestaltung eines POL-Unterrichts in der Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung
Dieser Beitrag befasst sich mit der Frage, wie Problemorientiertes Lernen (POL) gestaltet werden kann, um einerseits den unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Auszubildenden, andererseits der Forderung nach selbstgesteuertem Lernen und der Verhinderung der Entstehung von trägem Wissen gerecht zu werden. Auszubildende der Gesundheits- und Krankenpflege stellen eine sehr inhomogene Gruppe im Bezug auf Kompetenzen ihrer Lern- und Selbstlernstrategien dar. Es lassen sich Schwierigkeiten mit Selbstkontrollstrategien zur Überwachung des eigenen Lernens, Probleme in der Verantwortungsübernahme für den Lernprozess innerhalb der Gruppe und Schwierigkeiten im Umgang mit schlecht strukturierten Problemen erkennen. Damit POL dennoch gelingen kann, sollten diese Bedingungen entsprechend berücksichtigt werden.
Pflegewissenschaft Ausgabe 12
vom 01.12.2010
199901 Angelika Zegelin-Abt, Michael J. Huneke Grundzüge einer systematischen Pflegeberatung
Vor dem Hintergrund einer professionellen Begrifflichkeit von Beratung definieren die Verfasser Pflegeberatung als eine anspruchsvolle und erlernbare Tätigkeit, die einerseits einem professionellen Verständnis von Pflege als Handlungs und Beziehungswissenschaft implizit ist, andererseits in bestimmten Zusammenhängen ein darüber hinaus gehendes Bezugswissen aus dem originären Bereich Beratung voraussetzt. Besonders betont wird die unabdingbare Sach und Handlungskompetenz im jeweils ausgeübten Beratungsfeld. Der Begriff „Pflegeberatung" selbst wird in einem engen Verständnis von Beratung in der direkten Pflege fokussiert.
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 01.01.1999
199901 Michael Fischer Intranet: Einsatzmöglichkeiten und Bedeutung für den Pflegedienst im Krankenhaus
Keine Branche hat in den letzten Jahren derartige Zuwachsraten zu verzeichnen wie die Computernetzwerke. Unter diesen ist es das Internet, das alle anderen weit überholt hat. Dem Einsatz der InternetTechnologie im firmeninternen Netzwerk, dem Intranet, wird langfristig eine noch größere Bedeutung prognostiziert
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 01.01.1999
199903 Achim Breit Diversifikation pflegerischer Leistungen im Krankenhaus
Die Kostenentwicklung im Krankenhausbereich stellt ein zentrales Thema in der gesundheitspolitischen Diskussion dar. In dieser Arbeit werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie durch eine Diversifikation pflegerischer Leistungen Einnahmen außerhalb des Budgets für das Krankenhaus zu realisieren sind, die gleichzeitig einen Marketing- und Wettbewerbsvorteil mit sich bringen und entscheidende Schritte auf dem Weg zu einem Gesundheitszentrum beinhalten
Pflegewissenschaft Ausgabe 03
vom 01.03.1999
199903 Michael Fischer Situation der DV-Koordinatoren in der Pflege
Der vermehrte Einsatz von Computern auch in der Pflege erfordert, daß Pflegekräfte sich auch mit der EDV auseinandersetzen müssen. Eine Hilfe dabei ist, wenn fachkompetente Pflegekräfte die Koordination des DV-Einsatzes im Pflegebereich übernehmen
Pflegewissenschaft Ausgabe 03
vom 01.03.1999
199905 Michael Frank Geriatrieunterricht: Enttabui-sierung der Alterssexualität
In diesem Auszug einer Abschlussarbeit werden die für den Unterricht relevanten Fakten erläutert. Durch einen gezielten Abbau von Wissensdefiziten und dem bewußten Sich-Stellen dieses heiklen Themas wird einerseits präventive und gesundheitsfördernde Wirkung erzielt und andererseits Qualitätssicherung im besten Sinn für die Patienten beziehungsweise für unsere ältere Generation betrieben. Grundtenor dieser Arbeit ist das Erfassen von möglichen Gründen für die Tabuisierung der Alterssexualität und die Sensibilisierung der SchülerInnen für dieses Thema im Geriatrieunterricht. Ausgangspunkt der Überlegungen war die Hypothese, daß das Thema Alterssexualität im Geriatrieunterricht in der Krankenpflegeschule stiefmütterlich behandelt wird. Die Umfrageergebnisse haben diese bestätigt.
Pflegewissenschaft Ausgabe 05
vom 01.05.1999
199905 Prof. Bärbel Vahlpahl, Iris Meyenburg-Altwarg et al. Kooperationsprojekt: Pflege-rische Maßnahmen gegen Übelkeit und Erbrechen bei Zytostatikatherapien
Pflegewissenschaft versteht sich als praktische Wissenschaft, weil ihr Erfahrungsobjekt das des pflegerischen Handelns in der Praxis ist. Deshalb ist es zweckmäßig, enge Beziehungen zwischen Theorieebene und Praxis herzustellen, um beide Bereiche systematisch weiterzuentwickeln. Das nachfolgend beschriebene Kooperationsprojekt (zwischen Pflegedienst der Thorax-Klinik der LVA Baden in Heidelberg und der Arbeitsgemeinschaft Qualitätssicherung Pflege am Fachbereich Pflege der Evangelischen Fachhochschule für Sozialwesen in Ludwigshafen/Rhein) soll ein Ansatz dafür sein
Pflegewissenschaft Ausgabe 05
vom 01.05.1999
199905 Michael Isfort Moderne Kommunikations-technologie in der Pflegelehre
In diesem Artikel wird der momentane Stand des computergestützten, multimedialen Lehrens an Krankenpflegeschulen anhand eines Ergebnisses einer nichtrepräsentativen Studie bei 21 Schulen dargestellt. Die Bedeutung von Multimedia und Computern für Krankenpflegeschulen wird diskutiert und es wird ein pädagogisches Konzept zur Integration des Computers und des Internet in den Schulen vorgeschlagen. Gängige Schulungsprogramme werden aus dem spezifischen Blickwinkel der Krankenpflege kritisch beleuchtet. Abschliessend erfolgen Hinweise über die entstehenden Kosten für multimediales Arbeiten
Pflegewissenschaft Ausgabe 05
vom 01.05.1999
199906 Jörn Fehr Grundüberlegungen zum Pflegemarketing
Im Pflegesektor wächst die „Orientierung zum Markt“ und das „Denken vom Markte her“. Marketingaspekte bilden die Überlegungen. Dabei kommt es auf die Marketingphilosophie an, das Marketingmanagement und auf das Marketing-Mix. Hierzu werden Differenzierungen und Vorstellungen zum Produkt „Pflege“, dem Ort der Pflege, insbesondere ambulante und stationäre Pflege, und zur Positionierung am Markt vorgenommen
Pflegewissenschaft Ausgabe 06
vom 01.06.1999
199907 Wolfgang Heffels Worum geht es in der Pflege(aus)bildung?
Das eigenverantwortliche Handeln der Pflegenden stellt einen eigenen Qualifizierungsbereich in der Pflegeausbildung dar. Er erfordert aktive Beteiligungsformen der Auszubildenden und damit die Öffnung von Entscheidungsräumen für die Auszubildenden in der Gestaltung des schulischen Miteinanders und der Ausbildungsprozessführung. Der Artikel und die Schaffung einer „Just community" ähnlichen Organisationsstruktur zeigt einen Konzeptentwurf zur Anbahnung des eigenverantwortlichen Handelns auf
Pflegewissenschaft Ausgabe 07
vom 01.07.1999
199907 Robert Hamedinger, Betty Hochegger Optimierung der Unterrichtsevaluierung
Um Erfahrungen mit dem Thema „Unterrichtsevaluierung" auch einem größeren Publikum als nur dem Schulteam zugänglich zu machen, haben zwei Teilnehmer einer Projektgruppe (an der Schule für allgemeine Gesundheitsund Krankenpflege am Sozialmedizinischen Zent
Pflegewissenschaft Ausgabe 07
vom 01.07.1999
199909 Ute Zentgraff, Oliver Ritz, Maria Bruland, Karin Plonka, Elke Helfer Marketing in vollstationären Einrichtungen der Altenhilfe
Auch vollstationäre Pflegeeinrichtungen der Altenhilfe müssen sich zunehmend mit dem Begriff sowie der Praxis des Marketing auseinandersetzen. Im vorliegenden Artikel wird der Schwerpunkt bei folgenden Fragen gesetzt: was heißt eigentlich Marketing, was m
Pflegewissenschaft Ausgabe 09
vom 01.09.1999
199910 Claus Bölicke, Arne Eckhardt, Christiane Panka, Ulrike Reimann, Susanne Ritter, Birgit Wlosinski Qualitätssichernde Maßnah-men aus der Sicht Pflegender
In den zahlreichen Pflegestudiengängen deutscher Hochschulen werden eine Vielzahl seminargebundener Forschungsprojekte durchgeführt. Diese Projekte finden häufig noch im „Verborgenen" statt und ihre Ergebnisse gelangen leider nur selten an die Öffentlichkeit. Wir möchten daher allen Studenten Mut machen diesen Schritt zu tun, auch wenn er viel Ausdauer, Energie und manchmal Nerven kostet. Trotz zahlreicher Probleme, von Schwierigkeiten der Konsensbildung innerhalb der Seminargruppe bis hin zu verlorenen Disketten, machten wir dabei lehrreiche Erfahrungen. Auch wenn am Ende nicht alles perfekt ist, freuen wir uns das Projekt und einige seiner Ergebnisse nun vorstellen zu können
Pflegewissenschaft Ausgabe 10
vom 01.10.1999
199911 Michael Ammende Curriculumentwicklung: Ziele, Begründung, Struktur, zur Entwicklung eines dienstleistungsorientierten, theoriegeleite-ten Curriculums für die Krankenpflegeausbildung
Dieser Beitrag befaßt sich mit der Entwicklung eines dienstleistungsorientierten, theoriegeleiteten Curriculums für die Krankenpflegeausbildung. Er gliedert sich in 4 Abschnitte: 1. Definition des Begriffs Curriculum, 2. Erläuterung des Begründungsrahmens, 3. Skizzierung des Lehrplans, 4. Evaluation und Ausblick
Pflegewissenschaft Ausgabe 11
vom 01.11.1999
200001 Angelika Pietsch Leitfaden zur Bedarfsanalyse von Massnahmen der Personalentwicklung
Eine praxisnahes Instrument für das Pflegemanagement im Kran-kenhaus. Dieser Beitrag ist eine Zusammenfassung einer Facharbeit im Rahmen der Weiterbildung zur Pflegedienstleiterin
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 01.01.2000
200003 Prof. Dr. Michael Kerres Prof. Dr. Andrea Kerres Internet-basiertes Lernen in der Pflegebildung – besser, bunter, billiger?
Der Beitrag diskutiert die Möglichkeiten des internetbasierten Lernens in der Pflegebildung. Als entscheidender Vorzug eines mediengestütz-ten Lernszenarios, das auf dem Internet basiert, wird – gerade gegen-über konventionellen Fernstudienangeboten – die Möglichkeit zu einer intensiveren Kommunikation gesehen. Um jedoch die Lehrziele in der Pflegebildung zu erreichen, sind entsprechende Massnahmen durch verschiedene Elemente des Lernens in Präsenzseminaren zu ergänzen
Pflegewissenschaft Ausgabe 03
vom 01.03.2000
200006 Hardy-Michael Schröder Schlüsselqualifikationen als Kernkompetenzen der Pflegefachkraft im mittleren Management
Im Rahmen des drastischen Strukturwandels im Gesundheitswesen ist es not wendig geworden, über die Qualifikationen der Mitarbeiter im Krankenhaus neu nachzudenken. Vermehrte Anstrengungen sowie alternative Formen der Zusammenarbeit sind notwendig, um mit
Pflegewissenschaft Ausgabe 06
vom 01.06.2000
200103 Michael J. Huneke Hochschuldidaktische Impli-kationen zur Lehre in einem Studiengang Pflegepädagogik
Vor dem Hintergrund einer konstruktivistisch-systemtheoretischen Lehrauffassung wird eine veränderte Form von Fachhochschullehre rekonstruiert. Dabei soll besonders die Rolle der professionell Lehrenden an einer Fachhochschule unter der Perspektive eines
Pflegewissenschaft Ausgabe 03
vom 01.03.2001
200102 Vital Vonlanthen Lehren und Lernen mit CD-ROMs und Internet in der Gesundheits- und Kranken-pflege
Da immer schneller und mehr gelernt werden sollte, bieten CD-ROM‘s und Internet neue Möglichkeiten. Diese können mutimedial und interaktiv gestaltet sein und mehrere unserer Wahrnehmungskanäle gleichzeitig ansprechen. Daraus ableiten lässt sich, dass mit
Pflegewissenschaft Ausgabe 02
vom 01.02.2001
200106 Prof. Dr. H. Brandenburg, Dipl.-Päd. M. J. Huneke, Prof. Dr. B. Werner Grundzüge eines hochschuldidaktischen Konzepts fächerübergreifender Lehre in den Studiengängen Pflegepädagogik und Pflegemanagement
Die Notwendigkeit von Forschung in der Pflegewissenschaft ist unbestritten. Ebenso unbestritten ist, dass Grundlagen, Methoden und Ergebnisse von Pflegeforschung einen wichtigen Bestandteil der Lehre des Faches Pflegewissenschaft und angrenzender Fachgebiete in den Pflegefachbereichen darstellen. Ungeklärt ist jedoch die Frage, ob und inwieweit Studierende in Forschungsarbeiten involviert werden sollen bzw. müssen. Eine Perspektive besteht darin (Pflege)-Forschung mit Studierenden im Rahmen von Lehrforschungs- und Entwicklungsprojekten (LFuEP) zu konzipieren und statt der mit Auftragsforschung verbundenen ergebnisorientierten Zwänge stärker den Lernaspekt und die Team- und Gruppenarbeit zu betonen.
Pflegewissenschaft Ausgabe 06
vom 01.06.2001
200106 Dr. Bettina Schmidt Pflegebedarf bei dementen alten Menschen – Welche Konzepte hält die Pflegewissenschaft bereit?
Immer öfter berichten die Medien über die „Alzheimer-Krankheit“ und „Demenz“, immer häufiger werden Fachtagungen und Seminare zu diesem Thema abgehalten. Inzwischen sind in der Bundesrepublik weit über eine Million Menschen von dieser Alterskrankheit betroffen; die Vorstellung, auch einmal mit einem schleichenden geistigen Verfall konfrontiert zu werden, ist beängstigend
Pflegewissenschaft Ausgabe 06
vom 01.06.2001
200110 Michael J. Huneke Anmerkungen zur Zukunft pflegepädagogischer Studiengänge und deren AbsolventInnen in Deutschland
Der folgende Beitrag möchte eine Diskussion über die Weiterentwicklung pflegepädagogischer Qualifikationen vorantreiben. Hierzu geht er der Frage zum künftigen Verbleib der AbsolventInnen pflegepädagogischer Qualifikationen nach. Dabei ist der Ansatz kein empirischer, sondern orientiert sich an strukturellen Veränderungen der Pflegeausbildungsgesetze und der verschiedenen Studiengänge, welche in Zusammenhang mit der Lobbyistenarbeit verschiedener Interessenvertretungen gebracht werden. Nach Darstellung der sachlichen Zusammenhänge wagt der Autor eine erste vorsichtige Prognose
Pflegewissenschaft Ausgabe 10
vom 01.10.2001
200110 Monika Stich Analyse erforderlicher Fähigkeiten und Fertigkeiten
Jedes Unternehmen, hier im Weiteren Non-Profit-Unternehmen, ist bestrebt, eine interne Qualitätssicherung bzw. Qualitätsentwicklung durchzuführen. Gemeint sind damit Maßnahmen, die auf den Erhalt bzw. die Entwicklung der Qualität ihrer Leistungserbringer und Leistungsergebnisse abzielen
Pflegewissenschaft Ausgabe 10
vom 01.10.2001
200111 Ulrike Greb Der Strukturgitteransatz in der Fachdidaktik Intensivpflege
Studierende der Pflegepädagogik erläuterten im „Workshop-k“ des Kongresses Lernwelten 2001 ihren Einstieg in die Fachdidaktik Pflege am Beispiel des Teilcurriculums Intensivpflege. Hochschuldidaktisch bedeutsam ist in erster Linie die Frage nach den beruflichen Vorerfahrungen im jeweiligen Teilgebiet der Fachdidaktik. In der vorgestellten Lehrveranstaltung war der intensivpflegerische Bereich etwa 80% der Studierenden weitgehend fremd. Ähnlich stellt sich die Situation im Teilgebiet der psychiatrischen Pflege dar. Die Arbeit mit der didaktischen Matrix eignet sich in dieser Situation besonders gut, weil sie einen raschen Einblick in die Komplexität der Sachstruktur ermöglicht und sie zugleich, durch die Übernahme von in sich geschlossenen Lerneinheiten, in der Auswertungsphase transparent werden lässt
Pflegewissenschaft Ausgabe 11
vom 01.11.2001
200111 Uta Oelke "Allmählich bekomme ich diesen Blick auch drauf ..." - PflegelehrerInnen und szenisches Spiel
Im Folgenden soll das Thema „PflegelehrerInnen und szenisches Spiel“ im Blick auf vorhandene Ressourcen, neue Herausforderungen sowie pflegedidaktische Notwendigkeiten bzw. Begründungen beleuchtet werden.
Pflegewissenschaft Ausgabe 11
vom 01.11.2001
200112 Martina Mayer Lernen an Fällen -eine Möglichkeit zur Förderung der Handlungskompetenz in der Krankenpflegeausbildung
Im Gegensatz zur Pflegeausbildung in Deutschland nimmt die Fallstudie in der schweizerischen Ausbildung als Teil der Abschlussprüfung eine prominente Stellung ein. Mein Ziel war es im Rahmen der Diplomarbeit herauszuarbeiten, was die Methode der Fallstudie zur Förderung pflegerischer Handlungskompetenz beitragen kann. Im ersten Teil der Arbeit findet eine Auseinandersetzung mit dem Begriff der pflegerischen Handlungskompetenz statt. Daraus resultiert dann der zweite Teil der Arbeit: „Das Lernen an Fällen“, d.h. an erlebten Situationen. Es werden verschiedenen Fallstudienkonzeptionen vorgestellt und diskutiert, inwiefern damit in der Grundausbildung pflegerische Handlungskompetenz gefördert werden kann
Pflegewissenschaft Ausgabe 12
vom 01.12.2001
200201 Jochen Schmerfeld Interdisziplinarität
Im Anschluss an eine kurze Übersicht über die wichtigsten Themen der Interdisziplinaritätsdiskussion in Deutschland seit 1960 werde ich die Pflegepädagogik als eine „Interdisziplin“ beschreiben und analysieren, welche Effekte der Kontakt zwischen Pflegewissenschaft und Erziehungswissenschaft hat. Dabei werde ich insbesondere die Dezentrierungs- (Pflegewissenschaft) und Reduktionseffekte (Erziehungswissenschaft)herausstellen. Abschließend werde ich der Frage nachgehen, ob Interdisziplinarität im vorliegenden Fall einen neuen Typ von Wissenschaft hervorbringen kann
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 01.01.2002
200201 Michael Hanspach, Ines Piechotta Zum Einsatz neuer Medien in der Krankenpflegeausbildung
Inhalt dieses Artikels ist die Analyse der zur Zeit verfügbaren CD - ROMs mit bildungsrelevanten Inhalten für den Krankenpflegeunterricht, die zur Unterrichtsvorbereitung und/oder als audiovisuelles Medium zur direkten Unterrichtsgestaltung genutzt werden können
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 01.01.2002
200211 Heinz Brünz, Ina Wehmhörner Fachweiterbildung „Fachkraft für Informations- und Kommunikationstechnologie in der Pflege (FIP)“
Der Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologie (IuK) innerhalb der Pflege hat in den letzten Jahren enorm zugenommen. Berücksichtigung innerhalb der pflegerischen Aus-, Fort- und Weiterbildung hat diese Thematik jedoch zu wenig gefunden. Dieser Mißstand wurde durch die Bildungseinrichtungen des Landesvereins für Innere Mission in der Pfalz e.V. aufgegriffen. Das Ergebnis einer fast dreijährigen europäischen Projektarbeit ist im folgenden zusammengefasst
Pflegewissenschaft Ausgabe 11
vom 01.11.2002
200211 Manuela Raiß Projektierung eines Pflegeinformationssystems
Wenn Pflegekräfte mit dem Begriff Beratung konfrontiert werden, so assoziieren sie häufig die Beratungsleistung, die sie selbst erbringen: Beratung gegenüber Patienten und Angehörigen, Aufklärung über die jeweiligen Gesundheitssituation, deren Entwicklung und Maßnahmen. Diese Beratung findet statt, aus dem Wissen um das pflegerische Grundverständnis und die Arbeit mit dem Patienten/Bewohner. Beratung zur eigenen alltäglichen Arbeit wird häufig mit Schulungs- und Weiterbildungsangeboten verwechselt. Bedingt durch die einschneidenden Veränderungen im Gesundheitswesen gewinnen die Begriffe „Kundenzufriedenheit“, „Personalentwicklung“ und „Management“ zunehmend an Bedeutung. Dies erfordert im gesamten „Unternehmen“ eine neue Qualität der ganzheitlichen, hierarchieunabhängigen und abteilungsübergreifenden Betrachtung. Diese komplexe Situation aus der subjektiven Sicht heraus zu erfassen ist nur noch schwer möglich. Unternehmerisches Handeln wird als Erfolgsfaktor im Gesundheitswesen zunehmend relevanter und somit wird auch der Ruf nach professioneller Beratungsleistung lauter. Doch über welche grundlegenden Fähigkeiten muss ein Pflegeberater verfügen? Welche Konzepte und Fähigkeiten sind für die diversen Fragestellungen der Beratenen vor Ort einzusetzen? Professionelle Beratungsleistung, intuitiv und losgelöst von schematischen Methoden, kann nur der Berater erbringen, der sich dieser Methoden dennoch bewusst ist. Die zur Diskussion gestellte These lautet demnach „Wie ‚pflegespezifisch’ muss Beratung sein“?
Pflegewissenschaft Ausgabe 11
vom 01.11.2002
200211 Agnes van Dyk Kodierung standardisierter Pflegepläne in PIK mittels ICNP
Eine eindeutige Sprache in der Pflege schafft Transparenz und damit nötige Voraussetzungen u.a. für die Pflegeforschung und das Pflegemanagement. Klassifikationssysteme wie das der International Classification of Nursing Practice (ICNP) könnten beispielsweise in rechnergestützte Pflegesoftware, z.B. wie das Pflegeinformations- und Kommunikationssystem (PIK) implementiert werden und dadurch diesem Vorhaben Rechnung tragen. Im Rahmen eines Praxissemesters, Studiengang Pflegewissenschaft, Fachhochschule Osnabrück, hat die Autorin überprüft, inwieweit sich die standardisierten Pflegepläne, die im Rahmen der Entgiftungsbehandlung auf einer psychiatrischen Station am Universitätsklinikum Heidelberg eingesetzt werden, mittels der ICNP codieren lassen. Nach einem besonderen Mappingverfahren (Berekoven, 2002) liegen folgende Ergebnisse in der Codierung vor: Die Codierung von Titel und/oder Definitionen oder auch einer sinngemäßen Definitionswiedergabe gelang zu 76% bezogen auf Pflegephänomene und bei den Pflegehandlungen zu 68%. Bei den restlichen Basiseinträgen war die Codierung mittels der ICNP entweder mangelhaft oder sogar unmöglich, insbesondere bezogen auf Pflegehandlungen. Diese Ergebnisse zeigen deutlich, dass eine Codierung mittels ICNP in Teilbereichen umzusetzen ist, macht aber auch die Schwachstellen der ICNP deutlich. Um für die Pflegeforschung relevante, valide Daten mittels der ICNP zu sammeln, erscheint es der Autorin wichtig, sich hinsichtlich der Deskriptorenauswahl und der Kodierregeln in weiteren Projekten auszutauschen und sie auf ihre Praktikabilität hin zu untersuchen
Pflegewissenschaft Ausgabe 11
vom 01.11.2002
200212 Marcel Remme Kritik konstruktivistischer Ansätze in der Pflegepädagogik
Der Artikel setzt sich kritisch mit der Rezeption des Radikalen Konstruktivismus in der Pflegepädagogik auseinander. Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass der Radikale Konstruktivismus aufgrund seines Menschenbildes und seiner Wissenschaftstheorie als Metatheorie für eine Pflegepädagogik ungeeignet ist. Weiterhin wird in dem Aufsatz herausgearbeitet, dass Konstruktivistische Didaktik kein neues Didaktik-Konzept liefert und theoretische Mängel aufweist
Pflegewissenschaft Ausgabe 12
vom 01.12.2002
200301 Michael J. Huneke Pflegewissenschaften und die Praxis pflegepädagogischer Arbeitsfelder
Die Pflegewissenschaft gilt als wichtigster Bezugspunkt für Pädagoginnen und Pädagogen, die in pflegerischen Handlungsfeldern tätig sind. Im Vortrag soll vom Stand der Pflegewissenschaften in einem sich verändernden gesellschaftlichen Sozialgefüge aus der Bezug zum pflegerischen Praxisfeld Pädagogik im Gesundheitswesen herausgearbeitet werden
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 01.01.2003
200302 Michael Buik, Edit Hegedüs-Hochdorfer, Christiane Ranft, Anke Rudingsdorfer Fremdheit ist überall
Professionelle Pflege muss Grenzen überwinden können! Grenzen im Denken wie im Handeln. Grenzen, die dem Schutz dienen und sich natürlicherweise in fremden Gesellschaften, Kulturen und Religionen ergeben. Pflege darf keine Unterschiede zwischen denen machen, die so denken wie sie selbst und den Andersdenkenden. Pflege mit ihren originären Eigenschaften ist aufgefordert, mit Menschen unterschiedlichster Denkmuster, Wertvorstellungen, Kommunikations-, Verhandlungs- und Führungsstilen zusammenzuarbeiten. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, ist eine Fähigkeit als Pflegender ganz besonders wichtig. Die‚ Interkulturelle Kompetenz1’, eine Fähigkeit, die unabdingbar ist, um eigene und fremde Verhaltensmuster zu erkennen und dadurch situativ angemessen zu reagieren. Aber diese Fähigkeit ist nicht nur im Zusammenhang mit der Begegnung von fremden, ausländischen Kulturen von Bedeutung, sie kann ebenso in der Arbeitswelt, in der Zusammenarbeit von unterschiedlichsten beruflichen Disziplinen, das gegenseitige Verständnis fördern und einen gemeinsamen Prozess konstruktiv vorantreiben. Der Umkehrschluss ist entscheident. Interkulturalität und Interdisziplinarität besitzen, was ihre Ausrichtungen anbelangen, einen sehr ähnlichen bis deckungsgleichen Fokus. Grundvoraussetzungen für beide sind Sensibilität und Selbstvertrauen, das Verständnis für andere Verhaltensweisen und Denkmuster, und ebenso die Fähigkeit, den eigenen Standpunkt transparent zu vermitteln. Das ist natürlich nur dann möglich, wenn jemand versteht, warum die Vertreter einer anderen Kultur (Disziplin) sich so verhalten, wie sie es tun, und gleichzeitig fähig ist, seinem Partner verständlich zu machen, warum er/sie sich so verhält, wie sie/er es tut
Pflegewissenschaft Ausgabe 02
vom 01.02.2003
200303 Jutta Dornheim, Jutta Busch, Ulrike Schulze, Gudrun Silberzahn-Jandt Ein empirisch begründetes Bildungsmodell zur Förderung der kommunikativen Kompetenz in der Pflege
Im folgenden wird ein Modell zur Förderung der kommunikativen Kompetenz in der Pflege vorgestellt. Es ist speziell zum Einsatz im Rahmen der Aus- und Weiterbildung in den Pflegeberufen vorgesehen. Das Modell wurde aus einem Forschungsprojekt heraus entwickelt, das die Carl Gustav Carus Stiftung für psychosomatische Forschung, Zürich, sowie die Robert Bosch Stiftung, Stuttgart, von 1998 bis 2002 förderten und das beim Fach Pflegewissenschaft der Universität Osnabrück durchgeführt wurde
Pflegewissenschaft Ausgabe 03
vom 01.03.2003
200304 Sabine Josat (BScN) Soll-Vorgaben und Ergebnisindikatoren für Pflegequalität in ausgewählten Qualitätsprüfinstrumenten für die stationäre Altenpflege
Dieser Artikel analysiert drei Qualitätsprüfinstrumente der stationären Altenpflege: MDK-Anleitung zur Prüfung der Qualität nach § 80 SGB XI in der stationären Altenpflege (2000), Qualitätsmanagement in Einrichtungen der Langzeitpflege. Ein klientenzentrierter Ansatz aus Kanada, KDAThema 146 (1999), Prüfhilfe zur Durchführung von Qualitätsprüfungen und Prüfungen zur Erteilung von Leistungs- und Qualitätsnachweisen nach der Pflege-Prüfverordnung Erhebungsbogen - Stationär, Anlage zu § 7 Abs. 1 PflegePrüfV (2002). Der Fokus liegt dabei auf den Soll-Vorgaben und Ergebnisindikatoren für Pflegequalität. Untersucht wird, ob die Soll-Vorgaben transparent und nachvollziehbar offen gelegt werden, die Erfüllung der einzelnen Soll-Vorgaben die Bewertung bestimmt und ob eine Gewichtung vorgenommen wird. Außerdem wird die Rolle der Ergebnisindikatoren näher betrachtet
Pflegewissenschaft Ausgabe 04
vom 01.04.2003
200304 Michael Schilder Standardisierte Pflegediagnosen, ein Instrument für die klinische Praxis?
Dieser Artikel geht der Frage nach, ob und auf welche Weise standardisierte Pflegediagnosen am Beispiel der NANDA und der ICNP im Sinne einer prospektiven Handlungsplanung im Rahmen klinisch-praktischer Pflegediagnostik eingesetzt werden können. Zum einen wird die Notwendigkeit standardisierter Pflegediagnosen aus der Betrachtung der Schwierigkeiten papierbasierter Pflegedokumentationen abgeleitet. Zum anderen wird anhand der Diskussion um eine Pflegefachsprache und der Betrachtung professioneller Fallarbeit aufgezeigt, dass eine Phänomenbeschreibung, will sie handlungsanleitenden Charakter haben, nicht ausschließlich standardisiert sein kann. Ansätze einer sinnvollen Standardisierung ergeben sich in einer theoriebasierten Pflegediagnostik, die um die hermeneutische Erschließung einzelfallbezogener Informationen ergänzt werden sollte
Pflegewissenschaft Ausgabe 04
vom 01.04.2003
200304 Michael Knese Entlassungsmanagement – Aufgabenbezogene Vermittlung von Fachwissen und Schlüsselqualifikationen durch die IBF
Der Autor verfolgt mit dem Artikel das Ziel, einen Weg aufzuzeigen, wie die verzahnte, aufgabenbezogene Vermittlung von Fachwissen und Schlüsselqualifikationen durch die Innerbetriebliche Fortbildung (IBF) erfolgen kann. Er orientiert sich dabei an dem von ihm gemeinsam mit der IBF des Klinikums der Philipps-Universität Marburg und Frau Prof. Dr. Margret Müller (Fachhochschule Frankfurt/Main) entwickelten Fortbildungskonzept: Pflegefachkraft für Pflege-Überleitung (PFK-PÜ)
Pflegewissenschaft Ausgabe 04
vom 01.04.2003
200309 Uwe Krämer, Angelika Maier, Marina Schnabel, Andreas Thiel Innerbetriebliche Fortbildung im Krankenhaus – Schlüsselposition oder notwendiges Übel?
Im Rahmen eines fächerübergreifenden Lehrforschung- und Entwicklungsprojektes (LFuEP) von April 2001 bis Januar 2002 an der Katholischen Fachhochschule in Freiburg wurde von 5 StudentInnen des Fachbereiches Pflege zur Situation der Innerbetrieblichen Fortbildung (IBF) in Krankenhäusern geforscht. Untersuchungsgegenstand waren alle Krankenhäuser in Baden-Württemberg mit mehr als 200 Betten, die mittels einer Fragebogenaktion angeschrieben wurden. Diese Befragung wurde mit der Absicht durchgeführt, die Zusammenhänge zwischen Budget, Stellenprofil und pädagogischer Zielsetzung in der IBF aufzuzeigen
Pflegewissenschaft Ausgabe 09
vom 01.09.2003
200310 Michael Buik Mythos "Wilhelm Tell"
Welche Bedeutung spielen heutzutage die klassischen Mythen noch in unserer Gesellschaft und im Speziellen in der modernen Pädagogik der Gegenwart? Spielen sie für unser gegenwärtiges Leben überhaupt eine Rolle? Diesen Fragen und vielen mehr möchte ich am Beispiel eines nationalen Mythos, in der Person von ‚Wilhelm Tell’ auf den Grund gehen. Mit der Person des Wilhelm Tell kann in eindringlicher Art und Weise auf die Wichtigkeit der individuellen Identifikation für und im Lernprozess hingewiesen werden. In dieser Metapher liegen Grundzüge, die verdeutlichen, dass Erwachsenenbildung von Heute eigenverantwortliche Lernende braucht, um den Unterschied zwischen einer traditionellen und zukunftorientierten, berufsbegleitenden Weiterbildung verdeutlichen zu können. Wenn ich in meinen einleitenden Worten explizit von der Situation des Lernenden ausgehe, so spreche ich doch implizit immer auch von der Situation der Lehrenden, denn auch sie sind in ihren Aufgabenbereichen immer gleichzeitig Lernende und damit autonom handelnde Personen
Pflegewissenschaft Ausgabe 10
vom 01.10.2003
200311 Pia Wieteck European Nursing care Pathways (ENP®)
An der Entwicklung einer einheitlich benutzten Sprache in der Pflege wird bereits seit Jahren gearbeitet. So wird seit 1989 das Projekt des Weltbundes der Krankenschwestern und Krankenpfleger (ICN) mit der Entwicklung einer Internationalen Klassifikation für die Pflegepraxis (ICNP®) vorangetrieben (vgl. Nielsen, 2003:23). Auch über andere Klassifikationen in der Pflege wird häufiger gesprochen. Hier sind z.B. die Klassifikationen der Pflegediagnosen (NANDA), der Pflegeinterventionen (NIC) und Pflegeergebnisse (NOC) zu nennen (Van der Bruggen, 2002:45). Aufgrund des hohen Komplexizitätsgrades z.B. der ICNP® und anderen alltagsweltlichen Schwierigkeiten der Nutzung der genannten Klassifikationssysteme liegt es nahe, die vorhandenen Systeme zu analysieren und Entwicklungspotentiale aufzuzeigen bzw. diese umzusetzen
Pflegewissenschaft Ausgabe 11
vom 01.11.2003
200401 Dr. Jürgen Knoppik Möglichkeiten von E-Learning in der Pflege
Wer heute das Stichwort „E-Learning“ in die Suchmaschine „Google“ eingibt – abhängig von der Schreibweise und der Tageszeit der Anfrage – erhält un-gefähr 5 bis 8 Mill. Referenzen. Wie kann man sich angesichts dieser Fülle von Quellen überhaupt informieren? Hinzu kommt, dass das Thema E-Learning wie kein derzeit anderes in der Bildungsbranche polarisiert in E-Learning-Befürworter und -Gegner. Bei den bedingungslosen Befürwortern handelt es sich meistens um „Nicht-Pädagogen“. Es handelt sich um Unternehmen, die ihre E-Learning-Produkte an den Mann bzw. an die Frau in Aus-, Fort- und Weiterbildung bringen wollen/müssen. Hier werden Lösungen versprochen, die für den unbedarften Anwender bisweilen an Zauberei grenzen. Ein PC, eine Software und/oder ein Internetanschluss – Abrakadabra – und schon ist das Lernziel erreicht. Die Rede ist von „Paradigmenwechsel“ und einem neuen „Bildungszeitalter“. Nichts ist unmöglich – die Bildungsrevolution ist in vollem Gange (Jörg Neubauer 2002). Bei den Gegnern handelt es sich meistens um mehr oder weniger ausgewiesene Pädagogen der wohl eher „älteren“ Generation – Heute wird man ja schon mit 35 Jahren dieser Spezies zugeordnet. Jedenfalls handelt es sich hier um solche Pädagogen, die sich besonders durch multimediale Berührungsängste auszeich-nen. Ein Zeigestock wird immer noch als pädagogisch wertvoller angesehen als ein Laser gesteuerter Zeigepfeil. So befürchten sie mit dem Eindringen von E-Learning in den Bildungsbereich die Verdrängung der Pädagogik durch die Technik, ja – schon wieder einmal – den Untergang des Abendlandes. Wie so oft liegt die „Wahrheit“ wohl eher in der Mitte, aber – so könnte man hinzufügen – nicht die meine.
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 01.01.2004
200401 Pius Gruber Einführung von E-Learning in der Ausbildung
E-Learning fördert das selbstgesteuerte Lernen und soll einen didaktischen Mehrwert erzeugen. Gelingt es den Einsatz neuer Lerntechnologien in die vor-handenen Lernszenarien zu integrieren, entsteht eine E-Learning-Konzeption, die es erlaubt E-Learning als evolutionären Prozess überschaubaren Projekten zu realisieren.
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 01.01.2004
200403 Martin Huber Die fehlende diagnostische Kompetenz in der Pflege
Können Altenpflegekräfte die Pflegebedürftigkeit kompetent einschätzen? Verstehen Pflegekräfte das gleiche unter Pflegebedürftigkeit, wie ältere Menschen, welche pflegebedürftig sind? Was hat das nun mit Professionalität zu tun? Die umfassende Einschätzung des Grades der Pflegebedürftigkeit ist eine wichtige Grundvoraussetzung, um im Rahmen des Pflegeprozesses Ziele und Pflegemaßnahmen ableiten und einer späteren Evaluation unterziehen zu können.
Pflegewissenschaft Ausgabe 03
vom 01.03.2004
201502 Prof. Dr. Michael Bossle Die Zukunftsorientierung der deutschen Pflege- wissenschaft an der Schnittstelle von Alter(n) und Pflege. Ein Plädoyer zur Konturierung pflegewissenschaftlicher Identität
Die deutsche Pflegewissenschaft an der Schnittstelle von Alter(n) und Pflege richtet sich in Ihrer Zukunftsorientierung besonders an den tiefgreifenden Phänomenen des ökonomischen und epidemiologischen Wandels aus. Vor dem Hintergrund retrospektiver Prognosen aus Expertengutachten wurden vier deutschsprachige wissenschaftliche Journals mit dem Ergebnis analysiert, dass in den Jahren 1999-2008 thematisch vor allen Dingen die Zunahme der Hochaltrigkeit, die zunehmende Pflegebedürftigkeit, die Handhabbarkeit des Pflegebedarfs, der Wandel im Erkrankungsspektrum, der medizinische und medizinisch-technische Wandel sowie die Qualitäts- und Qualitätssicherungsdebatte fokussiert wurden. Thematische Dimensionen wie der Rückgang der Geburtenraten, ein damit zusammenhängender Gesamtbevölkerungsschwund, Themen wie primäre Prävention oder Hin- tergründe der Kostenzunahme im deutschen Gesundheitssystem verbunden mit verschiedenen Interessenslagen, die im Zusam- menhang mit Fortschritt und Kosten stehen, gerieten im Untersuchungszeitraum nicht in den Blick. In einer interdisziplinären Gruppendiskussion mit Experten zu den Ergebnissen wurde besonders das Spannungsfeld von Disziplinarität und Interdiszip- linarität durchleuchtet. Als eine Begründung für mangelnde Disziplinarität wurde angeführt, dass die deutsche Pflegewissen- schaft besonders in den Bereichen theoriebildender Forschung in den letzten beiden Dekaden – von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen - eine Leerstelle zeigt. Die Forschungsbemühungen führten die deutsche Pflegewissenschaft sehr schnell in interdisiplinäres Terrain, ohne dass ihre disziplinären Grenzen annähernd geklärt waren, was wiederum auch an der Akademisierung der Pflege in dem für Grundlagenforschung nur unzulänglich ausgestatteten Feld der Fachhochschulen lag. Eine intensive Konturierung des Gegenstandes, Erkenntnisinteresses sowie der Theoriebildung in der deutschen Pflegewissenschaft an besagter Schnittstelle scheint gegenwärtig und zukünftig dringend angezeigt, um der Pflegewissenschaft stärkere disziplinäre Identität zu verleihen.
Pflegewissenschaft Ausgabe 02
vom 01.02.2015
200409 Ingrid Darmann Problemorientiertes Lernen – Transfer durch die Erweiterung von Situationsdeutungen
Das problemorientierte Lernen (POL) stellt grundsätzlich ein vielversprechendes Lehr-/Lernkonzept zur Förderung transferfähigen Wissens und Könnens dar. Die Schüler erarbeiten sich anhand von Fällen, die komplexe pfl egeberufl iche Problemsituationen1 beinhalten, und mit einer vorgegebenen methodischen Struktur („Siebenschritt“) selbst gesteuert das zum Verständnis oder zur Lösung des Falles notwendige Wissen. Der „situierte“ Erwerb von Wissen, also die Verknüpfung des zu erwerbenden Wissens mit Situationen aus der Berufswirklichkeit, soll den Transfer theoretischen Wissens in die Praxis befördern (vgl. Mandl/Gruber/Renkl 1993; Reetz 1996). POL ist aber nicht gleich POL, vielmehr lassen sich unterschiedliche Ausrichtungen unterscheiden, die jeweils spezifi sche Ausbildungsziele verfolgen. In diesem Artikel wird ein POL-Ansatz vorgestellt und begründet, mit dem insbesondere der Erwerb von Deutungswissen und die Förderung hermeneutischen Fallverstehens angeregt werden soll.
Pflegewissenschaft Ausgabe 09
vom 01.09.2004
200409 Michael Fischer, Thomas R. Neubert Vom nationalen Expertenstandard „Dekubitusprophylaxe in der Pflege“ zu der internen Leitlinie „Dekubitus“
Mit dem Expertenstandard „Dekubitusprophylaxe in der Pflege“ wurde in Deutschland der erste nationale Pflegestandard von einem Expertengremium erarbeitet, konsentiert, pilotiert und im Jahr 2002 publiziert. Die Implementierung des nationalen Standards im Klinikum der Philipps-Universität Marburg erfolgte durch eine interdisziplinär besetzte Arbeitsgruppe von Pflegenden, die einen klinikinternen Pflegestandard „Dekubitusprophylaxe“ auf Grundlage des nationalen Expertenstandards erarbeitet und Schulungsmaßnahmen durchgeführt hat. Die Einführung der Diagnosis Related Groups (DRG) machten eine Optimierung der Versorgungsprozesse im Krankenhaus notwendig. Es entstanden (und entstehen) so immer mehr Behandlungspfade. Diese werden an unserem Klinikum in der Regel als klinische Algorithmen dargestellt. Diese Darstellung erleichtert die Implementierung der Behandlungspfade in ein Krankenhausinformationssystem und hilft Optimierungspotentiale zu entdecken. Zur Verknüpfung dieser Behandlungspfade mit Leitlinien und Pflegestandards lag es daher nahe, diese auch als klinische Algorithmen darzustellen. Bei der Umsetzung des Pflegestandards „Dekubitusprophylaxe“ in einen klinischen Algorithmus wurde schnell klar, dass eine zusätzliche Einbindung der verschiedenen Standards, Leitlinien und Leitfäden im Zusammenhang mit dem Assessment, der Prophylaxe, der Therapie und der Dokumentation des Dekubitus eine ideale Grundlage für die Entwicklung einer workflowunterstützenden elektronischen Dekubitusdokumentation ist. Der automatisierte Abgleich der Daten aus der Pflegedokumentation mit der externen vergleichenden Qualitätssicherung (Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung – BQS), die Erfassung relevanter Nebendiagnosen und die Unterstützung der Pflegeforschung sind dabei gewünschte Nebeneffekte.
Pflegewissenschaft Ausgabe 09
vom 01.09.2004
200410 Harry Plewa, Michael Schmidt, Rüdiger Rupp Kreislaufeffekte der Frühmobilisationstherapie mit dem Reha-Stepper bei hoch Querschnittgelähmten
Nach der unmittelbaren Akutversorgung ist die möglichst rasche Rollstuhlmobilisation bei Querschnittgelähmten eines der zentralen Therapieziele. Eine sofortige Mobilisierung ist speziell bei hoch gelähmten Tetraplegikern infolge eines instabilen Kreislaufsystems besonders problematisch. Um bereits in der Frühphase der Rehabilitation eine effektives Kreislauftraining durchführen zu können, wurde von unserem Forschungslabor in Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik Balgrist in Zürich ein dynamisches Stehbrett, der so genannte „Reha-Stepper“ unter Berücksichtigung neuester neurophysiologischer Erkenntnisse entwickelt. Diese Maschine ermöglicht eine physiologische Gangbewegung unter stufenloser Aufrichtung. Um die Therapiewirkung im Hinblick auf die Stabilisierung des kardiopulmonalen Systems und damit einer früheren Mobilisation nachzuweisen, wurde mit der Durchführung einer kontrollierten, prospektiven Studie begonnen.
Pflegewissenschaft Ausgabe 10
vom 01.10.2004
200412 Ulrike Greb Lernfelder fachdidaktisch interpretieren
Mit der neuen Ausbildung- und Prüfungsverordnung für die Gesundheits- und Krankenpflege stehen auch neue curriculare Anforderungen im Zentrum der pflegedidaktischen Diskussion. Den Bayerischen Berufsfachschulen werden in Kürze lernfeldgestützte Rahmenlehrpläne vorgegeben, aus denen die Lehrenden vor Ort berufsbezogene Teilcurricula entwickeln. Der folgende Beitrag erörtert die fachdidaktische Interpretation von Lernfeldern in Form einer Kategorialanalyse als ersten Schritt dieser Curriculumentwicklung.
Pflegewissenschaft Ausgabe 12
vom 01.12.2004
200501 Prof. Dr. Uta Oelke, Katrin Maier Pflegeausbildung und Pflegestudium kombinieren - Ein neuer dualer Studiengang mit dem Abschluss „Bachelor of Arts (Nursing)“
Im Mittelpunkt dieses Artikels steht ein bundesweit bislang einmaliges Studiengangsprojekt, dessen Konzept zunächst vorgestellt und anschließend um erste Befragungsergebnisse ergänzt werden soll. Zum Sommersemester 2004 begannen 26 Alten-, Kranken- und KinderkrankenpflegeschülerInnen neben ihrer regulären Ausbildung mit dem ersten Studienabschnitt eines Bachelor-Studiengangs, den die Evangelische Fachhochschule Hannover (EFH) in Kooperation mit neun Pflegeschulen anbietet. Seinen inhaltlichen Schwerpunkt hat der Studiengang im Bereich „Patientenberatung und Versorgungskoordination“. Das bildungspolitisch Besondere an ihm ist, dass die Studierenden innerhalb von nur fünf Jahren zwei berufsqualifizierende Abschlüsse erwerben: den Abschluss als staatlich examinierte Pflegekraft und den internationalen akademischen Grad eines „Bachelor of Arts (Nursing)“. Unterstützt und finanziell gefördert wird das Studienmodell durch das Norddeutsche Zentrum zur Weiterentwicklung der Pflege.
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 01.01.2005
200501 Franziska Fichtmüller, Anja Walter Aufmerksam-Sein lernen. eine Kernkategorie in der Beschreibung der Wirkungszusammenhänge des Lehrens und Lernens in den Pflegeausbildungen
Seit 2002 forschen wir in Kranken- und Kinderkrankenpfl egeschulen, pflegepraktischen Lernorten und Lernwerkstätten zu den Wirkungszusammenhängen von Lehren und Lernen in den Pflegeausbildungen. Im Rahmen eines qualitativen Forschungsdesigns werden Lehrende, Lernende, Praxisanleiterinnen und Mentorinnen in Schulen und Praxisfeldern der Kranken- und Kinderkrankenpfl ge zum Thema befragt und beobachtet. Methodologisch fußt unsere Forschung auf der Grounded Theory. Mit dieser Forschung möchten wir zur Verbreiterung der empirischen Wissensbasis beitragen. In diesem Artikel geht es uns um die Darstellung des derzeitigen Standes der Arbeit an einer der Kernkategorien, Aufmerksam- Sein lernen.
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 01.01.2005
200502 Thomas Albiez Professionelle Pflege und Fachexpertise am Beispiel Pflegediagnostik
Ausgehend von der Fragestellung nach dem Verständnis von Professionalität und der Fachexpertise zur Gestaltung des professionellen Pflegediagnostikprozesses befasst sich dieser Beitrag zunächst mit der Professionstheorie. Dabei wird deutlich, dass professionelle Pflege nicht alleine auf den Aspekten der klassischen Professionstheorie beruht. Gleichbedeutend sind hermeneutisches Fallverstehen und wissenschaftliche Systematisierung der Pflegeinterventionen. Um professionelles Handeln innerhalb des pflegediagnostischen Prozesses zu ermöglichen, müssen Pflegende ihre Professionalität deutlich machen. Einerseits im Sinne der Professionstheorie, andererseits in ihrer Rollenklärung und Fachexpertise. Diese Rollenklärung muss bereits in der Ausbildung von Pflegefachfrauen und Pflegefachmännern beginnen und im Sinne eines fortlaufenden Prozesses während der Ausbildung und darüber hinaus regelmäßig reflektiert werden.
Pflegewissenschaft Ausgabe 02
vom 01.02.2005
200502 Michael Bossle, Hans-Jürgen Feix-Pielot Lernortkooperation konkret – aus vielen Ideen eine gemeinsame Kraft
Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit der Darstellung von Lernortkooperation innerhalb einer exemplarischen Schilderung von handlungsorientiertem Unterricht. Im Rahmen eines Projekttages an der Krankenpflegeschule des Bezirks Oberpfalz in Regensburg entstand die Möglichkeit die Thematik Kooperation mit Hilfe kreativer Methoden genauer zu durchleuchten – sowohl für die Lernenden, als auch für die begleitenden Lehrpersonen. Die Sternfahrt 2003 leistete somit einen kreativen Beitrag zum Theorie-Praxis-Transfer in der Pflegeausbildung. Mit Hilfe der pädagogischen Haltung der Themenzentrierten Interaktion nach Cohn, des Korrespondenz-Modells nach H. Petzold und eines Kooperationsverständnisses nach Pätzold entwerfen die Autoren ein Modell, das die verschiedenen Ebenen der Kooperation und deren Interdependenzen darstellen soll.
Pflegewissenschaft Ausgabe 02
vom 01.02.2005
200503 Michael Prinz, Annita Budzanowski, Stefan Stremitzer, Thomas Hölzenbein, Thomas Wild Objektive Wundbeurteilung und Wunddokumentation mit WHAT
In Zeiten zunehmender Technisierung der Medizin wird die Bedeutung der Wundbehandlung und Wunddiagnostik sträflich vernachlässigt. Diverse Analysen der aktuellen Situation in der Wundbehandlung zeigen Missstände auf. So ist jeder zehnte Patient von einer Wundinfektion betroffen, für dessen Diagnose keine ausreichende technische Unterstützung zur Verfügung steht. Das menschliche Auge ist wiederum nicht in der Lage, den Zustand von Wunden objektiv einzuschätzen. Aus diesen Gründen wurde das Wundanalyseprogramm WHAT entwickelt, das anhand digitaler Wundbilder die Wundgröße und die Anteile der drei Wundgewebearten Granulationsgewebe, Fibrin und Nekrose exakt bestimmt.
Pflegewissenschaft Ausgabe 03
vom 01.03.2005
200504 Thomas Alpers Gestaltung von Abschluss und Abschied als Leitungsaufgabe
In diesem Beitrag geht es um die Frage, wie Abschlussphasen von Veranstaltungen gestaltet werden sollten. Die Gestaltung des Abschlusses und das persönliche Abschiednehmen sind originäre Leitungsaufgaben. Aus diesem Bewusstsein ergibt sich die Notwendigkeit zu einem sinnvollen Abschluss statt eines Abbruches. Die bewusste Gestaltung der Abschlussphase ist keine einfache Angelegenheit und bedeutet für die Leitung eine Herausforderung. Denn wie sagt Geißler1 so treffend: „Aufhören kann jeder, Schluss machen nicht“. In der gängigen Leitungsliteratur finden sich allerdings kaum Hinweise für eine sinnhafte Abschlussgestaltung. Die Leitung muss sich darüber im Klaren sein, dass Sie in der Schlusssituation im Rampenlicht steht. Darauf muss sie sich innerlich einstellen und inhaltlich gewappnet sein, „...doch erleben Gruppenleiterinnen gerade hier oft schmerzlich die Einsamkeit der Leitungsrolle."
Pflegewissenschaft Ausgabe 04
vom 01.04.2005
200507 Michael Schulz, Johann Behrens Die Entwicklung gemeindenaher psychiatrischer Pflege in Großbritannien
Bereits 1954 wurde in Großbritannien im Zuge der Deinstitutionalisierung und einer daraus sich entwickelnden gemeindenahen Versorgung von Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen damit begonnen, psychiatrische Pflege im direkten Umfeld der Patienten einzusetzen und zu entwickeln. Demgegenüber fehlt ein entsprechendes Angebot in Deutschland bis heute weitgehend. Community Psychiatric and Mental Health Nurses (CPNs) haben seither einen wesentlichen Anteil an der Versorgung psychisch kranker Menschen in der Gemeinde und führen im Vergleich zu Deutschland relativ spezialisierte Tätigkeiten durch. Die Entwicklung verlief – bei erkennbaren positiven Wirkungen für psychisch Kranke – nicht ohne Abbrüche und Überforderungen. Im Rahmen der Literaturanalyse wird deutlich, dass sich die Tätigkeitsfelder im Laufe der Zeit verändert haben. Der Beitrag gibt einen Einblick in einen pflegerischen Teilaspekt eines europäischen Nachbarlandes, indem er auf Entwicklungsschritte, Tätigkeitsprofile und Ausbildungsinhalte eingeht und so Entwicklungsschritte von Pflege deutlich macht, die es so in Deutschland trotz namensgleichheit und vergleichbarer historischer Anknüpfungspunkte nicht gegeben hat. Abschließend werden Ähnlichkeiten und Unterschiede diskutiert, sowie Implikationen für die Pflege für Deutschland erwogen.
Pflegewissenschaft Ausgabe 07
vom 01.07.2005
200507 Maria Magdalena Schreier Positionspapier zur Grundsatz- stellungnahme „Ernährung und Flüssigkeitsversorgung älterer Menschen“
Dem weithin diskutierten Problem der Mangelernährung bei alten und pflegebedürftigen Menschen, vor allem in der stationären Altenpflege, widmet sich eine Arbeitsgruppe des MDS mit einer Grundsatzstellungnahme ‚Ernährung und Flüssigkeitsversorgung älterer Menschen’, Abschlussbericht Projektgruppe P 39, des Medizinischen Dienstes der Spitzenverbände der Krankenkassen (MDS), Juli 20031. Diese Grundsatzstellungnahme kann zu einer Schärfung des Problembewusstseins für Mangelernährung und Risiken für Ernährungsdefizite alter Menschen bei Mitarbeitern in den Pflegeeinrichtungen hervorragend beitragen. Allerdings erfordern einige Empfehlungen nach Auffassung der Nationalen Pflegeassessmentgruppe Deutschland eine differenziertere Betrachtungsweise.
Pflegewissenschaft Ausgabe 07
vom 01.07.2005
200512 Claudia Wächter, Gerhard M. Käser Lerntagebuch – zu „einer Reise seiner Bildung“
Die Vernetzung von individuellen praktischen Erlebensprozessen mit theoretischen Konstrukten stellt im Bereich der Pädagogik eine besondere Herausforderung dar. Ein begleitendes Medium, das Lerntagebuch, ermöglicht dem Lernenden seine persönlichen Erlebnisse zu dokumentieren und diese im anschließenden Bericht zu bearbeiten. Die Anforderungen dieses Berichtes werden mit zunehmendem Ausbildungsverlauf komplexer und umfangreicher. Das hier vorgestellte Konzept ermöglicht es, Schlüsselkompetenzen individuell und unter konstruktivistischer Bezugsnahme aufzuarbeiten. Außerdem ist das persönliche Lerntagebuch als Lerndokumentation und als Grundlage einer gesteuerten und damit strukturierten Reflexion, während der Ausbildung bedeutend. Parallel hierzu können curriculare Kriterien (Lernfeld) eingestreut werden. Insgesamt steht dieses Konstrukt nicht ausschließlich für die schulische Realität, sondern kann in jedem beruflichen Lehr- und Lernkontext Verwendung finde
Pflegewissenschaft Ausgabe 12
vom 01.12.2005
200512 Klaus Müller Lernaufgaben – Wissenstransfer und Reflexion in realen Berufssituationen
Berufliches Lernen im Sinne des Erwerbs wissensbasierter Problemlösungsfähigkeit ist um so erfolgreicher und nachhaltiger, je stärker die Fähigkeiten und Fertigkeiten direkt in der Berufswirklichkeit erworben werden. Von entscheidender Bedeutung dabei ist, dass das für die Problemlösung notwendige Wissen in der Handlungssituation abgefordert und so mit ihr verknüpft wird. Weiterhin muss der Handlungsprozess reflektiert und für die eigene Person bewertet werden. Lernaufgaben bieten eine geeignete Möglichkeit, Wissensanwendung und Reflexion direkt im beruflichen Handeln zu verankern, indem sie konkrete berufliche Handlungen zum Inhalt haben und mit Leitfragen die Reflexion stimulieren.
Pflegewissenschaft Ausgabe 12
vom 01.12.2005
200512 Michael Bossle, Bartosch Nowak Eine Sache von uns allen! - Eine Schülergruppe erarbeitet Erwartungen an professionellen Unterricht – ein Werkstattbericht
Im Rahmen des Pflegepädagogikkongresses Lernwelten 2005 in Regensburg erarbeitete sich eine Schülerarbeitsgruppe dreier Regensburger Krankenpflegeschulen ihre Erwartungen an professionellen Unterricht. Bereits im Vorfeld des Kongresses traf man sich viermal, um die erarbeiteten Anforderungen in eine abwechslungsreiche Präsentation zu verpacken. Die Erwartungen an professionellen Unterricht wurden in zehn Thesen zusammengefasst, die in so genannten Speakers Corners von den Teilnehmern des Kongresses diskutiert wurden. Herausragende Wünsche der Lernenden waren der praxisorientierte Unterricht, einheitliche Regeln bei Pflegebegleitungen, sowie die bessere Verzahnung theoretischer und praktischer Inhalte.
Pflegewissenschaft Ausgabe 12
vom 01.12.2005
200601 Angelika Unger, Sandra Altmeppen, Manuela Bergjan Was verbindet die Pflege mit den therapeutischen Berufen?
Der Artikel präsentiert ausgewählte wissenschaftliche Ergebnisse, die im Rahmen einer Diplomarbeit am Institut für Medizin- und Pflegepädagogik und Pflegewissenschaft der Charité – Universitätsmedizin Berlin entstanden sind (vgl. Altmeppen/Unger 2004).
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 01.01.2006
200603 Stefan Köberich, Michael Bossle, Mellita Meier, Judith Lipp Beratung im Gesundheitswesen – Chance für die Pflege?
Beratung im Gesundheitswesen wird vor dem Hintergrund der gesundheitsökonomischen Veränderungen zunehmend an Bedeutung gewinnen. Die Frage, welchen Stellenwert Gesundheits- und Krankenpflegekräfte im Feld der Beratung einnehmen können, ist dabei bisher nur wenig erforscht worden. Im Rahmen eines Forschungsprojekte der Katholischen Fachhochschule Freiburg i.Br. – Fachbereich Pflege wurde dieser Frage nachgegangen. Es stellte sich heraus, dass Pflegekräfte durchaus ihren eigenen Platz als Berater im Gesundheitswesen vor allem in den Bereichen von Prävention und Gesundheitsförderung finden können. Hierzu bedarf es jedoch einer fundierten Weiterbildung, die auf den Ausbau verschiedener Kompetenzen und Fähigkeiten fokussiert sein sollte.
Pflegewissenschaft Ausgabe 03
vom 01.03.2006
200603 Stephan Bögershausen, Klaus Haagen, Olaf Lehmkuhl, Roger Lucas, Joachim Kuhl, Michael Rüpp, Dorothea Sauter, Sabine Schiel, Sabine Stahlmann, Anja Thormann Die Komplexität psychiatrischer Pflege auf einem 17 Zoll Bildschirm
Bei dem vorliegenden Artikel handelt es sich um einen Projektbericht über die Entwicklung von Textbausteinen und die Gestaltung einer Ordnungsstruktur für die Einführung der elektronischen Pflegedokumentation in 17 psychiatrischen Kliniken des Landschaftsverbands Westfalen Lippe. Das Ziel des Projektes besteht darin, dass in naher Zukunft alle Pflegenden in den 17 Kliniken mit einheitlichen Textbausteinen und mit der gleichen Ordnungsstruktur ihre pflegerische Arbeit dokumentieren. Diesem Ziel lag die Herausforderung zugrunde, unterschiedliche Praxisfelder in der psychiatrischen Pflege sowie Erfahrungen und Traditionen in der Pflegedokumentation miteinander zu verknüpfen.
Pflegewissenschaft Ausgabe 03
vom 01.03.2006
200603 Franco Mantovan Die Lebensqualität bei Stoma- patienten ein Jahr nach dem chirurgischen Eingriff
Es wurde eine deskriptiv-explorative Studie durchgeführt, um die Lebensqualität von Stomapatienten ein Jahr nach dem chirurgischen Eingriff zu untersuchen. Insgesamt wurden 45 Stomapatienten in den Stomaambulanzen von Bozen und Meran (Südtirol) und in der urologischen Abteilung von Padua (Italien) befragt. Die verwendete Methode ist ein Fragebogen der aus 40 Fragen besteht.
Pflegewissenschaft Ausgabe 03
vom 01.03.2006
200604 Ulrike Böhnke, Katharina Straß Die Bedeutung der kritisch- rekonstruktiven Fallarbeit in der LehrerInnenbildung
Ausgangspunkt des vorliegenden Beitrags stellt das professionelle Handeln dar, das in den nachfolgenden Ausführungen bewusst in Hinblick auf professionelles pflegepädagogisches Handeln als Ziel des Lehramtsstudiums mit der beruflichen Fachrichtung Pflegewissenschaft und auf professionelles Pflegehandeln als Ziel der Pflegebildung entfaltet wird. Es werden zentrale konstitutive Merkmale professionellen Pflege- und Lehrerhandelns dargestellt und die Anbahnung von Reflexions- und hermeneutischer Kompetenz des Fallverstehens als elementare Voraussetzung professionellen Handelns postuliert. Diese Kompetenzen lassen sich aus Sicht der Autorinnen durch die kritisch-rekonstruktive Fallarbeit entwickeln. Der methodische Fokus der Erläuterungen ist auf die LehrerInnenbildung im Berufsfeld Pflege ausgerichtet. Die Autorinnen stellen verschiedene Möglichkeiten kritisch-rekonstruktiver Fallarbeit vor und greifen auf ihre Erfahrungen einer gemeinsamen Seminararbeit an der Universität Bremen1 und die Workshoparbeit bei Lernwelten 20052 zurück. In einem Ausblick gilt es die Relevanz der kritisch-rekonstruktiven Fallarbeit für die LehrerInnenbildung im Berufsfeld Pflege anhand erster empirischer Erkenntnisse zu diskutieren.
Pflegewissenschaft Ausgabe 04
vom 01.04.2006
200605 Doris Eberhardt Theaterpädagogik – Ein Weg zu kompetenten Pflegenden
Der vorliegende Artikel möchte eine neue Lernform in die pflegedidaktische Diskussion einbringen, deren Bildungsmöglichkeiten vorwiegend im sozialen, kommunikativen und persönlichkeitsbezogenen Bereich liegen: die Theaterpädagogik. Diese relativ junge Disziplin nutzt das Medium Theater, um verschiedene Lern- und Erfahrungsprozesse zu initiieren. Dabei geht es nicht um Faktenwissen, sondern um lebendige Lernprozesse, die zum einen durch die individuelle Auseinandersetzung mit dem Thema und zum anderen durch das gemeinsame Erleben innerhalb konstruktiver Gruppenprozesse geschehen. Theaterpädagogik erhebt den Anspruch, die künstlerische und pädagogische Dimension von Theaterarbeit gleichermaßen einzubeziehen. Auf diese Weise soll die Bereitschaft der Lernenden geweckt werden, sich mit einer Thematik mehr auf physisch-emotionaler statt primär auf intellektueller Ebene auseinander zu setzen. Dieses Vorgehen kann zugleich Schutzzone und Ausgangspunkt sein für die kreative Bearbeitung und Diskussion persönlich oder beruflich bedeutsamer Aspekte.
Pflegewissenschaft Ausgabe 05
vom 01.05.2006
200605 Michael Schulz Europäisches Projekt zur Förderung von Ausbildung und der Anerkennung von Pflegeberufen
Eine verbesserte Mobilität von Arbeitskräften innerhalb der EU-Mitgliedsstaaten gilt als eine effektive Maßnahme um den Mangel bzw. den Überschuss an qualifizierten Pflegenden in den jeweiligen Mitgliedsstaaten auszugleichen. Allerdings sind Unterschiede im Hinblick auf Kompetenzen, Kultur, Fähigkeitsstufen und Aspekten der praktischen Arbeit von professionell Pflegenden innerhalb der EU nur unzureichend dokumentiert. Dies liegt vor allem daran, dass eine handhabbare Methode, welche einen solchen länderübergreifenden Vergleich ermöglicht, bisher fehlte. Das Europäische Netzwerk zur Förderung von Ausbildung und der Anerkennung von Pflegeberufen (EHTAN) hat sich als Ziel die Entwicklung einer Assessment- und Evaluationsmethode gesetzt, welche die Erfassung von Kompetenzen und Fähigkeiten im Rahmen einer Matrix ermöglicht. Vor diesem Hintergrund und unter Berücksichtigung der vorhandenen Erkenntnisse aus der Literatur im Hinblick auf die Definition und Erhebung von Pflegekompetenz, wurden zwei Versionen eines Selbsteinschätzungsinstrumentes entwickelt. Die endgültige Kompetenzmatrix soll zur transnationalen Nutzung übersetzt und verbreitet werden und es bleibt zu hoffen, dass dies auf EU-Ebene aber auch auf nationaler Ebene die politischen Entscheidungen im Hinblick auf Bildungsinhalte von Pflegenden dahingehend beeinflusst, dass die Mobilität von Pflegenden erleichtert wird und eine EU weite Anerkennung der Qualifikationen im Pflegebereich erreicht werden kann.
Pflegewissenschaft Ausgabe 05
vom 01.05.2006
200606 Mechthild v. Busse Was der Parkinson mit einem macht Das Erleben der Parkinson-Krankheit und die Bedeutung für die Pflege
Die Parkinson-Krankheit ist eine neurologische Erkrankung des überwiegend höheren Lebensalters. Ihre Ätiologie ist nach wie vor unklar. Bei fortgeschrittener Erkrankung treten zahlreiche Symptome auf, welche die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. In Deutschland gibt es bislang kaum Fachliteratur zur Pflege von Parkinson-Betroffenen. Auch in anderen Fachrichtungen sind bislang nur wenige Studien zum Krankheitserleben veröffentlicht. In sieben narrativen Interviews berichteten Betroffene über ihr Leben mit der Parkinson-Krankheit. Mittels zusammenfassender qualitativer Inhaltsanalyse konnten die zentralen Themen „den Fortgang der Krankheit spüren“, „sich unverstanden fühlen“ und „mit der Krankheit fertig werden“ ausfindig gemacht werden. Das vierte zentrale Thema „im Ungewissen sein“ ließ sich vor dem Hintergrund der beiden erstgenannten Themen entwickeln und bildet einen Kontrapunkt zum Thema „mit der Krankheit fertig werden“. Es tritt in Abhängigkeit vom Befinden der Betroffenen in unterschiedlicher Intensität in Erscheinung. Die Ergebnisse zeigen, dass sich Pflegende zum einen das Erleben der Betroffenen und ihre Lebensumstände, zum anderen ihre eigene Haltung gegenüber den Betroffenen bewusst machen müssen, um eine individuelle Pflege zu ermöglichen. Darüber hinaus sind Zeit und Ruhe wichtige Ressourcen für die Betroffenen, die genutzt werden müssen, um aktivierende Pflege sicherstellen zu können.
Pflegewissenschaft Ausgabe 06
vom 01.06.2006
200611 Birgit Bielefeldt, Mechthild Noska Evaluation von Pflegecurricula – Ein Instrument zur vergleichenden Beschreibung und Bewertung anhand von Curriculumdokumenten
Pflegecurricula steuern nicht nur die Zeit der Ausbildung im Pflegeberuf, sie haben auch darüber hinaus berufsprägenden Einfluss. Ihre Entwicklung und Nutzung sollte daher nicht unüberprüft erfolgen. In diesem Beitrag werden Auszüge eines Evaluationsinstrumentes zur vergleichenden Beschreibung und Bewertung von Pflegecurricula anhand von Curriculumdokumenten vorgestellt und seine maßgeblichen Entwicklungsschritte dargelegt. Dabei soll insbesondere verdeutlicht werden, wie die Evaluationskriterien gewonnen wurden und wie sie sich für ein Pflegecurriculum, bei dem die Aspekte »berufliches Curriculum« und »Pflege« zu berücksichtigen sind, legitimieren. Implizit wird darüber auch aufgezeigt, wie ein der aktuellen Berufswirklichkeit angemessenes Pflegecurriculum aussehen kann. Somit kann das Instrument über seine Evaluationsabsicht hinaus von Pflegeschulen auch als Leitfaden für eigenes curriculares Arbeiten genutzt werden, was mit der Gesetzesnovellierung 2004 einmal mehr notwendig geworden ist.
Pflegewissenschaft Ausgabe 11
vom 01.11.2006
200702 Manfred Borutta Von der lernenden zur kompetenten Organisation.Wissensmanagement in Pflegeeinrichtungen aus systemtheoretischer Perspektive
Pflegeeinrichtungen können nur selbst lernen; aber sie lernen nicht immer von selbst. Die Kompetenzentwicklung der Pflegeorganisation wie die ihrer Mitarbeiter bleibt nicht selten dem Zufall überlassen. Interventionen auf der Basis des Wissensmanagements setzen deshalb stets Reflexions- und Differenzierungsbereitschaft der intervenierten, und mehr noch der intervenierenden Systeme voraus. Entscheidungsträger in Pflegeeinrichtungen unterscheiden bei der Frage der Fort- und Weiterbildung und der Einführung neuer Methoden im Alltag selten zwischen Daten (als codierte Beobachtungen), Information (als aus relevanten Daten generierte Form) und Wissen (als in Erfahrung eingebettete und transferierte Information). Intervenierende Systeme (Berater, Projektleiter etc.) überschätzen häufig ihre Interventionsmöglichkeiten, indem sie eine lineare Verbindung zwischen gesetzter Intervention und Wirkung konstruieren, die sich in der organisationalen Wirklichkeit in dieser Reinkultur nicht wieder findet. Eine systemspezifische Interventionswirkung kann nur vom intervenierten System (der Pflegeeinrichtung) selbst generiert werden – nicht jedoch von intervenierenden Systemen (den Beratern, Projektleitern). Die Frage, ob Pflegeeinrichtungen als operativ geschlossene Systeme überhaupt bereit und fähig sind, sich – im Wege des Wissensmanagement – irritieren zu lassen, sollte deshalb an den Anfang aller Wissensmanagementabsichten gestellt werden. In diesem Beitrag soll es darum gehen, zu klären, in wieweit Pflegeeinrichtungen ihre Kompetenzerfordernisse überhaupt selber erkennen, benennen und kompensieren können und welche Chancen Interventionen von innen und von außen dabei überhaupt haben können.
Pflegewissenschaft Ausgabe 02
vom 01.02.2007
200702 Pia Wieteck et al. Übereinstimmung von Interventionsdokumentationen mit tatsächlich durchgeführten pflegerischen Leistungen
In Europa findet momentan eine große Rationalisierungsdiskussion bezüglich der Gesundheitssysteme statt. Sich wandelnde Finanzierungsformen führen zu steigenden Fallzahlen, dem gegenüber steht eine Reduzierung der Krankenhausverweildauer. Eine steigende Lebenserwartung, die Chronifizierung von Krankheiten und die demographische Bevölkerungsentwicklung sind weitere Herausforderungen an die Berufsgruppen im Gesundheitswesen. Ökonomisch gesehen ist die Pflege ein großer Wirtschaftsfaktor für den Krankenhaussektor. Die Personalkosten stellen mit ca. 66% einen großen Anteil der Krankenhausgesamtkosten dar. 40% dieser Personalkosten entstehen durch das Pflegepersonal. Die Leistungen, die die Berufsgruppe der Pflegenden erbringen, bleiben aber zu großen Teilen unsichtbar und somit gezielten Auswertungen verschlossen. Daraus ergeben sich die Notwendigkeit der Darstellung von pflegerischen Leistungen und der Ergebnisqualität sowie die Forderung nach wissenschaftlich abgesicherten Pflegeinterventionen. Es werden Daten benötigt, um Personalberechnung, Kostenkalkulationen, Qualitäts-, Aufwands- und Belastungsmessungen durchzuführen und Behandlungspfade evaluieren zu können. Soll in Zukunft Leistungstransparenz durch den Einsatz einer standardisierten Pflegefachsprache möglich werden, ist die Datenqualität der Pflegeprozessdokumentationen von großer Bedeutung.
Pflegewissenschaft Ausgabe 02
vom 01.02.2007
200702 A. Zimolong, M. Küppers-Simon, K. Becker Qualitätsmanagement der Erhebung und Dokumentation integrierter Behandlungspfade
Die Dokumentation von Behandlungspfaden ist unzureichend, solange diese nicht die gelebten Prozesse wiedergeben beziehungsweise aufgrund mangelnder Standardisierung zwischen verschiedenen Einrichtungen oder Systemen austauschbar sind. Es wird daher ein Qualitätsmanagement für die Pfadentwicklung vorgestellt, welches einen hohen praktischen Nutzungsgrad der erhobenen und dokumentierten Behandlungspfade sicherstellen soll. Hierfür wurden zunächst die Anforderungen an integrierte Behandlungspfade aus der Sicht der unterschiedlichen Interessensgruppen formuliert. Neben der medizinischen und ökonomischen Sicht wurde dabei auch die Patientensicht berücksichtigt, sowie die Anforderungen aufgrund der für die Pfaderhebung und -dokumentation einzuführenden Prozesse. Aus diesen Anforderungen wird ein Entwicklungsmodell für die Analyse und das Design Integrierter Behandlungspfade entwickelt, welches konkrete Vorgaben an den Entwicklungs- und Verbesserungsprozess beinhaltet. Zentrales Element ist dabei ein iteratives Vorgehensmodell, demzufolge die erhobenen Prozesse verifiziert und nach Publikation laufend an geänderte interne und externe Randbedingungen und Anforderungen angepasst werden.
Pflegewissenschaft Ausgabe 02
vom 01.02.2007
200704 Karin Wittneben, Karin Windfelder, Irma Walkling-Stehmann Schulinterne Curriculumentwicklung nach dem Lernfeldkonzept am Schulzentrum für Krankenpflegeberufe in Hannover (Teil 1)
Dieser Beitrag ist der erste Teil einer Artikelfolge, in der über eine wissenschaftlich begleitete, pflegeschulinterne Konstruktion, Implementation und Evaluation von Lernfeldern und Lernsituationen berichtet wird. In Teil 1 wird zunächst die Konstruktion von Lernsituationen und Lernfeldern beschrieben. Ausgehend von der These, dass Lernsituationen in beruflichen Handlungssituationen verankert sein sollen, erfolgt eine Datenerhebung über Narrative, die Schüler/innen der Kranken- und Gesundheitspflege über Erlebnisse und Erfahrungen in Pflegesituationen verfasst haben. Die Datenanalyse und deren Transformation zu Lernsituationen werden ebenso dargelegt wie theoretische Referenzrahmen, die die Datenerhebung und Datenauswertung gedanklich regulieren. Im Ergebnis kann ein noch vorläufiger Katalog von Lernfeldern und Lernsituationen vorgelegt werden. Exemplarisch werden zwei Lernsituationen über Ekelerlebnisse in der Pflege ausführlich dargelegt und kommentiert. Schwerpunktmäßig handelt es sich um eine schülerhandlungsproblemorientierte Curriculumentwicklung.
Pflegewissenschaft Ausgabe 04
vom 01.04.2007
200705 Winfried Zapp, Julia Oswald, Silja Otten Forschungsprojekt: Konzeption und Gestaltung einer Qualitätskostenrechnung für die Stationäre Altenhilfe
Als Konsequenz für die zunehmenden Qualitätsanforderungen in der Stationären Altenhilfe treffen die Einrichtungen auf einen Qualitätswettbewerb, welcher eine gezielte Lenkung von Qualitätsmaßnahmen der Einrichtungsleitung unerlässlich macht. In Zeiten knapper Kassen ist eine genaue Kenntnis der Kosten und Leistungen, insbesondere auch der Kosten der Qualität, für eine wirtschaftliche Unternehmungsführung unentbehrlich. Zudem sollten die Einrichtungen überzeugende Argumente gegenüber den Pflegekassen parat halten. Dieser Problembereich wird zurzeit an der Fachhochschule Osnabrück – Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften – unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Winfried Zapp näher untersucht. Das Forschungsprojekt „Konzeption und Gestaltung einer Qualitätskostenrechnung für die Stationäre Altenhilfe“ wird von der Arbeitsgruppe Innovative Projekte beim Ministerium für Wissenschaft und Kultur des Landes Niedersachsen (AGIP) finanziert und von mehreren Projektpartnern sowie Experten unterstützt. Die Qualitätskostenrechnung als führungsorientiertes Controllinginstrument dient nicht nur allein der Abrechnung und Dokumentation. Sie ist als ein Informationssystem zu verstehen, das aufgrund der exakten Erfassung, Aufschlüsselung und Analyse sämtlicher qualitätsrelevanter Kosten eine Qualitätslenkung unter Wirtschaftlichkeitsaspekten ermöglicht. Mittels empirisch gewonnener Daten wird eine Qualitätskostenrechnung konzipiert, welche in die Kosten- und Leistungsrechnung der Einrichtungen der Stationären Altenhilfe integriert werden kann.
Pflegewissenschaft Ausgabe 05
vom 01.05.2007
200705 Pia Wieteck Die elektronische Gesundheitskarte - Bestimmung der pflegerischen Perspektive in der deutschen Telematikdiskussion
Die elektronische Gesundheitskarte sowie die Schaffung einer Telematikinfrastruktur im deutschen Gesundheitswesen sind im Gesetz zur Modernisierung der Krankenversicherung verankert. Im Oktober 2003 wurde das Gesetz im Bundesrat verabschiedet. Weitere Teile des GMV (Gesetz zur Modernisierung der Krankenversicherung) sind am 1. Januar 2004 in Kraft getreten (Bundesgesetzblatt Jahrgang 2003 Teil I Nr. 55, 2003). Die Gesundheitskarte soll schrittweise in verschiedenen Testregionen eingeführt werden.
Pflegewissenschaft Ausgabe 05
vom 01.05.2007
200706 Svenja Schmitt, Jaqueline Bomball Kompetenzerfassung im Rahmen der Evaluation des Berliner Modellversuches „Generalistische Pflegeausbildung“
Die erheblich veränderten Anforderungen an die Pflege (bedingt durch demografischen Wandel, verändertes Krankheitsspektrum, zunehmende Bedeutung von Prävention, Gesundheitsförderung und Rehabilitation, zunehmende ökonomische Zwänge etc.) stellen – auch im Zuge der Professionalisierungsdiskussion – einen höheren Anspruch an die Pflegeausbildung und die Vermittlung beruflicher Handlungskompetenz. Die beschriebenen Veränderungsprozesse führten in den letzten Jahren, ausgelöst durch die Novellierung des Krankenpflegegesetzes und die Verabschiedung des bundeseinheitlichen Altenpflegegesetzes sowie den darin enthaltenen Modellklauseln, bundesweit zur Initiierung verschiedener Modellprojekte mit integriertem, integrativem oder generalistischem Ansatz. Für die Bewertung der Modelle und ihrer Übertragbarkeit in den Regelbetrieb stellt die Messung und Beurteilung der Kompetenzentwicklung der Auszubildenden ein bedeutsames Untersuchungsfeld dar.
Pflegewissenschaft Ausgabe 06
vom 01.06.2007
200706 Karin Windfelder, Karin Wittneben Schulinterne Curriculumentwicklung nach dem Lernfeldkonzept - Implementationsschritte und Evaluationsergebnisse am Schulzentrum für Krankenpflegeberufe in Hannover. (Teil 2)
Dieser Beitrag knüpft an den ersten Teil unserer Artikelserie „Schulinterne Curriculumentwicklung nach dem Lernfeldkonzept …“ an (Wittneben/Windfelder/ Walkling-Stehmann 2007, S. 239 ff.) und beschäftigt sich kurz mit der Implementation und schwerpunktmäßig mit der Evaluation von implementierten Lernsituationen zum Lernfeld „Belästigungen, Erleben und Verarbeiten von Ekelempfindungen …“. Vorgelegt werden Ergebnisse aus einer Befragung der beteiligten Schüler und Schülerinnen, der Praxisanleiter und Praxisanleiterinnen sowie der unterrichtenden und sich selbst evaluierenden Lehrerin. In einer Diskussion der Ergebnisse werden sowohl die im lernsituationsorientierten Unterricht und einem praktischen Einsatz erreichten Ziele als auch noch offen gebliebene Fragen thematisiert. Ein Fazit zeigt erhaltenswerte Innovationspotentiale am Lernort Schule und vor allem Veränderungserfordernisse am Lernort Praxis und der dort zu erbringenden Praxisanleitung auf.
Pflegewissenschaft Ausgabe 06
vom 01.06.2007
200710 Birte Luther Die Rolle der Lehrenden in der Hebammenausbildung
Die Besonderheit der Tätigkeit der Lehrerinnen für Hebammenwesen liegt darin, dass sie, unter professionstheoretischen Gesichtspunkten keinen Beruf haben. Genau genommen sind sie Hebammen, die sich pädagogisch weitergebildet haben, ob nun mittels Fachweiterbildung oder mittels Hochschulstudium (vgl. Luther 2006, S. 9 ff.). Diese Eigenheit teilen sie mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Gesundheitsfachberufen, wie z. B. den Lehrerinnen und Lehrern für Pflege (u.a. Sieger 2001, Stöcker 2002, Krüger 2003). In dieser Besonderheit liegen eine Reihe von Problematiken, die für die Arbeit der Lehrenden gravierende Folgen haben und die nicht selten dazu führen, dass Professionalisierungsbestrebungen und Innovationsprozesse nicht nur gehemmt, sondern geradezu konterkariert werden.
Pflegewissenschaft Ausgabe 10
vom 01.10.2007
200711 Frank Arens Anregungen zur didaktischmethodischen Umsetzung des nationalen Expertenstandards Sturzprophylaxe in den Schulformen des Berufsfelds Pflege
Mit der Veröffentlichung von Expertenstandards in der Pflege stellt sich den Lehrkräften in den Schulformen des Berufsfelds Pflege die Frage nach der didaktisch- methodischen Umsetzung der Standards. Auf einer Fachtagung in Oldenburg haben sich Pflegelehrkräfte an berufsbildenden Schulen in Niedersachsen exemplarisch mit der Umsetzung des Expertenstandards Sturzprophylaxe in den Schulformen des Berufsfelds Pflege beschäftigt.1 Die Ergebnisse werden in diesem Beitrag zur Anregung und Diskussion gestellt. Zunächst werden die curricularen Vorgaben der Schulformen des Berufsfelds Pflege auf ihre Aussagen zum Thema Sturzprophylaxe analysiert. Anschließend werden die unterrichtsrelevanten Informationen des Expertenstandards zusammengetragen und dann in einem nächsten Schritt mit möglichen didaktisch-methodischen Hinweisen zur Umsetzung versehen.
Pflegewissenschaft Ausgabe 11
vom 01.11.2007
200801 Renate Balsing Modularisierung – neue Ausbildungswege in der beruflichen Bildung der Gesundheitsund Krankenpflege am Beispiel der Weiterbildungen Intensiv- Anästhesiepflege und Operationspflege
Die Weiterbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege muss reformiert werden. Neben der Erkenntnis, dass sie den Anforderungen an eine zeitgemäße Qualifizierung nicht mehr gerecht wird, sind es die veränderten Rahmenbedingungen, die eine Reform erforderlich machen. Medizinischer Fortschritt, technische Entwicklungen und neue Formen der Arbeitsorganisation haben die Arbeitsbedingungen der Pflegenden verändert. Berufliche Bildung hat diese Bedingungen zu berücksichtigen. Darüber hinaus steht das Berufsbildungssystem in Deutschland zunehmend unter dem Einfluss der Europäischen Union. Die Europäische Union strebt einen gemeinsamen europäischen Bildungsraum an. Europass, EQF und ECVET sind Instrumente zur Schaffung einer europaweiten Transparenz und Vergleichbarkeit beruflicher Qualifikation. Zurzeit werden Reformansätze zur Weiterentwicklung des deutschen Berufsbildungssystems diskutiert, die darauf zielen, die starre Lehrgangsform aufzulösen und durch eine flexible Struktur von Ausbildungsbausteinen oder Modulen zu ersetzen. Eine zukunftsfähige Organisation der Weiterbildungen in der Gesundheits- und Krankenpflege sollte diese Entwicklungen berücksichtigen.
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 01.01.2008
200801 Kerstin Brandenburg Migranten in der stationären Krankenversorgung
Im Rahmen dieser Studie soll auf den Stand der transkulturellen Organisationsentwicklung in Häusern der stationären Krankenversorgung eingegangen werden. Es wird untersucht, inwieweit die organisatorischen Rahmenbedingungen für eine optimale und an die spezielle Situation von Migranten angepasste Versorgung etabliert sind. Welche Bedingungsfaktoren wurden bzw. werden geschaffen? Ist eine Notwendigkeit zur Veränderung bereits erkannt worden? Im Rahmen einer schriftlichen Befragung von 50 Pflegedirektoren von Einrichtungen des Ruhrgebietes, kam es zu einer Teilerhebung von 21 Einrichtungen, die den Fragebogen beantwortet haben. Die Kernfragen des Fragebogens behandeln schwerpunktmäßig den Bereich der Organisationsstrukturen, das Auftreten von Kommunikationsproblemen und den Einsatz von Dolmetscherdienstleistungen.
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 01.01.2008
200801 Ilona Biendarra, Marc Weeren Wenn der Patient „Nein“ sagt. Impuls für eine veränderte Sicht auf behandlungsverwehrende Entscheidungen und das daraus resultierende Potenzial für die Pflege am Beispiel der Patientenverfügung
Zunehmend müssen am Krankenbett ethische Entscheidungen getroffen werden, weil beispielsweise eine Patientenverfügung ärztliches Handeln zu beschränken sucht. Die Aktualität dieses Themas aufgreifend wird aufgezeigt, dass zwar die kritischen Meinungen hierzu berechtigt sind, dabei aber das Moment des Wählen- Müssens, welches mittlerweile auch in der Medizin angekommen ist, nicht ausreichend gewürdigt wird. Nur der Patient, als Experte für sein Leben in Gesundheit und Krankheit, kann und muss die Grenze ziehen, ab wann für ihn ein eudämonisches Minimum nicht mehr gegeben ist. Hierbei wird die Patientenverfügung als Ausdruck einer Wahl im Horizont von Krankheit als Bildungsereignis reflektiert und als Ergebnis eines krankheitsspezifischen Bildungsprozesses gesehen. Aufgrund des engen Zusammenhanges von Bildung und autonomer Sorge schließt der Beitrag mit der Skizierung einer pflegerischen Beratung als Denkhilfe im Sinne der philosophischen Praxis.
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 01.01.2008
200701 Rupert Brenninger, Michael Bossle Das Feedback- und Fördergespräch - individuelle Lernberatung mit Standortbestimmung und Zielvereinbarungsmöglichkeit
des Bezirks Oberpfalz begegnen sich Klassenleitung und Lernende als gleichberechtigte Gesprächspartner im Sinne eines auf Austausch angelegten Dialogs. Die Gesprächspartner haben die Möglichkeit ihre Einschätzung des Ausbildungsverlaufs zurück zu melden. Es ist wichtig, dass das Gespräch von der Klassenleitung geführt wird, da dieser sowohl theoretische wie praktische Leistungsentwicklungen bekannt sind. Das Gespräch wird insgesamt viermal in drei Jahren durchgeführt und ist mit einem Umfang von rund 40 Minuten obligatorisch. Ergänzend zu den laufenden Gesprächen im Schulalltag dient das F und amp;F-Gespräch dazu, die ausbildungsbezogenen Ziele in einem gemeinsamen Konsens zu benennen und Bilanz über eine bereits erfolgte Umsetzung zu ziehen. Der Beitrag will zeigen, wie individuelle, kompetenzorientierte sowie biographieorientierte Lernberatung geleistet werden kann.
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 01.01.2007
200701 Ulrike Buchmann, Ulrike Greb Pflegedidaktische Curriculumentwicklung – Neue Anforderungen in der Lehrerbildung Case Management und pflegedidaktische Kategorialanalyse
Der Beitrag nimmt Bezug auf die neuen Anforderungen in der Lehrerbildung zur schulnahen Curriculumkonstruktion. Im ersten Teil aus der Sicht berufsberufsbildungswissenschaftlicher Qualifikationsforschung: Ulrike Buchmann erläutert die Arbeitsschneidung, nach der die Regulierung und Steuerung der Aufgaben im Gesundheitswesen erfolgen und das Case Management. Im zweiten Teil führt Ulrike Greb diese Perspektive im Rahmen der Bildungsforschung zu der curricularen Ausarbeitung eines Lernfeldes fachdidaktisch weiter. Die im Siegener Ansatz herausgearbeiteten Antinomien der Moderne – Freiheit und Zwang, Organisation und Interaktion, pädagogische Einheitsentwürfe und kulturelle Vielfalt, Nähe und Distanz – werden mit Hilfe des Strukturgitteransatzes pflegedidaktisch ausdifferenziert und kategorialanalytisch am Einzelfall erprobt. Im Zentrum der Kategorialanalyse steht das Verhältnis von Erfahrungswissen und wissenschaftlichem Wissen (Hermeneutische Einzelfallkompetenz) und die damit verbundene Fähigkeit zum Perspektivenwechsel.
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 01.01.2007
200802 Hilde Sönnichsen, Brita Ziske Ein Strukturmodell der Inhalte für die theoretische Pflegeausbildung auf der Basis von Pflegediagnosen als Planungsinstrument
Im Folgenden werden wir zunächst einen kurzen Einblick in unseren pflegewissenschaftlichen/ pflegedidaktischen Hintergrund geben. In einem nächsten Schritt wird die pflegewissenschaftliche Basis für die Auswahl der Inhalte gelegt. Dies geschieht durch die Beschreibung des Pflegephänomens anhand des diagnostischen Prozesses, welcher die Pflegediagnose der NANDAKlassifikation zum Ziel hat. Die so entstandenen Pflegediagnosen aus der Praxis stellen für uns pflegeberufliche Schlüsselprobleme dar. In Anlehnung an Klafki versteht Darmann unter einem pflegeberuflichen Schlüsselproblem ein typisches und zentrales Problem des Berufsfeldes. Daran lassen sich allgemeine Strukturen, Widersprüche, Gesetzmäßigkeiten und Zusammenhänge des Berufs aufzeigen und aneignen und es werden multiple Sichtweisen und Handlungsoptionen ermöglicht (vgl. Darmann 2005: 329). Anschließend wird die Entwicklung des Strukturmodells der Inhalte für die Pflegeausbildung auf Basis von Pflegediagnosen aufgezeigt. Dazu werden diese Schlüsselprobleme/Pflegediagnosen für den Unterricht übertragen und mit Inhalten und Themen gefüllt. Dieses geschieht in Anlehnung an die pflegedidaktische Heuristik von Darmann und unter Einbeziehung der beiden ersten Ebenen des FDMP Aarau. Die so gefundenen Inhalte werden auf Relevanz durch die Kriterien von Reetz und der Handlungsorientierung überprüft. Das entwickelte Strukturmodell der Inhalte für die Pflegeausbildung auf der Basis von Pflegediagnosen wird von Bedingungsfaktoren umschlossen. Durch die Entwicklung des Strukturmodells werden pflegeberufliche Schlüsselprobleme/ Pflegediagnosen didaktisch aufgearbeitet. Damit diese Schlüsselprobleme/ Pflegediagnosen nicht zusammenhangslos für die Pflegeausbildung nebeneinander stehen, muss eine übergreifende Planungsstruktur gefunden werden. Diese Planungsstruktur kann durch das Lernfeldkonzept gegeben sein.
Pflegewissenschaft Ausgabe 02
vom 01.02.2008
200803 Änne-Dörte Jahncke-Latteck, Petra Weber, Edith Halves Situationsdeutung, Lebensweltorientierung und Normalität im Mittelpunkt professionellen ambulanten Pflegehandelns
Unter der Fragestellung, wie gelungene Interaktionen in ambulanten Pflegesituationen beschrieben und verstanden werden können, führten die Autorinnen 2002/3 vor dem Hintergrund des Symbolischen Interaktionismus eine Studie durch. Der Artikel stellt die für die ambulante Pflege zentralen interaktiven Prozesse der Situationsdeutung, Lebensweltorientierung und Normalitätskonstruktion vor und legt deren professionell gemeinten Sinn dar. Im Ergebnis werden die hieraus resultierenden, für die Gestaltung ambulanter Pflege erforderlichen Aufgaben und Kompetenzen aufgezeigt.
Pflegewissenschaft Ausgabe 03
vom 01.03.2008
200803 Rupert Brenninger, Michael Bossle Das Feedback- und Fördergespräch - individuelle Lernberatung mit Standortbestimmung und Zielvereinbarungsmöglichkeit
Im Feedback- und Fördergespräch (F und F-Gespräch) an der BFS für Krankenpflege des Bezirks Oberpfalz begegnen sich Klassenleitung und Lernende als gleichberechtigte Gesprächspartner im Sinne eines auf Austausch angelegten Dialogs. Die Gesprächspartner haben die Möglichkeit ihre Einschätzung des Ausbildungsverlaufs zurück zu melden. Es ist wichtig, dass das Gespräch von der Klassenleitung geführt wird, da dieser sowohl theoretische wie praktische Leistungsentwicklungen bekannt sind. Das Gespräch wird insgesamt viermal in drei Jahren durchgeführt und ist mit einem Umfang von rund 40 Minuten obligatorisch. Ergänzend zu den laufenden Gesprächen im Schulalltag dient das F und F-Gespräch dazu, die ausbildungsbezogenen Ziele in einem gemeinsamen Konsens zu benennen und Bilanz über eine bereits erfolgte Umsetzung zu ziehen. Der Beitrag will zeigen, wie individuelle, kompetenzorientierte sowie biographieorientierte Lernberatung geleistet werden kann.
Pflegewissenschaft Ausgabe 03
vom 01.03.2008
200804 Martin Knoll, Susanne Saal Pflegewissenschaftliche Entwicklung eines Evaluationskonzepts für Krankenhaus-Beschwerdemanagement-Systeme
Vor dem Hintergrund des steigenden Kostendrucks und dem größer werdenden Wettbewerb im stationären Gesundheitssektor wächst die Bedeutung kundenorientierten Handelns. In diesem Zusammenhang nimmt der systematische Umgang mit Kundenbeschwerden eine wichtige Stellung ein. Derzeit ist das Beschwerdemanagement integraler Bestandteil aller derzeit wichtigen Qualitätsmanagementkonzepte. Im Mittelpunkt steht die Frage nach geeigneten methodischen Verfahren zur Evaluierung von Strukturen, Prozessen und Ergebnissen im Rahmen des Beschwerdemanagements. Zudem wird untersucht, wie zentrale Aufgaben eines Beschwerdemanagements in stationären Einrichtungen des Gesundheitswesens gestaltet sein sollten, um den Erfolg des Beschwerdemanagements sicherzustellen. Im Rahmen des qualitativen, non-experimentellen Vorgehens dient eine Literaturrecherche als inhaltliche Exploration des aktuellen Standes der Wissenschaft und damit als Grundlage zur späteren Konzeptentwicklung. Mit Hilfe der qualitativen Inhaltsanalyse (Mayring 1994) wird relevante Literatur strukturiert, wodurch die Kategorisierung der zentralen Aufgaben eines Beschwerdemanagements möglich wird. Alle exzerpierten Assessmentverfahren für Beschwerdemanagement-Systeme werden anschließend in einer Metaanalyse gegenüber gestellt und bezüglich ihrer Eignung zum Einsatz in stationären Einrichtungen gewichtet.
Pflegewissenschaft Ausgabe 04
vom 01.04.2008
201503 Prof. Dr. Annette Riedel, Prof. Dr. Reinhold Wolke, Karin Schmidt, Anja Siegle Versorgung von kognitiv eingeschränkten Menschen im Krankenhaus Status quo vor Umsetzung eines innovativen Pflegekonzeptes
Ein Klinikaufenthalt kann für kognitiv eingeschränkte Personen schnell zur Krisensituation werden, was sich häufig in nachlassenden alltagspraktischen Fähigkeiten, vermehrten Komplikationen und längeren Liegezeiten konkretisiert. Im vorliegenden Projekt wird die Situation von kognitiv eingeschränkten Patientinnen und Patienten während ihres stationären Aufenthalts beleuchtet. Dazu erfolgte ein Screening aller neu auf der Interventionsstation aufgenommenen Patientinnen und Patienten über 65 Jahre mit dem Mini-Cog. Anschließend wurden in der Gruppe der Personen mit auffälligem Mini-Cog die Schmerzen, die gesundheitsbezogene Lebensqualität, das Wohlbefinden und die alltagspraktische Fähigkeiten zweimal während des Klinikaufenthalts erhoben. Auf der Interventionsstation wiesen 30 Prozent der Patientinnen und Patienten einen auffälligen Mini-Cog auf. Über den stationären Aufenthalt blieb das Wohlbefinden der Betroffenen stabil, während die gesundheitsbezogene Lebensqualität wie auch die alltagspraktischen Fähigkeiten zunahmen. Die Schmerzen wiesen einen leicht abnehmenden Trend auf. Die vorliegende Ausgangserhebung ist Grundlage für eine Konzeptentwicklung zur verbesserten Pflege und Betreuung von kognitiv eingeschränkter Patientinnen und Patienten auf der Interventionsstation. Im Mittelpunkt stehen hierbei die speziellen Bedürfnisse und Bedarfe kognitiv eingeschränkter Patientinnen und Patienten. Nach der Implementierung des Konzepts wird eine erneute Datenerhebung stattfinden, mit deren Hilfe das Konzept in einem quasi-experimentellen Vorher-Nachher-Design evaluiert werden kann.
Pflegewissenschaft Ausgabe 03
vom 01.03.2015
201503 Michael Neise, Dr. Andrés Oliva y Hausmann, Prof. Dr. Susanne Zank Ein Vergleich von selbst- und fremdbeurteilter Lebensqualität demenziell erkrankter Menschen in ambulant betreuten Wohngemeinschaften
Hintergrund: Empirische Belege zur Lebensqualität (LQ) demenziell erkrankter Menschen in ambulant betreuten Wohngemeinschaften (WG) in Deutschland sind bislang wenig verbreitet. Das Ziel ist daher, die LQ in WG durch Bewohner- (Selbstbeurteilung) und Pflegeperspektive (Fremdbeurteilungen) zu erheben und zu vergleichen. Ein weiteres Ziel ist es, den Einfluss psychiatrischer Symptome auf die LQ zu erfassen. Methode: LQ wurde in WG im Raum Köln durch eine Querschnittsstudie 2012 erfasst. Selbst- (n=32) und Fremdbeurteilungen (n=32) wurden unter Verwendung des QOL-AD Instrumentes analysiert und die Häufigkeit psychiatrischer Symptome unter Verwendung des NPI erhoben. Ergebnisse: Selbst- und Fremdbeurteilungen stimmten signifikant überein bei Personen mit wenigen psychiatrischen Symptomen und unterschieden sich signifikant bei Personen mit zahlreichen Symptomen. Selbstbeurteilungen korrelierten signifikant mit bestehenden Essstörungen während Fremdbeurteilungen mit Wahnvorstellungen, Aggressionen, Enthemmung, Reizbarkeit korrelierten. LQ-Beurteilungen fallen im Setting WG positiv aus. Schlussfolgerung: Pflegekräfte schätzen die LQ von Bewohnern nur anders und niedriger ein als die Bewohner selbst, wenn die beurteilten Personen zahlreiche psychiatrische Symptome aufweisen. Bei Selbstbeurteilungen sollten zukünftig auch die fehlende Krankheitseinsicht (Anosognosie) als beeinflussender Faktor der Wahrnehmung psychiatrischer Begleitsymptome und mittelbar der beurteilten LQ erhoben werden. Die hohen LQ-Beurteilungen in WG deuten auf ein adäquates Versorgungssetting hin.
Pflegewissenschaft Ausgabe 03
vom 01.03.2015
200805 Ulrike Buchmann, Ulrike Greb Pflegedidaktische Curriculumentwicklung – Neue Anforderungen in der Lehrerbildung
Der Beitrag nimmt Bezug auf die neuen Anforderungen in der Lehrerbildung zur schulnahen Curriculumkonstruktion. Im ersten Teil aus der Sicht berufsberufsbildungswissenschaftlicher Qualifikationsforschung: Ulrike Buchmann erläutert die Arbeitsschneidung, nach der die Regulierung und Steuerung der Aufgaben im Gesundheitswesen erfolgen und das Case Management. Im zweiten Teil führt Ulrike Greb diese Perspektive im Rahmen der Bildungsforschung zu der curricularen Ausarbeitung eines Lernfeldes fachdidaktisch weiter. Die im Siegener Ansatz herausgearbeiteten Antinomien der Moderne – Freiheit und Zwang, Organisation und Interaktion, pädagogische Einheitsentwürfe und kulturelle Vielfalt, Nähe und Distanz – werden mit Hilfe des Strukturgitteransatzes pflegedidaktisch ausdifferenziert und kategorialanalytisch am Einzelfall erprobt. Im Zentrum der Kategorialanalyse steht das Verhältnis von Erfahrungswissen und wissenschaftlichem Wissen (Hermeneutische Einzelfallkompetenz) und die damit verbundene Fähigkeit zum Perspektivenwechsel.
Pflegewissenschaft Ausgabe 05
vom 01.05.2008
200807 Gudrun Piechotta, Jessica Pehlke-Milde Die Anrechnung von berufsbezogenen Kompetenzen im Bachelor-Studiengang Gesundheits- und Pflegemanagement an der Alice-Salomon Fachhochschule Berlin. Das Modul „Berufsbezogene Reflexion“
Die Alice-Salomon-Fachhochschule (ASFH) in Berlin hat sich frühzeitig auf den Weg gemacht, den Bologna-Prozess umzusetzen. Mittlerweile sind alle Studiengänge modularisiert und auf Bachelor- und Masterabschlüsse umgestellt, die Diplomstudiengänge laufen in Kürze aus. Im Rahmen der Umstellung des achtsemestrigen Diplom-Studienganges Pflege/Pflegemanagement zu einem sechssemestrigen Bachelor-Studiengang Gesundheits- und Pflegemanagement, entschied man sich für eine modifizierte Beibehaltung der Zugangsvoraussetzungen. So wurde unter anderem die Berufsausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege, Altenpflege, Heilerziehungspflege und im Hebammenwesen als Voraussetzung für eine Immatrikulation beibehalten. Aber: Ein Teil der in dieser beruflichen Erstausbildung erworbenen Kompetenzen wird im Rahmen des Moduls „Berufsbezogene Reflexion“ in einem Portfolioverfahren hinsichtlich ihres Niveaus und des Inhalts überprüft und bei Bestehen der Modulprüfung mit Credits auf den Bachelor-Studiengang angerechnet.
Pflegewissenschaft Ausgabe 07
vom 01.07.2008
200807 Pia Wieteck Kontrolliertes Vokabular zur Abbildung des Behandlungs- und Versorgungspfades in der Pflege
Unser derzeitiges Gesundheitswesen ist stark durch die Fragmentierung der Versorgungsprozesse gekennzeichnet. Sowohl innerhalb einer Kliniklandschaft als auch sektorübergreifende Versorgungs- und Behandlungsprozesse weisen aufgrund von Schnittstellen zwischen Berufsgruppen (Arzt, Pflege, Physiotherapie, Apotheke, Diätassistentin usw.) und Gesundheitsorganisationen (Arztpraxen, ambulante Pflegedienste, Heimeinrichtungen, Rehabilitationszentren, Kliniken usw.) immer wieder Versorgungsbrüche auf (Giehoff et al. 2003, Höhmann et al. 1999, Spahic 2007). Der Informationsverlust, bedingt durch die strukturellen Defizite der intersektoralen als auch sektorübergreifenden Kommunikationsstrukturen, führt zu Qualitätsdefiziten in der Behandlung und Pflege, zu Versorgungsbrüchen, höheren Kosten im Gesundheitswesen sowie zu einer höheren Belastung der Patienten. Es kommt zur Unterbrechung oder Verzögerung von Versorgungs- und Therapiemaßnahmen, die nicht selten mit einem Wirkungsverlust der Therapie einhergeht (Spahic 2007). Arztbriefe, Überweisungen, Befunde, Behandlungsaufträge, Überleitungsbögen und Konsilscheine überbrücken derzeit häufig den Informationsfluss bei einem Übertritt in eine andere Versorgungseinheit. Allerdings sind diese Dokumente von Informationsreduktion gekennzeichnet, die wiederum Qualitätsdefizite in der nachfolgenden Versorgung beeinflussen können.
Pflegewissenschaft Ausgabe 07
vom 01.07.2008
200701 Pia Wieteck Kontrolliertes Vokabular zur Abbildung des Behandlungs- und Versorgungspfades in der Pflege
Unser derzeitiges Gesundheitswesen ist stark durch die Fragmentierung der Versorgungsprozesse gekennzeichnet. Sowohl innerhalb einer Kliniklandschaft als auch sektorübergreifende Versorgungs- und Behandlungsprozesse weisen aufgrund von Schnittstellen zwischen Berufsgruppen (Arzt, Pflege, Physiotherapie, Apotheke, Diätassistentin usw.) und Gesundheitsorganisationen (Arztpraxen, ambulante Pflegedienste, Heimeinrichtungen, Rehabilitationszentren, Kliniken usw.) immer wieder Versorgungsbrüche auf (Giehoff et al. 2003, Höhmann et al. 1999, Spahic 2007). Der Informationsverlust, bedingt durch die strukturellen Defizite der intersektoralen als auch sektorübergreifenden Kommunikationsstrukturen, führt zu Qualitätsdefiziten in der Behandlung und Pflege, zu Versorgungsbrüchen, höheren Kosten im Gesundheitswesen sowie zu einer höheren Belastung der Patienten. Es kommt zur Unterbrechung oder Verzögerung von Versorgungs- und Therapiemaßnahmen, die nicht selten mit einem Wirkungsverlust der Therapie einhergeht (Spahic 2007). Arztbriefe, Überweisungen, Befunde, Behandlungsaufträge, Überleitungsbögen und Konsilscheine überbrücken derzeit häufig den Informationsfluss bei einem Übertritt in eine andere Versorgungseinheit. Allerdings sind diese Dokumente von Informationsreduktion gekennzeichnet, die wiederum Qualitätsdefizite in der nachfolgenden Versorgung beeinflussen können.
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 01.01.2007
200701 Christiane Seitz, Prof. Dr. Karin Wolf-Ostermann Elektronische Vernetzung in Krankenhäusern - Ergebnisse einer empirischen Untersuchung
Die vorliegende Studie stellt die Ergebnisse eines Studienprojektes an der Alice Salomon Hochschule Berlin zu den Erfahrungen und Wünschen von Mitarbei-ter(innen) verschiedener Professionen in Krankenhäusern im Raum Berlin und Brandenburg hinsichtlich elektronischer Vernetzung im Krankenhaus dar. Befragt wurden 410 Beschäftigte überwiegend aus dem Pflege- und dem ärztlichen Personalbereich. Im Ergebnis dieser Untersuchung kann festgestellt werden, dass ca. 70% aller Befragten unabhängig von Alter und Berufsgruppe einer elektronischen Vernetzung positiv gegenüberstehen und Computer besonders von Pflegepersonal und Ärzten täglich im Berufsalltag genutzt werden. Die Befragten schätzen ihre Computerkenntnisse überwiegend gut ein. Insbesondere von Pflegekräften werden Vorteile durch eine bessere Koordination der Arbeitsabläufe, eine transparentere Dokumentation und einen besseren Zugang zu Patientendaten genannt. Ein besserer individueller Informationsfluss/-stand, bessere Informationen im Team und in der Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen als Folge von elektronischer Vernetzung führen nach Einschätzung der Befragten zu einer Qualitätsverbesserung. Deutlich als Nachteil elektronischer Vernetzung wird der erhöhte Einarbeitungsaufwand ins System von den Befragten benannt. Gewünscht wird zudem ein besserer Austausch von (Patienten-)Daten mit Partnern im ambulanten Versorgungssektor.
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 01.01.2007
200701 Michael von Rekowski Sektorübergreifendes Datenmanagement in der Pflege - Potenziale durch den Einsatz einer elektronischen Gesundheitsakte
In einer demographisch sich verändernden Gesellschaft entstehen mitunter komplexe Pflegesituationen, bei denen die Versorgungsqualität und -kontinuität von Patienten gefährdet ist. Die Qualität und Effizienz der Krankenversorgung bei gleichzeitigem Sparkurs der Gesundheitspolitik muss jedoch gesichert werden. Ein wesentlicher Bestandteil der Versorgung ist die Gewinnung von Daten und Informationen und deren Dokumentation und Speicherung als Grundlage für medizinisch-pflegerische Interventionen und die Abbildung des Pflegeprozesses. Die Entwicklung von eHealth-Strukturen im Gesundheitswesen fokussiert daher auch auf den Ausbau der elektronischen Information und Kommunikation, um die Verfügbarkeit und Qualität der Daten zu verbessern und Wege zur integrierten Versorgung zu bahnen. Professionell Pflegende müssen in diesem Kontext das sektorenübergreifende Datenmanagement beherrschen. Auch das Wissen von Patienten und Angehörigen stellt eine wichtige Ressource dar, die wesentliche Prozessschritte vereinfachen, beschleunigen oder gar erst ermöglichen kann. Die Gesundheitstelematik insgesamt entwickelt sich rasch und mit ihr auch neue Technologien wie z. B. die elektronische Gesundheitsakte (eGA). Diese birgt vielfältige neue Potenziale, die das Management der verschiedenen Versorgungsprozesse positiv beeinflussen können. Am Beispiel der Pflegeüberleitung soll dargestellt werden, wie die elektronische Gesundheitsakte LifeSensor als strukturelles Hilfsmittel zur Sicherung von Versorgungskontinuität eingesetzt werden kann. Die in der eGA gespeicherten Informationen stehen den berechtigten Akteuren als Datenressource für die Nutzung in Behandlungsprozessen zur Verfügung.
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 01.01.2007
200701 Martin Gieseke Ein Lernbegleitbuch zur Sicherung der praktischen Pflegeausbildung – Entwicklung, Gestalt, Inhalte, fachdidaktische Ausrichtung
Die aktuelle Situation der praktischen Pflegeausbildungen in Deutschland erfordert eine kritische Überprüfung der bisherigen Vorgehensweisen und die Entwicklung von Instrumenten, welche ein annehmbares Qualitätsniveau in der praktischen Ausbildung schaffen und sichern können. Diese Herausforderung wurde von acht bayerischen Berufsfachschulen für Pflegeberufe angenommen, die gemeinsam ein Lernbegleitbuch (LBB) zur Sicherung der praktischen Pflegeausbildung entwickelten. Grundlagen des LBB sind definierte Ausbildungsstandards, die Interaktionistische Pflegedidaktik von Darmann-Finck, strukturierte Reflexion von fachlichem Handeln, Unterstützung des selbstgesteuerten Lernens und die kontinuierliche Dokumentation von Kompetenzentwicklung und Ausbildungsaktivitäten. In diesem Artikel werden die Entwicklung, die wesentlichen Elemente sowie die Vorgehensweise zur Einführung des LBB vorgestellt.
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 01.01.2007
200701 Michael Bossle, Irene Leitner Pflege im Nationalsozialismus: aus gemeinsamer Geschichte lernen – Historisch-Biographische Methode im pflegepädagogischen Kontext
Vorliegender Beitrag wurde aus einem Workshop-Angebot des 8. Internationalen Kongresses für Pflegepädagogik, Lernwelten 2008, entwickelt. Er beschäftigt sich mit der Verschränkung gemeinsamer Geschichte an verschiedenen Lernorten und schildert sowohl aus der Perspektive des Lern- und Gedenkorts Schloss Hartheim bei Linz in Oberösterreich als auch aus der Perspektive der Berufsfachschule (BFS) für Krankenpflege des Bezirks Oberpfalz in Regensburg spezifische Anliegen und pädagogische Potentiale zum Thema Pflege im Nationalsozialismus. Die Autoren zeigen, dass die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit in verschiedenen pädagogischen Settings auch für Gegenwart und Zukunft erhebliche Schnittmengen und Bedeutungen mit sich bringt. Im Mittelpunkt stehen die historisch-biographischen Zugänge, die dem Thema Lebendigkeit und vielfältige Lerneffekte abgewinnen. Daraus leiten sich im Rahmen der Gedenkstättenpädagogik Lernpotentiale für Gesundheits- und Sozialberufe, sowie historische Dimensionen pflegepädagogischer Arbeit am Beispiel der Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflege ab. Als Konsequenz ergeben sich Synergie-Effekte für weitere wichtige geschichtlich-pädagogische Kooperationen, die durch die gemeinsame unabänderliche geschichtliche Verbindung begründet sind: die Pädagogik bringt diese Vergangenheit in gegenwärtiges und zukünftiges Bewusstsein.
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 01.01.2007
200701 Roland Brühe, Yvonne Selinger Raum zum Denken – Geschichte, Struktur und Nutzen des Bildungsnetzwerks Gesundheits- und Pflegeberufe
In den Ausbildungen der Gesundheits- und Pflegeberufe haben in den vergangenen Jahren Entwicklungen eingesetzt, die mit vielfältigen Veränderungen und Anforderungen einhergehen. Mit der Initiative zur Gründung und Unterstützung des Netzwerks Pflegeschulen reagierte die Robert Bosch Stiftung auf die damit verbundene Dynamik. Derzeit arbeiten fünf Vernetzungsstellen in diesem Netzwerk, um u.a. Workshops und Arbeitsgruppen für Lehrende an Bildungseinrichtungen der Gesundheits- und Pflegeberufe zu organisieren und zu begleiten. Nach einer umfangreichen finanziellen und ideellen Unterstützung beendete die Robert Bosch Stiftung im August 2008 planmäßig die finanzielle Förderung. Die Arbeit an den Vernetzungsstellen wird jedoch fortgesetzt. Der Artikel beschreibt Bildung und Beruf als Gegenstand der Netzwerkarbeit sowie die Struktur und Inhalte des Netzwerks. Mit einem neuen Namen soll der Bedeutung der erprobten und verstetigten Arbeit Rechnung getragen werden: Bildungsnetzwerk Gesundheits- und Pflegeberufe.
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 01.01.2007
200901 Christiane Seitz, Karin Wolf-Ostermann Elektronische Vernetzung in Krankenhäusern – Ergebnisse einer empirischen Untersuchung
Die vorliegende Studie stellt die Ergebnisse eines Studienprojektes an der Alice Salomon Hochschule Berlin zu den Erfahrungen und Wünschen von Mitarbei-ter(innen) verschiedener Professionen in Krankenhäusern im Raum Berlin und Brandenburg hinsichtlich elektronischer Vernetzung im Krankenhaus dar. Befragt wurden 410 Beschäftigte überwiegend aus dem Pflege- und dem ärztlichen Personalbereich. Im Ergebnis dieser Untersuchung kann festgestellt werden, dass ca. 70% aller Befragten unabhängig von Alter und Berufsgruppe einer elektronischen Vernetzung positiv gegenüberstehen und Computer besonders von Pflegepersonal und Ärzten täglich im Berufsalltag genutzt werden. Die Befragten schätzen ihre Computerkenntnisse überwiegend gut ein. Insbesondere von Pflegekräften werden Vorteile durch eine bessere Koordination der Arbeitsabläufe, eine transparentere Dokumentation und einen besseren Zugang zu Patientendaten genannt. Ein besserer individueller Informationsfluss/-stand, bessere Informationen im Team und in der Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen als Folge von elektronischer Vernetzung führen nach Einschätzung der Befragten zu einer Qualitätsverbesserung. Deutlich als Nachteil elektronischer Vernetzung wird der erhöhte Einarbeitungsaufwand ins System von den Befragten benannt. Gewünscht wird zudem ein besserer Austausch von (Patienten-)Daten mit Partnern im ambulanten Versorgungssektor.
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 01.01.2009
200903 Michael von Rekowski Sektorübergreifendes Datenmanagement in der Pflege Potenziale durch den Einsatz einer elektronischen Gesundheitsakte
In einer demographisch sich verändernden Gesellschaft entstehen mitunter komplexe Pflegesituationen, bei denen die Versorgungsqualität und -kontinuität von Patienten gefährdet ist. Die Qualität und Effizienz der Krankenversorgung bei gleichzeitigem Sparkurs der Gesundheitspolitik muss jedoch gesichert werden. Ein wesentlicher Bestandteil der Versorgung ist die Gewinnung von Daten und Informationen und deren Dokumentation und Speicherung als Grundlage für medizinisch-pflegerische Interventionen und die Abbildung des Pflegeprozesses. Die Entwicklung von eHealth-Strukturen im Gesundheitswesen fokussiert daher auch auf den Ausbau der elektronischen Information und Kommunikation, um die Verfügbarkeit und Qualität der Daten zu verbessern und Wege zur integrierten Versorgung zu bahnen. Professionell Pflegende müssen in diesem Kontext das sektorenübergreifende Datenmanagement beherrschen. Auch das Wissen von Patienten und Angehörigen stellt eine wichtige Ressource dar, die wesentliche Prozessschritte vereinfachen, beschleunigen oder gar erst ermöglichen kann. Die Gesundheitstelematik insgesamt entwickelt sich rasch und mit ihr auch neue Technologien wie z. B. die elektronische Gesundheitsakte (eGA). Diese birgt vielfältige neue Potenziale, die das Management der verschiedenen Versorgungsprozesse positiv beeinflussen können. Am Beispiel der Pflegeüberleitung soll dargestellt werden, wie die elektronische Gesundheitsakte LifeSensor als strukturelles Hilfsmittel zur Sicherung von Versorgungskontinuität eingesetzt werden kann. Die in der eGA gespeicherten Informationen stehen den berechtigten Akteuren als Datenressource für die Nutzung in Behandlungsprozessen zur Verfügung.
Pflegewissenschaft Ausgabe 03
vom 01.03.2009
200904 Pia Wieteck Transfer der Expertenstandards in die Pflegepraxis. Ausblicke bezüglich des Nutzens einer elektronischen Patientenakte mit ENP
Die nationale und internationale Diskussion über Standards, Leitlinien und Expertenstandards in der Pflege nimmt zu. Es wird immer deutlicher, dass der Pflegepraktiker es unter den heutigen Rahmenbedingungen in der Pflege nicht leisten kann, die vorhandene Literatur zu einer aufgetretenen Fragestellung in der Patientenversorgung zu sichten. Auf der anderen Seite wird zunehmend gefordert, dass die Pflege sich auf die beste vorhandene Evidenz stützen sollte. Es stellt sich daher die Frage, wie evidenzbasiertes Pflegefachwissen in die Praxis transferiert werden kann. Zur Überwindung dieses Grabens zwischen Anforderung einerseits und den Möglichkeiten der Pflegenden andererseits wird nach unterstützenden Instrumenten gesucht. Die Entwicklung und Einführung von Expertenstandards könnte eine hilfreiche Unterstützung zur Überwindung der Theorie-Praxis-Kluft sein (Harms und Schwank 2006, Moers und Schiemann 2004).
Pflegewissenschaft Ausgabe 04
vom 01.04.2009
200905 Cornelia Frenzel Der Familienalltag mit einem Frühgeborenen nach der Krankenhausentlassung
Vor dem Hintergrund aktueller Probleme um Kindesvernachlässigung und Misshandlung, die aus körperlicher und emotionaler Überforderung der Eltern resultieren können, soll die vorliegende Studie Einblicke in den Familienalltag von Eltern mit Frühgeborenen liefern. Da im Bereich der pädiatrischen Pflege nur wenige wissenschaftliche Erhebungen existieren, soll Ziel dieser qualitativen Studie die deskriptive Darstellung belastender und förderlicher Faktoren nach der Überleitung aus einem Perinatalzentrum ins häusliche Umfeld sein. Die Ergebnisse der Studie basieren unter Berücksichtigung ethischer Richtlinien auf zehn problemzentrierten Interviews, die mittels einer qualitativen Inhaltsanalyse systematisch ausgewertet wurden. Schließlich konnte das elterliche Erleben zur häuslichen Versorgung von Frühgeborenen nach Krankenhausentlassung auf einer physischen, emotionalen, sozialen und organisatorischen Ebene formuliert werden. Innerhalb dieser vier Ebenen liegt der Schwerpunkt der Belastungen auf der emotionalen Ebene, was besonders stark in dem „Gefühl, alleingelassen zu sein“ zum Ausdruck kommt. Die Ergebnisse zeigen die Notwendigkeit einer Integrierten Versorgung, bei der die Konzepte des Entlassungsmanagements, der gezielten Pflege-Überleitung und der individuellen Nachsorge übergreifend betrachtet und an den aktuellen Unterstützungsbedarf der Familien angepasst werden sollten. Um Schaffung neuer Schnittstellen bei der Vernetzung der stationären und häuslichen Versorgung vorzubeugen, wird ein ressourcen- und familienorientierter Case Management-Ansatz empfohlen.
Pflegewissenschaft Ausgabe 05
vom 01.05.2009
200905 Norbert Gores, Sabine Ruppert-Fürstos Politische Handlungsfähigkeit – eine relevante und aktuelle Betrachtung im Kontext von Pflegeausbildung Teil 1
Auszubildende in den Pflegeberufen zeigen sich, wie die Jugend allgemein, politisch eher desinteressiert. Zur Wahrnehmung und Vertretung von Interessen sowie zur Mitbestimmung und Mitgestaltung des (beruflichen) Alltags ist politische Handlungsfähigkeit unbedingt erforderlich. Eine entsprechende Kompetenzbildung ist auch in den normativen Grundlagen der Pflegeausbildungen verlangt. Zur Umsetzung dieses Anspruchs bedarf es eines speziellen fachdidaktischen Ansatzes. Geeignet erscheint hier die Konfliktdidaktik von Hermann Giesecke. Eine solche Ausrichtung muss durch entsprechende curriculare Strukturen unterstützt und in der Schulkultur gelebt werden. Hierzu gilt es ein anwendbares Konzept zu entwickeln. Dies sind die Schlussfolgerungen einer umfassenden Erörterung zur politischen Bildung im Kontext der Pflegeausbildungen. Der vorliegende erste Teil der Veröffentlichung beschreibt mit Untersuchungen zur politischen Interessenslage von Jugendlichen, einer Erhebung zu den Rahmenbedingungen von Pflegebildungseinrichtungen sowie einer Betrachtung der normativen Grundlagen die Ausgangslage im Umfeld der Pflegeausbildungen.
Pflegewissenschaft Ausgabe 05
vom 01.05.2009
200906 Norbert Gores, Sabine Ruppert-Fürstos Politische Handlungsfähigkeit – eine relevante und aktuelle Betrachtung im Kontext von Pflegeausbildung Teil 2
Auszubildende in den Pflegeberufen zeigen sich, wie die Jugend allgemein, politisch eher desinteressiert. Zur Wahrnehmung und Vertretung von Interessen sowie zur Mitbestimmung und Mitgestaltung des (beruflichen) Alltags ist politische Handlungsfähigkeit unbedingt erforderlich. Eine entsprechende Kompetenzbildung ist auch in den normativen Grundlagen der Pflegeausbildungen verlangt. Zur Umsetzung dieses Anspruchs bedarf es eines speziellen fachdidaktischen Ansatzes. Geeignet erscheint hier die Konfliktdidaktik von Hermann Giesecke. Eine solche Ausrichtung muss durch entsprechende curriculare Strukturen unterstützt und in der Schulkultur gelebt werden. Hierzu gilt es ein anwendbares Konzept zu entwickeln. Dies sind die Schlussfolgerungen einer umfassenden Erörterung zur politischen Bildung im Kontext der Pflegeausbildungen. Im vorliegenden zweiten Teil der Veröffentlichung wird ein geschichtlicher Abriss der politischen Bildung in der Bundesrepublik Deutschland vorgenommen, damit verbundene fachdidaktische Diskussionen nachgezeichnet und allgemeine Grundlagen zur didaktischen Konzeption bzw. Konstruktion zur politischen Bildung erörtert.
Pflegewissenschaft Ausgabe 06
vom 01.06.2009
200906 Michael Bossle, Irene Leitner Pflege im Nationalsozialismus: aus gemeinsamer Geschichte lernen. Historisch-Biographische Methode im pflegepädagogischen Kontext
Vorliegender Beitrag wurde aus einem Workshop-Angebot des 8. Internationalen Kongresses für Pflegepädagogik, Lernwelten 2008, entwickelt. Er beschäftigt sich mit der Verschränkung gemeinsamer Geschichte an verschiedenen Lernorten und schildert sowohl aus der Perspektive des Lern- und Gedenkorts Schloss Hartheim bei Linz in Oberösterreich als auch aus der Perspektive der Berufsfachschule (BFS) für Krankenpflege des Bezirks Oberpfalz in Regensburg spezifische Anliegen und pädagogische Potentiale zum Thema Pflege im Nationalsozialismus. Die Autoren zeigen, dass die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit in verschiedenen pädagogischen Settings auch für Gegenwart und Zukunft erhebliche Schnittmengen und Bedeutungen mit sich bringt. Im Mittelpunkt stehen die historisch-biographischen Zugänge, die dem Thema Lebendigkeit und vielfältige Lerneffekte abgewinnen. Daraus leiten sich im Rahmen der Gedenkstättenpädagogik Lernpotentiale für Gesundheits- und Sozialberufe, sowie historische Dimensionen pflegepädagogischer Arbeit am Beispiel der Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflege ab. Als Konsequenz ergeben sich Synergie-Effekte für weitere wichtige geschichtlich-pädagogische Kooperationen, die durch die gemeinsame unabänderliche geschichtliche Verbindung begründet sind: die Pädagogik bringt diese Vergangenheit in gegenwärtiges und zukünftiges Bewusstsein.
Pflegewissenschaft Ausgabe 06
vom 01.06.2009
200907 Norbert Gores, Sabine Ruppert-Fürstos Politische Handlungsfähigkeit – eine relevante und aktuelle Betrachtung im Kontext von Pflegeausbildung. Teil 3
Auszubildende in den Pflegeberufen zeigen sich, wie die Jugend allgemein, politisch eher desinteressiert. Zur Wahrnehmung und Vertretung von Interessen sowie zur Mitbestimmung und Mitgestaltung des (beruflichen) Alltags ist politische Handlungsfähigkeit unbedingt erforderlich. Eine entsprechende Kompetenzbildung ist auch in den normativen Grundlagen der Pflegeausbildungen verlangt. Zur Umsetzung dieses Anspruchs bedarf es eines speziellen fachdidaktischen Ansatzes. Geeignet erscheint hier die Konfliktdidaktik von Hermann Giesecke. Eine solche Ausrichtung muss durch entsprechende curriculare Strukturen unterstützt und in der Schulkultur gelebt werden. Hierzu gilt es ein anwendbares Konzept zu entwickeln. Dies sind die Schlussfolgerungen einer umfassenden Erörterung zur politischen Bildung im Kontext von Pflegeausbildung. Im vorliegenden dritten Teil der Veröffentlichung stellen wir detaillierter die Konfliktdidaktik von Hermann Giesecke vor und begründen ihre besondere Eignung im Rahmen eines Gesamtkonzeptes zur Unterstützung politischer Handlungsfähigkeit von Auszubildenden in den Pflegeberufen.
Pflegewissenschaft Ausgabe 07
vom 01.07.2009
200909 Martin Gieseke Ein Lernbegleitbuch zur Sicherung der praktischen Pflegeausbildung – Entwicklung, Gestalt, Inhalte, fachdidaktische Ausrichtung
Die aktuelle Situation der praktischen Pflegeausbildungen in Deutschland erfordert eine kritische Überprüfung der bisherigen Vorgehensweisen und die Entwicklung von Instrumenten, welche ein annehmbares Qualitätsniveau in der praktischen Ausbildung schaffen und sichern können. Diese Herausforderung wurde von acht bayerischen Berufsfachschulen für Pflegeberufe angenommen, die gemeinsam ein Lernbegleitbuch (LBB) zur Sicherung der praktischen Pflegeausbildung entwickelten. Grundlagen des LBB sind definierte Ausbildungsstandards, die Interaktionistische Pflegedidaktik von Darmann-Finck, strukturierte Reflexion von fachlichem Handeln, Unterstützung des selbstgesteuerten Lernens und die kontinuierliche Dokumentation von Kompetenzentwicklung und Ausbildungsaktivitäten. In diesem Artikel werden die Entwicklung, die wesentlichen Elemente sowie die Vorgehensweise zur Einführung des LBB vorgestellt.
Pflegewissenschaft Ausgabe 09
vom 01.09.2009
200909 Roland Brühe, Yvonne Selinger Raum zum Denken – Geschichte, Struktur und Nutzen des Bildungsnetzwerks Gesundheits- und Pflegeberufe
In den Ausbildungen der Gesundheits- und Pflegeberufe haben in den vergangenen Jahren Entwicklungen eingesetzt, die mit vielfältigen Veränderungen und Anforderungen einhergehen. Mit der Initiative zur Gründung und Unterstützung des Netzwerks Pflegeschulen reagierte die Robert Bosch Stiftung auf die damit verbundene Dynamik. Derzeit arbeiten fünf Vernetzungsstellen in diesem Netzwerk, um u.a. Workshops und Arbeitsgruppen für Lehrende an Bildungseinrichtungen der Gesundheits- und Pflegeberufe zu organisieren und zu begleiten. Nach einer umfangreichen finanziellen und ideellen Unterstützung beendete die Robert Bosch Stiftung im August 2008 planmäßig die finanzielle Förderung. Die Arbeit an den Vernetzungsstellen wird jedoch fortgesetzt. Der Artikel beschreibt Bildung und Beruf als Gegenstand der Netzwerkarbeit sowie die Struktur und Inhalte des Netzwerks. Mit einem neuen Namen soll der Bedeutung der erprobten und verstetigten Arbeit Rechnung getragen werden: Bildungsnetzwerk Gesundheits- und Pflegeberufe.
Pflegewissenschaft Ausgabe 09
vom 01.09.2009
200910 Frank Arens Ein Konzept zur Durchführung von Auslandspraktika in der Pflegeausbildung als Beitrag zur Qualitätsverbesserung des Bildungsprogramms Leonardo da Vinci
Globalisierung und Flexibilisierung verlangen zunehmend von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern die Bereitschaft zur Mobilität. Diese Bereitschaft soll durch das Berufsbildungsprogramm LEONARDO da Vinci bereits in der Berufsausbildung gefördert werden.
Pflegewissenschaft Ausgabe 10
vom 01.10.2009
200911 Michael Kreißl Arbeitsbelastungen von Pflegelehrer/Innen an staatlich anerkannten Altenpflegeschulen – Halbtagsjobber im Vollzeitjob – Eine qualitative Untersuchung
Obwohl für den Bereich der Altenpflege mit der Novellierung des Altenpflegegesetzes 2003 erstmals eine bundeseinheitliche Ausbildungsgrundlage mit umfangreichen Neuerungen realisiert wurde, findet pflegeberufliche Bildung noch immer in der Mehrheit der Bundesländer auch derzeit außerhalb des staatlichen Bildungssystems statt. Angesichts nahezu unveränderter finanzieller, personeller und struktureller Rahmenbedingungen der Altenpflegeschulen stellt sich die Frage, inwieweit die hauptamtlichen Lehrkräfte dieser Schulen die immer komplexer werdenden Ansprüche pflegeberuflicher Bildung bewältigen. In der Untersuchung werden Pflegelehrkräfte von staatlich anerkannten Altenpflegeschulen aus dem Raum Nordhessen hinsichtlich ihrer Arbeitsbelastungen befragt. Es zeigt sich, dass die mit der Novellierung des AltPflG verbundenen Neuerungen der Ausbildung vor dem Hintergrund der spezifischen Rahmenbedingungen staatlich anerkannter Altenpflegeschulen zu besonderen Arbeitsbelastungen der hauptamtlichen Lehrkräfte dieser Schulen führt. Dazu zählen insbesondere die Vielzahl externer Dozenten, die sehr heterogenen Lernvoraussetzungen der Schüler/Innen, das oftmals mangelnde Ausbildungsinteresse zahlreicher Praxiseinrichtungen sowie der überwiegend nur im Rahmen einer Halbtagsstelle zugestandene zeitliche Rahmen dieser Lehrkräfte.
Pflegewissenschaft Ausgabe 11
vom 01.11.2009
200911 Birgit Panke-Kochinke Blended Learning in der Pflegewissenschaft – Entwurf einer hochschuldidaktischen Kultur der medialen Differenz
Die Grundlage für eine hochschuldidaktische Kultur der medialen Differenz im Rahmen von Blended Learning ist denkbar einfach: es ist die kooperative Produktion eines Textes. Kooperation in der Interaktion ist das Schlüsselwort, das ein Lernen in Blended Learning Arrangements auszeichnet. Kooperation über Texte im WWW muss eingeübt werden. Kooperation über Sprache in der face-to-face-Kommunikation ebenfalls. Die Dissonanz ist der Ansatzpunkt, der emotional und intellektuell Kooperation anregt. Projektorientierte Arbeitsweisen sind das Mittel dazu. Labilisierung der Weg. Die personale Identitätsbildung der erfahrungsgenerierende Kompetenzgewinn. Das Ergebnis ist wiederum ein Text. Er spiegelt die gelungene Kooperation wider. Der fachdidaktische Fokus eines entsprechend begründeten Modells ist dabei getragen von der Erkenntnis, dass sich eine patientenorientierte Pflege nur umsetzen lässt, wenn man sich auch auf Formen von medialer Kommunikation einlässt und um ihre Wirkung weiß. Dazu gehört auch, zu wissen, dass fragmentierte Körperlichkeit die Interaktion bestimmt und Technik ein integraler Bestandteil derselben ist. Rationale Urteilsbildung im Feld medialer Vielfalt als transferierbare Erfahrung ist so eine Grundlage für und von Empathie. Und diese kann durch die Integration von Blended Learning Konzepten in das Studium eingeübt werden.
Pflegewissenschaft Ausgabe 11
vom 01.11.2009
201001 Mario Albrecht, Karin Wolf-Ostermann, Heiner Friesacher Pflege und Technik – konventionelle oder IT-gestützte Pflegedokumentation – spiegelt die Praxis den theoretischen Diskurs wider? Eine empirische Studie aus dem Bereich der stationären Altenpflege
Moderne Informationstechnologien schaffen neue Möglichkeiten und Bedürfnisse. Auch im Bereich der stationären Altenpflege sind Informationssysteme zur Verwaltung von Bewohner- und Klientendaten nicht mehr wegzudenken. Im theoretischen (I.) Teil beschäftigen wir uns, ausgehend von der Überlegung, was Pflegende zu Experten macht, mit dem Diskurs Pflege – Technik. Im empirischen (II.) Teil präsentieren wir eingangs eine Expertenbefragung sowie eine darauf aufbauende standardisierte Erhebung unter Pflegenden der stationären Altenpflege (n = 184). Im Ergebnis zeigen wir, dass sich der Tenor der theoretischen Diskussion in der Praxis nicht wiederfinden lässt. Diese Arbeit möchte am Beispiel der Auseinandersetzung mit der elektronischen Pflegedokumentation einen kritischen Blick auf die derzeitigen Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Einsatz technischer Innovationen lenken. Sie soll dazu dienen, die Entwicklungen zu hinterfragen, mit dem Ziel, dass sich die Pflegenden der Veränderungen und Einflüsse bewusst werden und dahin tendieren, diese aktiv mit zu gestalten.
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 01.01.2010
201005 Stephan Lücke Gesundheitsversorgung in peripheren ländlichen Räumen – Eine Chance für die Professionalisierung der Pflege?
Das Versorgungssystem gerät besonders in peripheren ländlichen Räumen durch die starke Zunahme älterer und chronisch kranker Menschen zunehmend unter Druck. Eine Neustrukturierung der Aufgaben der Gesundheitsberufe ist langfris-tig gesehen unumgänglich, um eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung aufrechtzuerhalten. Das ist inzwischen Konsens. Doch wer macht was? Die Antworten auf diese Fragen sind bis heute umstritten. Dieser Beitrag geht der Frage nach, welche konkreten Tätigkeiten von Pflegenden künftig hinsichtlich einer effektiven Gesundheitsversorgung übernommen werden sollten. Grundlage dieser Untersuchung bildet eine empirische Studie, die anhand qualitativer Experteninterviews mit Pflegeexperten durchgeführt wurde.
Pflegewissenschaft Ausgabe 05
vom 01.05.2010
201006 Filiz Küçük Die Situation pflegender Familienangehöriger von an Demenz erkrankten türkischen MigrantInnen in Berlin – Eine qualitative Studie zur Versorgung im häuslichen Umfeld
Etwa 1,1 Millionen Menschen sind in Deutschland an Demenz erkrankt. Dazu gehören auch hochaltrige MigrantInnen, deren Anzahl in den kommenden Jahren stark zunehmen wird. Bisher kaum untersucht ist der Umgang der Kinder demenziell erkrankter türkischer MigrantInnen mit der Pflege ihrer Angehörigen, die in der Regel im häuslichen Umfeld stattfindet. Von welcher Motivation sind diese Kinder getragen? Welche professionellen Hilfen nehmen sie in Anspruch? Was erwarten sie von unterstützenden Maßnahmen? Antworten auf diese Fragen gibt die vorliegende Studie. Die Aussagen aus sechs Interviews mit Angehörigen verdeutlichen eindrucksvoll, vor welchen großen Herausforderungen die Familienmitglieder in der Pflegesituation stehen.
Pflegewissenschaft Ausgabe 06
vom 01.06.2010
201012 Christoph Zulehner, Günter Thiele, Margit Raich, Daniela Deufert Professionelles Pflegemanagement – Modellentwicklung und Beschreibung
Unabhängig davon, ob es sich tendenziell um einen sozialdemokratisch oder um einen konservativ strukturierten Wohlfahrtsstaat handelt, zeigt sich in vielen europäischen Ländern eine Tendenz hin zur Liberalisierung. Diese Veränderungen bringen auch für die Leistungsanbieter im Gesundheits- und Sozialbereich ganz besondere Feldherausforderungen mit sich. Darüber hinaus strebt die Berufsgruppe der Pflegenden mittlerweile auch in den deutschsprachigen europäischen Ländern hin zur Akademisierung und somit hin zur Professionalisierung. Diese Veränderungen machen es notwendig, die Pflege dort, wo sie professionell angeboten wird, dementsprechend zu gestalten, also an einem Managementmodell auszurichten. Die vorliegende Publikation ist das Ergebnis einer Entwicklungsarbeit des Instituts für Pflegewissenschaft an der UMIT Hall in Tirol, die zum Ziel hatte, Pflegemanagement in eine geformte Systematik zu kleiden. Das Ergebnis ist ein Pflegemanagementmodell, das aus fünf Elementen besteht. Im Kern sind dies das Gemeinwohl im Sinne des öffentlichen Auftrags, die Effektivität bzw. das Sachziel und nachrangig die Effizienz im Sinne der Wirtschaftlichkeit. Flankiert werden die drei zentralen Sektoren von zwei Handlungsdimensionen. Diese beiden Handlungsdimensionen ermöglichen die Anwendung des Modells sowohl in der Lehre im Sinne des Systemverständnisses, als auch im Management im Sinne der Systemgestaltung. Damit möchte das UMIT-Modell einen Orientierungsrahmen in der Management-Forschung gleichermaßen wie für die Management-Praxis anbieten.
Pflegewissenschaft Ausgabe 12
vom 01.12.2010
201908 Dr. Johannes Krell Wie aussagekräftig ist das Stufenmodell zur Kompetenzentwicklung von Benner? Eine empirische Untersuchung.
Die zentrale Annahme des häufig zitierten Stufenmodells zur Kompetenzentwicklung nach Benner (2012) ist, dass Pflegende im Zuge wachsender Berufserfahrung „intuitiver“ handeln. Dies müsste mit einer geringeren Anzahl Situationen verbunden sein, in denen sie sich mit einem Problem konfrontiert sehen. Diese Hypothese konnte auf Basis einer Erhebung aus 2016 nicht bestätigt werden. Ein Erklärungsansatz ist, dass Pflegende mit wachsender Berufserfahrung komplexere Aufgaben übernehmen. Allerdings wird die Komplexität der Aufgaben nicht in Benners Modell berücksichtigt. Es wird daher vorgeschlagen, ihre Theorie zu erweitern.
Pädagogik der Gesundheitsberufe Ausgabe 08
vom 27.08.2019
201908 Gerd Gräfe, Sebastian Koch Verbesserung der Beruflichen Handlungskompetenz durch objektive structured clinical examination (OSCE)
Zum derzeitigen Zeitpunkt bestehen kaum belastbare Daten, aufgrund derer eine wissenschaftliche Betrachtung von erweiterten Versorgungsmaßnahmen hinsichtlich handlungskompetenter Durchführung durch Notfallsanitäter1 möglich ist. Ziel der vorliegenden Untersuchung war es zu prüfen, inwieweit ein OSCE-Verfahren im Rettungsdienst geeignet erscheint, die gesetzlich geforderten beruflichen Handlungskompetenzen mit adäquaten Instrumenten zu gewährleisten. Die empirische Untersuchung wurde als prospektive Studie in der Fortbildung von Rettungsdienst- personal geplant und im Rahmen eines Projektsemesters im Herbst 2015 an der Westsächsischen Hochschule Zwickau durchgeführt. Hierbei wurden N = 37 Studienteilnehmer in sechs Prüfungssatationen nach den jeweiligen SOP`s geprüft. Jede Prüfungstation wurde nach dem OSCE-Verfahren durch eingewiesene Prüfer kontrolliert und ausgewertet. N = 32 (86,5 %) der Teilnehmer benoteten den gesamten OSCE-Test im Fragebogen mit der Schulnote 2 und n = 5 (13,5 %) der Teilnehmer mit der Schulnote 1. N = 35 (94,5 %) der Teilnehmer gaben an, dass ein OSCE-Verfahren einen durchweg positiven Nutzen für den Beruf darstellt und den Transfer in die Praxis fördert. Für n = 22 (59,5 %) der Studienteilnehmer stellt das OSCE-Verfahren einen generellen Zugewinn in der Ausbildung zum Notfallsanitäter dar. Das OSCE-Verfahren kann ein Teil der Kompetenz- und Qualitätssicherung darstellen. Der Kern der beruflichen Handlungskompetenz bildet die Fähigkeit zum eigenständigen Denken als Ausdruck moralischer und intellektueller Reife sowie zur Übernahme von Verantwortung für das eigene Handeln. Die Lösung neuer Probleme wird als leichter empfunden, je ähnlicher sich die Prüfungs- und beruflichen Handlungssituationen darstellen.
Pädagogik der Gesundheitsberufe Ausgabe 08
vom 27.08.2019
201903 Prof. Dr. Heidrun Herzberg, Kathrin Bernateck Habitusmodifikation im beruflichen Weiterbildungsprozess. Ergebnisse einer qualitativen Studie zur Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum
Die Rekonstruktion professioneller Habitusmuster in der ambulanten Pflege legt die Modifikation beruflicher Praktiken nahe, um notwendige neue Formen der Versorgung zu entwickeln. Der folgende Beitrag identifiziert aktuelle professionelle Orientierungen und schlägt eine Öffnung konkreter Praxis in Richtung eines Bürger-Profi-Mix’ vor. Solche Weiterbildungsperspektiven müssen allerdings an die Orientierungen der betroffenen Zielgruppen anschließen. Habitusmodifikationen brauchen nachhaltige Erfahrungen, in denen implizites Wissen entsteht. Erst dieser Prozess entfaltet die Kompetenz neuer professioneller Reflexivität, die den Rahmen konventioneller gesundheitlicher Versorgungspraxis ausweitet.
Pädagogik der Gesundheitsberufe Ausgabe 03
vom 08.03.2019
201903 Michèl Süßmilch, Prof. Dr. Ulrike Morgenstern, Prof. Dr. Julia Göhler Eine qualitative Studie zur Exploration interprofessioneller und interkultureller Problemfelder als Grundlage eines Fortbildungskonzeptes für Lehrkräfte
Ziel der Studie ist es, typische interkulturelle und interprofessionelle Konfliktsituationen in der Notfallaufnahme zu erfassen, um einen auf diesen authentischen Problemlagen aufbauenden Lehrerworkshop zur Sensibilisierung einer differenzierten Haltung zu konzipieren. Die dafür durchgeführten 12 halbstandardisierten Interviews wurden inhaltsanalytisch ausgewertet und zeigen, dass es an Sprachbarrieren, interkulturellen Haltungs- und Problemmustern (z. B. negative Emotionen und Ablehnung gegenüber bestimmten Patientengruppen, Verantwortungsdelegation) sowie an den sich daraus ergebenden neuen Herausforderungen in der interprofessionellen Zusammenarbeit zu arbeiten gilt.
Pädagogik der Gesundheitsberufe Ausgabe 03
vom 08.03.2019
201803 Jeanette Siebert, Linda Frey, Silvia Beeh, Eva Stiefvater, Laura Bürkle, Prof. Dr. Hauke Schumann Simulationstraining in der Pflegeausbildung. Evidenz und Erfahrungen mit einer Lehremethode
Simulationsbasiertes Lehren und Lernen wird weltweit in der Qualifikation von Pflegenden eingesetzt und gewinnt auch in Deutschland eine immer größere Bedeutung. Im Sinne des Forschenden Lernens haben Studierende der Katholischen Hochschule Freiburg literaturbasierte Erkenntnisse ethnografisch-explorativ erhobenen Daten aus einem Studienbesuch in Ohio, USA gegenüber gestellt. Es bestätigt sich, dass Simulationstraining im Bereich von kommunikativen Kompetenzen und psychomotorischen Fertigkeiten besondere Stärken hat. Der Abgleich mit Forschungstagebüchern zeigt aber auch, dass die Effektivität des Simulationstrainings in hohem Maße von der konkreten didaktischen Ausgestaltung und dem Debriefing abhängig ist. In den USA ergaben sich nicht nur in Bezug auf die Pflegepraxis, sondern auch in Bezug auf die Gestaltung der Lehre, klare Hinweise für ein evidenzbasiertes Vorgehen. Ein hoher personeller und materieller Aufwand von Simulationslernen bedeutete jedoch nicht, dass die Effekte der Lehre mit der technischen und personellen Ausstattung anstiegen. Unter Einbezug empirischer Arbeiten werden in dieser Arbeit deshalb Eckpunkte zur sinnvollen Gestaltung von Simulationstraining für eine fundierte praktische Pflegeausbildung in Deutschland abgeleitet.
Pädagogik der Gesundheitsberufe Ausgabe 03
vom 06.03.2018
201712 Heike Fink, Martina König-Bachmann, Heidi Oberhauser, Cornelia Schöffthaler Entwicklung eines Fragebogens zur Erfassung der Lerneffekte mit Portfolioarbeit
Die Entwicklung und Implementierung von Portfolioarbeit gewinnt in der fachhochschulischen Ausbildung von Gesundheitsberufen an Bedeutung. Das Portfolio ermöglicht einen Blick auf eine prozessuale und selbstreflexive Lernentwicklung sowohl für die Studierenden wie auch für deren Lehrende. In der Literatur beschriebene Lerneffekte betreffen die Reflexionsfähigkeit, die Autonomie für das eigene Lernen, eine Sensibilisierung für Lernstrategien, die Vernetzung von Theorie und Praxis und eine Verbesserung der Schreibkompetenz. Ein interprofessionelles Lehrendenteam entwickelte in einem mehrstufigen Verfahren einen reliablen und teil-validen Fragebogen, der die in der Literatur beschriebenen Lerneffekte messen kann. Im Herbst 2016 wurde eine Kohorte zu Ausbildungsbeginn befragt, deren Nachher-Befragung wird im Juni 2019 erfolgen. Die ausgewählten Lerneffekte können mit diesem Studiendesign gemessen, aber nicht ausschließlich dem Portfolio zugeschrieben werden.
Pädagogik der Gesundheitsberufe Ausgabe 12
vom 13.12.2017
201709 Prof. Dr. Ulrike Morgenstern, Melanie Scheerer Problemorientiertes Lernen in der Gesundheits- und Krankenpflege - eine innovative Lernmethode?
Demografische, sozialpolitische und ökonomische Veränderungen im Gesundheitswesen stellen uns vor neue Anforderungen, die bewältigt werden müssen. Aus pädagogischer Sicht liegt hier die Notwendigkeit für innovative Lehr- und Lernmethoden. Damit die künftigen Gesundheits- und Krankenpfleger in der Lage sind problemorientierte Lösungen für komplexe Situationen im interdisziplinären Team generieren zu können, gewinnt das problemorientierte Lernen an Bedeutung in den Berufsschulen. Untersucht wurde die aktuelle Anwendung von problemorientiertem Lernen (POL) in der Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung, wobei Defizite aufgedeckt wurden und ein Fortbildungsbedarf konkretisiert wurde.
Pädagogik der Gesundheitsberufe Ausgabe 09
vom 01.09.2017
201709 Christopher Dietrich Koordinaten für eine erfolgreiche Inklusion von Menschen mit Behinderung in der Pflegeausbildung. Eine kritische Positionsbestimmung zur theoretischen und berufsfelddidaktischen Annäherung
Dem Thema Inklusion von Menschen mit Behinderung wird in letzter Zeit wieder vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt. In Deutschland wurden 2009 die UN-Behindertenrechtskonventionen ratifiziert, aber nicht ausreichend umgesetzt. Insbesondere fällt der Übergang vom schulischen in den beruflichen Bereich schwer, da nur wenige Angebote zur Unterstützung vorliegen. Die berufsschulische Ausbildung bietet bislang nur wenig Unterstützungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen an. Doch die Inklusion von Menschen mit Behinderung benötigt auch angepasste Ausbildungsmöglichkeiten. Um diese in die Curricula zu implementieren und Besonderheiten aufzuzeigen, benötigt es eine berufsfelddidaktische Analyse; um die Potenziale einschätzen zu können, eine kritische Auseinandersetzung aus der Perspektive der Pflege.
Pädagogik der Gesundheitsberufe Ausgabe 09
vom 01.09.2017
201607 Prof. Dr. Karl-Heinz Sahmel Was ist eine gute Pflegelehrerin? Auf der Suche nach pädagogischen Kompetenzen
Seit je werden an die Tätigkeit des Lehrers sehr hohe Anforderungen gestellt. Dies belegen erneut die in den letzten Jahren erschienenen Forschungen zur Aktivität von Lehrenden und die Wirkung auf die Lernenden. Wenn dabei verstärkt von pädagogischen „Kompetenzen“ die Rede ist, müssen diese breit angelegten Merkmale des guten Lehrers/der guten Lehrerin kritisch analysiert und diskutiert werden. Insbesondere in Bezug auf die Lehrtätigkeit im Pflegebereich sollte man sich hier vor überzogenen Erwartungen hüten.
Pädagogik der Gesundheitsberufe Ausgabe 07
vom 14.07.2016
201512 Dr. Anga Engelke-Herrmannsfeldt, Prof. Dr. Johann Behrens Die Vermittlung der Körpersprache in physiotherapeutischen Lehrbüchern
Ziel der Untersuchung war es, physiotherapeutische Fachliteratur zu untersuchen mit Blick auf die Vermittlung körperlicher Fähigkeiten zur Gestaltung der Interaktion in kommunikativ schwierigen Situationen. Und zwar durch die Analyse und Beschreibung körperlicher, mentaler und emotionaler Vorgänge, die der Entstehung körperlicher Gesten und Ausdruckformen in kommunikativ schwierigen Situationen vorausgehen und sie begleiten sollen. Zur Bearbeitung der Zielstellung fand eine systematische Untersuchung von Lehrbüchern aus dem Fachbereich der Physiotherapie auf Grundlage der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring statt. Die Lehrbücher machen eine Erwartung an den verallgemeinerten Physiotherapeuten deutlich, aber konkrete berufstypische Fähigkeiten oder Fertigkeiten werden nicht hinreichend beschrieben oder erläutert, um die Behandlungssituation als dialogische Kommunikation zweier gleichberechtigter Partner zu gestalten. Das bestehende System der Lehrbücher erfordert eine kritische Reflexion und Prüfung.
Pädagogik der Gesundheitsberufe Ausgabe 12
vom 18.12.2015
201511 Claudia Schneider, Prof. Dr. Mathias Bonse-Rohmann, Prof. Dr. Thomas Heidenreich Ressourcen und Belastungen im Berufsalltag von Lehrenden an Altenpflegeschulen - Erste Konsequenzen für eine umfassende Gesundheitsförderung
Die Situation der Lehrenden an Altenpflegeschulen ist bislang nur unzureichend untersucht worden. Die Ausbildungsqualität steht jedoch im Zusammenhang mit der Lehrendengesundheit und ist vor dem Hintergrund, dass sich diese Lehrenden an einer zentralen Stelle für die Qualifizierung der zukünftigen, dringend benötigten Altenpflegefachkräfte befinden, von zentraler Bedeutung. Im Jahr 2 13 wurden Ressourcen und Belastungen aus fünf Bereichen im Berufsalltag der Lehrenden an Altenpflegeschulen in Baden- Württemberg empirisch erfasst. Explorativ wurden die ermittelten Ergebnisse zusätzlich trägerspezifisch betrachtet und inferenzstatistisch auf Unterschiede zwischen der Situation an staatlichen Altenpflegeschulen und an Altenpflegeschulen in freier Trägerschaft geprüft. Hierbei zeigten sich einzelne signifikante Unterschiede, die als Ausgangspunkte für notwendige Veränderungen im Berufsalltag der Lehrenden sowie als Anhaltspunkte für weitere Forschungsarbeiten dienen können.
Pädagogik der Gesundheitsberufe Ausgabe 11
vom 30.11.2015
201511 Prof. Dr. Annette Riedel, Birte Kimmerle, Prof. Dr. Mathias Bonse-Rohmann, Josef Huber, Eva Ruhland Spannungsfelder am Übergang von der beruflichen Bildung und Praxis an die Hochschule
Wie gestalten sich Übergänge aus der beruflichen Bildung und Praxis an die Hochschule für pflegeberuflich Qualifizierte? Welche Möglichkeiten gibt es, pflegeberuflich Qualifizierten den Übergang ins Studium zu erleichtern? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Forschungsprojekt FUgE (Förderung der Uebergänge und des Erfolgs im Studium) an der Hochschule Esslingen. Im Zentrum des Projekts steht die Erfassung und Analyse der Bedingungen und Bedürfnisse pflegeberuflich qualifizierter Studierender und deren Herausforderungen während des Übergangs, um bedarfsgerechte Angebote zur Förderung dieser Zielgruppe und deren Erfolg im Studiumzu entwickeln. Dieser Beitrag fokussiert die Frage, welche Spannungsfelder sich am Übergang zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung offenbaren und welche Anforderungen sich daraus für die Hochschulen ergeben. Ausgewählte Handlungsoptionen werden dargestellt und anhand geplanter oder bereits umgesetzter Maßnahmen des Projekts konkretisiert.
Pädagogik der Gesundheitsberufe Ausgabe 11
vom 30.11.2015
201512 Mag. Irene Zauner-Leitner, Prof. Dr. Michael Bossle Lehrende und Lernende der Pflege- und Sozialberufe an einem historischen Ort des Leides: Möglichkeiten der Reflexion und Vertiefung
Zusätzlich zu der Erfahrung des „historischen Ortes“ und seiner Geschichte ergeben sich am Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim (LGSH)/Österreich für Lehrende und Lernende der Gesunden- und Krankenpflege besondere Anknüpfungspunkte zu ihrer Ausbildung und ihrem Berufsalltag. Um eine gezielte Reflexion und Sensibilisierung – auch in Bezug auf die Geschichte der eigenen Berufsgruppe sowie hinsichtlich ethischen Handelns im gegenwärtigen Pflegealltag – zu ermöglichen, wurde am Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim/Österreich das Begleitung- und Vertiefungsprogramm „BerufsbildMenschenbild“ entwickelt. Es ermöglicht die berufsspezifische Vertiefung eines Besuches des LGSH sowie den Transfer zwischen Geschichte und Gegenwart. Lehrpersonen erhalten dafür im Vorfeld vorbereitende Materialien via CD-ROM zugesandt und können aus 5 vertiefenden Modulen jenes auswählen, welches nach einer Begleitung durch Ausstellung und Gedenkstätte durchgeführt werden soll. Der LGSH stellt dafür Materialien und Räumlichkeiten zur Verfügun
Geschichte der Pflege Ausgabe 12
vom 22.12.2015
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Verlauf von 2005 bis 2018
2005
2007
2009
2011
2013
2015
2017
2019
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