hps

Artikelnummer Autor/innen Titel Zeitschrift Ausgabe Vorschau
201903 Katja Daugardt, Christiane Knecht, PhD, Prof. Dr. Andreas Büscher, Prof. Dr. Sabine Metzing Herausforderungen für Familien mit einem chronisch kranken Kind im Prozess der Migration - Eine Literaturstudie
Diese Literaturstudie geht den Fragen nach, wie Familien mit einem chronisch kranken Kind im Prozess der Migration die Erkrankung des Kindes erleben, die Situation bewältigen und ob sich diese und Unterstützungsbedarfe von betroffenen Familien ohne Migration unterscheidet. Es zeigten sich Parallelen zur Situation betroffener Familien ohne Migration. Zusätzlich konnten Sprache, Wissensdefizite und kulturelle Einflüsse als Aspekte identifiziert werden, die das Erleben und Bewältigungshandeln speziell von Familien im Prozess der Migration beeinflussen können.
Pflegewissenschaft Ausgabe 03
vom 29.03.2019
201903 Frauke Wiedermann, Thomas Schnittger, Dr. Julia Gockel, Antje Heckroth, Anne Mertens, Jasmin Overberg, Prof. Dr. Heinke Röbken, Prof. Dr. Martina Kadmon Evidence-based Practice in Krankenhäusern im Nordwesten Deutschlands. Status quo und Einfluss soziodemografischer Merkmale von Pflegenden auf Kenntnisse und Anwendung von EBP sowie Einstellungen gegenüber EBP
Obwohl eine Evidence-based Practice (EBP) in Deutschland seit langem gesetzlich verankert ist, wird diese immer noch unzureichend umgesetzt. Die Befragung von Pflegenden in sechs deutschen Krankenhäusern zeigt, dass weniger als die Hälfte der Pflegenden über Wissen zu EBP verfügt und noch weniger EBP in der Praxis auch anwenden. Soziodemografische Merkmale der Pflegenden wie Alter, Geschlecht, Jahre der Berufstätigkeit und Zeitpunkt der Ausbildung beeinflussen dabei sowohl Wissen und Anwendung von EBP als auch die Bewertung förderlicher und hinderlicher Faktoren zur Umsetzung von EBP in der Pflegepraxis.
Pflegewissenschaft Ausgabe 03
vom 29.03.2019
201903 Margarete Reiter, Prof. Dr. Sabine Bartholomeyczik, Prof. Dr. Inge Eberl Ernährung, körperliche Aktivität, Therapienebenwirkungen und Lebensqualität bei PatientInnen mit einem kolorektalen Karzinom - Eine Literaturübersicht
Ziel der Literaturrecherche war eine Bestandsaufnahme zu Ernährungs- und Bewegungsinterventionen bei PatientInnen mit einem kolorektalen Karzinom und die Untersuchung deren Wirksamkeit auf Therapienebenwirkungen und die Lebensqualität. Die Recherche bildete die Grundlage für die Entwicklung und Evaluation eines pflegegeleiteten onkologischen Beratungskonzeptes. Die Suche wurde in den Datenbanken Medline, Cochrane Library, Embase und CancerLit durchgeführt. Die Ergebnisse der 25 Studien zeigten, dass die Ernährungsinterventionen häufig den Ernährungsstatus der PatientInnen verbesserten. Zudem kam es in etlichen Studien, durch verschiedene Ernährungs- und Bewegungsinterventionen, zu einer Reduktion von Therapienebenwirkungen und zu einer Verbesserung der Lebensqualität.
Pflegewissenschaft Ausgabe 03
vom 29.03.2019
201903 Sabine Katzdobler, Prof. Dr. Elisabeth Nöhammer, Theresa Markl, Prof. Dr. Harald Stummer Die Messung psychischer Belastungen in Alten- und Pflegeheimen – gesetzliche Pflicht oder Chance?
Seit mittlerweile fünf Jahren sind Unternehmen in Österreich und Deutschland gesetzlich dazu verpflichtet, die Evaluierung bzw. Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen durchzuführen. Eine Verringerung psychosozialer Belastungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist speziell in Hochrisikobereichen wie der Gesundheitswirtschaft wesentlich. Mittels telefonischer Befragungen bei Alten- und Pflegeheimen in zwei österreichischen Bundesländern wurde eine hohe Rate an erfolgten Evaluierungen bestätigt, allerdings wurden eher allgemeine, zum Teil oberflächliche, Instrumente verwendet. Damit wird der Komplexität der Berufsfelder oft nicht Rechnung getragen, sondern vor allem Überblicksdaten generiert. Der Nutzen dieser Erhebungen ist daher noch nicht vollständig ausgeschöpft.
Pflegewissenschaft Ausgabe 03
vom 29.03.2019
201808 Sabine Daxberger, Dr. Lena Marie Wirth, Prof. Dr. Manfred Hülsken-Giesler Technikgestützte Steuerung von Arbeitsprozessen in der ambulanten Pflege - eine transdisziplinäre Betrachtung
Vor dem Hintergrund der demografischen und technologischen Entwicklung widmet sich dieser Artikel einer Analyse von verschiedenen Auswirkungen im Arbeitsfeld der ambulanten Pflege. Hierfür werden ausgewählte Ergebnisse zur Organisation eines BMBF Projektes der Pflegearbeit, zu Indirekter Steuerung und Interessierter Selbstgefährdung sowie zur Rolle von Smartphones in Arbeitsprozessen vorgestellt und diskutiert. Die Auswertung von Experteninterviews mittels qualitativer Inhaltsanalyse zeigt dabei, dass neue computergestützte Technologien grundsätzlich positiv aufgenommen werden, dass jedoch die organisationale Einbindung und die Steuerung der Arbeit häufig völlig unreflektiert bleiben. Als positive Erfahrungen werden hingegen die Stärkung bezugspflegerischer Elemente und die strukturelle Verankerung der Pflegeverantwortung im Prozess erlebt.
Pflegewissenschaft Ausgabe 08
vom 28.08.2018
201801 Dr. rer. cur. Andreas Fraunhofer, Prof. Dr. Christine Bolt Hermeneutische Studiengangsentwicklung. Ein Musterbeispiel in der Pflegewissenschaft aus Bayern.
Die grundständige Akademisierung der Pflege erreicht mit dem Pflegeberufereformgesetz vom 22.06.2017 eine neue Dimension. Dennoch darf die hochschulische Ausbildung der zukünftigen Pflegekräfte nicht auf dem Bachelorniveau verbleiben. Neuartige, passgenaue und praxisorientierte Angebote sollen berufstätige Pflegende motivieren, sich auch während ihrer Berufstätigkeit weiterzubilden. Obwohl eine hermeneutische Studiengangsentwicklung mit Hilfe eines Mixed-Methodes-Verfahrens zweifelsfrei aufwendig ist, rückt sie die Nachfrageorientierung in das Zentrum der Entwicklung und steigert so die Nachhaltigkeit des Angebotes.
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 31.01.2018
201706 Manuela Grieser, Sven Hoffmann, Gnger Gantschnig, Gerda Malojer, Peter Ullmann, Eduard Felber, Sabine Hahn Skills und Grades in Schweizer Psychiatrien - Bestandsaufnahme und Blick nach Vorn
Hintergrund: Aufgrund bildungspolitischer Veränderungen, Kostendruck und Pflegenotstand versuchen Pflegedienstleiter den besten Personalmix anzustreben. Zielsetzung: Bisher gibt es noch keine systematische Erhebung zum Stand der Entwicklungen im Bereich Skill- und Grademix in psychiatrischen Kliniken. Methodik: Mit der vorliegender deskriptiven Studie sollen erste Erkenntnisse gewonnen werden. Ergebnisse: Skill- und Grademix Projekte werden in fast allen Schweizer Klinken mittels verschiedener Massnahmen eingeführt. Eine tragende Berufsgruppe im Grademix sind Fachpersonen aus der Tertiärstufe A. Diskussion: Eine systematische Vorgehensweise bei der Einführung von Skill- und Grademix ist anzu-streben. Die Wirksamkeit von Skill- und Grademixprojekten müsste durch Begleitforschung evaluiert werden.
Pflegewissenschaft Ausgabe 06
vom 02.06.2017
201706 Dr. Hubert Kolling Nachruf: Karin Wittneben
Pflegewissenschaft Ausgabe 06
vom 02.06.2017
201702 Sabine Pieniak Die Inanspruchnahme von Beratungs- und Entlastungsleistungen durch pflegende Angehörige von an Demenz erkrankten Familienmitgliedern in der häuslichen Versorgung
Trotz vorhandener Beratungs- und Entlastungsangebote für pflegende Angehörige von Demenzerkrankten ist deren Nutzung aufgrund zahlreicher Barrieren nur gering. Es existieren personenbezogene Barrieren, wie negative Einstellungen und Erwartungen, und angebotsbedingte Hürden, wie Qualitätsmängel. Zu den am häufigsten beschriebenen Barrieren zählen eine fehlende Bedarfseinschätzung, die Angst vor einer Stigmatisierung sowie die Ablehnung des Demenzerkrankten. Die Tatsache, dass die Barrieren schon seit Jahrzehnten bestehen und bis heute noch nicht beseitigt wurden, lässt darauf schließen, dass die bisherigen Maßnahmen zur Beseitigung der Barrieren bzw. zur Förderung einer Inanspruchnahme nicht ausreichend wirken. Eine der gewichtigsten Barrieren, die in der Literatur beschrieben werden, ist die Unkenntnis der pflegenden Angehörigen über bestehende Angebote. Es sind Maßnahmen erforderlich, die einen wirksamen Wissenszuwachs über vorhandene Beratungs- und Entlastungsangebote sowie deren Zugang und Nutzen erreichen. Zugangsfördernde Faktoren, wie z.B. Niederschwelligkeit, Legitimierung, Vertrauensaufbau, Wertschätzung und Professionalität erleichtern den Zugang und fördern eine Inanspruchnahme.
Pflegewissenschaft Ausgabe 02
vom 09.02.2017
201612 Saskia Walker, Beatrix Kissling, Dr. Heidi Petry Mangelernährung im Akutspital – Ein Pilotprojekt zur Förderung der ernährungsspezifischen Pflegeprozessplanung und -dokumentation
Die Mangelernährung stellt ein relevantes Problem im Akutspital dar. Um diese Patienten und Patientinnen effektiv betreuen zu können, ist ein erweitertes theoretisches und praktisches Wissen bei den Pflegefachpersonen notwendig. Die hier vorliegende Pilotstudie untersuchte, ob sich durch eine gezielte Schulung des Pflegefachpersonals einer medizinischen Akutstation, die ernährungsspezifische Dokumentation zur Prozessplanung verbessert. Dazu wurden 126 Dokumentationen vor und nach der Schulung von 19 Pflegefachpersonen in der Anwendung eines Handlungsleitfadens evaluiert. Die Daten wurden anhand deskriptiver Statistik analysiert. Die Ergebnisse zeigten eine signifikante Verbesserung (p
Pflegewissenschaft Ausgabe 12
vom 19.12.2016
201606 Dr. phil. Sabine Wöhlke, Prof. Dr. Claudia Wiesemann Moral distress im Pflegealltag und seine Bedeutung für die Implementierung von Advance Care Planning
Moral distress ist ein unter Pflegekräften weit verbreitetes Phänomen. Ursache ist Überforderung in moralisch belastenden Situationen, z.B. wenn strukturelle Vorgaben der Institution und persönliche Wertvorstellungen unauflösbar miteinander zu konfligieren scheinen. Typische Konflikte sind in der End-of-Life Care zu finden. Advance Care Planning (ACP), die systematische Planung von Pflege- und Therapiemaßnahmen gemeinsam mit dem Patienten am Lebensende, kann moralische Konflikte in dieser Situation reduzieren. Studien, die Auswirkungen von ACP im Alltag untersuchen, haben allerdings die Perspektive der Pflegenden bisher nicht berücksichtigt. Wir erläutern aus theoretisch-konzeptioneller Perspektive verschiedene Definitionen von moralischem Stress in der Pflege und beschreiben dessen Auswirkungen auf den Pflegealltag. Wir fragen, ob ACP ein geeignetes Verfahren für die Reduzierung von moralischem Stress ist und wie die Interessen der Pflegeberufe bei der Implementierung von ACP berücksichtigt werden sollten.
Pflegewissenschaft Ausgabe 06
vom 07.06.2016
201606 Vanessa Zilio, Mag. Sabine Huber, Dr. Franco Mantovan Postoperatives Delirium: Risikofaktoren und präventive Interventionsmaßnahmen im perioperativen Bereich. Eine narrative Literaturübersicht
Das postoperative Delir ist eine Form des Delirs, dessen Entstehen vor allem durch Operation, Anästhesie und deren Folgen begünstigt wird. 37-46% aller chirurgischen Patienten und 87% der Patienten auf Intensivstationen erleiden während ihres Krankenhausaufenthaltes ein Delir. Um die Inzidenz von einem postoperativen Delir zu reduzieren, bedarf es einer geeigneten Prävention. Daraus ergibt sich die Frage, welche Risikofaktoren für die Entwicklung eines Delirs modifizierbare Faktoren sind und damit durch gezielte Intervention die Delir-Inzidenz reduziert werden kann. Um die Frage zu beantworten, wurde eine Literatursichtung in den Datenbanken Embase, PubMed, CINAHL, Cochrane Library, Psychinfo und Tripdatabase durchgeführt, wobei folgende Schlüsselwörter für die Suche verwendet wurden: „Postoperatives Delirium“, „Risikofaktoren“, „Prävention“, „Interventionen“. Aus der Literaturübersicht resultieren folgende modifizierbare Risikofaktoren für das Delir: Abweichung von Blutanalyseergebnissen, Hypoxie, Medikamente, sensorische Deprivation und Schmerz. Aufgrund der unterschiedlichen Risikofaktoren, für deren Modifikation es verschiedener Berufsgruppen bedarf, ist die Zusammenarbeit eines multikompetenten, interdisziplinären Teams erforderlich. Dieses Team sollte auf Patienten mit Delir spezialisiert sein und sowohl die Risikoeinschätzung, als auch die Interventionsplanung und dessen Durchführung übernehmen. Dies sollte innerhalb der ersten 24 Stunden nach Aufnahme des Patienten geschehen.
Pflegewissenschaft Ausgabe 06
vom 07.06.2016
201603 Prof. Dr. Sabine Weißflog, Dr. Susanne Schoppmann, Prof. Dr. Dirk Richter Aufgaben und Tätigkeiten der Ambulanten Psychiatrischen Pflege in der Schweiz und in Deutschland: Ergebnisse eines länderübergreifenden Forschungsprojektes
Die ambulante pflegerische Versorgung von Menschen mit einer diagnostizierten psychischen Erkrankung gewinnt zunehmend an Bedeutung. Die Betreuung findet mehr und mehr im direkten Lebensumfeld dieser Menschen statt, weshalb die Tätigkeiten der Ambulanten Psychiatrischen Pflege (APP) komplex und fachlich anspruchsvoll sind. Allerdings mangelt es an empirisch gestützten Aussagen zu den Aufgaben und Tätigkeiten der APP in der Schweiz und in Deutschland. Die vorliegende Untersuchung widmet sich diesem Thema. Auf der Grundlage von Ergebnissen aus Fokusgruppen wurde ein Fragebogen entwickelt. Im Rahmen einer Delphi-Befragung wurden die Interviewergebnisse von ambulant-psychiatrisch Pflegenden aus Deutschland und der Schweiz in mehreren Runden validiert. Die Ergebnisse zeigten, dass es eine breite Übereinstimmung zu den Aufgaben und Tätigkeiten der ambulanten psychiatrischen Pflege zwischen den beiden Ländern, aber auch im Vergleich mit der internationalen Literatur gibt.
Pflegewissenschaft Ausgabe 03
vom 23.03.2016
201603 Mandy Bußler, Sabine Gregersen, Albert Nienhaus Gesundheitsförderliche Führung. Eine explorative Interviewstudie mit Pflegedienstleitungen in Kliniken
Der Zusammenhang von Führungsverhalten und Mitarbeitergesundheit wurde in diversen Studien wissenschaftlich untersucht. Doch gibt es kaum Erkenntnisse, inwieweit Pflegedienstleitungen (PDLs) in Kliniken für diese Thematik sensibilisiert sind. Ziel der Studie ist, mithilfe fünf qualitativer Interviews zu erfassen, ob sie die Gesundheitsförderung der Mitarbeiter als zentrale Führungsaufgabe wahrnehmen. Die Ergebnisse zeigen, dass PDLs über ein Gesundheits- und Führungsverständnis verfügen, das die Gesundheitsförderung der Mitarbeiter begünstigt. Obwohl sie der Gesundheitsförderung nachkommen, benennen sie diese nicht als zentrale Führungsaufgabe. Die PDLs erkennen für sich einen direkten Einfluss auf die ihnen unterstellten Stationsleitungen und schreiben die direkte Gesundheitsförderung der Pflegekräfte überwiegend den Stationsleitungen zu. Zudem werden gesellschaftliche, unternehmerische und personelle Problemfelder ersichtlich, die weiteren Forschungs- und Handlungsbedarf nach sich ziehen.
Pflegewissenschaft Ausgabe 03
vom 23.03.2016
201601 Frauke Wiedermann, Michael Brückner, Christian Johannßen, Petra Rothe Rollen professioneller Pflege – Veränderungen im Kontext des berufsbegleitenden Studienganges „Bachelor of Nursing“
Auch wenn die Notwendigkeit der hochschulischen Qualifizierung von Pflegefachkräften für patientennahe Bereiche unbestritten ist, besteht Klärungsbedarf zu deren konkreter Rolle in den verschiedenen Versorgungspettings. Ziel der explorativ ausgerichteten Online-Befragung von 119 Absolventinnen und Absolventen des deutschniederländischen Kooperationsstudienganges Bachelor of Nursing war u.a., Aufschluss über die beruflichen Rollen der Pflegefachkräfte sowie in diesem Kontext zur Umsetzung einer evidenzbasierten Pflegepraxis (EBP) vor und nach dem Studium zu bekommen. Im Ergebnis zeigte sich eine Verbreiterung des rollenbezogenen Berufsprofils nach dem Studium, insbesondere auf der Meso- und Makroebene. Ebenso förderte das Studium tendenziell die Integration evidenzbasierter Pflege in die Versorgungseinrichtungen. Empfohlen wird weitere Forschung zu den Einflussfaktoren von Studiengängen auf die Rollenentwicklung der Pflege sowie die Integration von Rollenkonzepten in die Weiterentwicklung des Pflegeberufs.
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 27.01.2016
201601 Paulina Wosko Herausforderungen im Berufsalltag von HIVpositiven und an AIDS erkrankten Menschen – Systematische Literaturübersicht zum Erleben Betroffener
Die HIV Infektion trifft sehr häufig Personen im erwerbsfähigen Alter. Aufgrund verbesserter Therapiemaßnahmen und folglich der Chronifizierung der Erkrankung sind die Betroffenen zunehmend mit der Anforderung konfrontiert, Erwerbsarbeit (wieder-)aufzunehmen bzw. aufrechtzuerhalten. Wie dies gelingen kann und dennoch die Anforderungen des Therapieregimes erfüllt werden können, ist daher bedeutsam. Für die Entwicklung adäquater Unterstützungsangebote ist es zunächst erforderlich zu wissen, wie HIV positive und an AIDS erkrankte Menschen den beruflichen Wiedereinstieg bzw. den Arbeitsalltag erleben. Zur Erfassung des Forschungsstandes wurde eine systematische Literaturrecherche durchgeführt. Insgesamt konnten 12 qualitative Studien identifiziert und in die Analyse eingeschlossen werden.
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 27.01.2016
201512 Mag. Christiane Kreyer, Univ.-Prof. Dr. Sabine Pleschberger Bewältigungsherausforderungen Angehöriger in der häuslichen Palliativversorgung. Eine Einzelfallstudie
Angehörige tragen entscheidend zum Gelingen der häuslichen Palliativversorgung bei, jedoch sind sie stark belastet und haben selbst ein hohes Risiko zu erkranken. Der Beitrag beschäftigt sich mit der Frage, wie eine häusliche Palliativversorgung aus der Perspektive der Angehörigen verläuft. Dazu wurde eine qualitative longitudinale Einzelfallstudie durchgeführt. Die Falldokumentation umfasst vier offene Interviews mit einem Angehörigen sowie Feldnotizen. Die Daten wurden fallrekonstruktiv ausgewertet. Es zeigte sich, dass die häusliche Palliativversorgung in Phasen abgebildet werden kann, die durch Unterschiede in der Stabilität gekennzeichnet sind. Die Phasen wechseln für die Beteiligten plötzlich und unerwartet und erzeugen eine zunehmende Dynamik. Diese hat Auswirkungen auf die Handlungsfähigkeit und geht mit veränderten Bewältigungsherausforderungen für Angehörige einher. Pflegeinterventionen können zur Stabilisierung des Systems beitragen, dies gilt es näher zu untersuchen.
Pflegewissenschaft Ausgabe 12
vom 18.12.2015
201512 Sabine Erbschwendtner, Prof. Dr. Michael Bossle, Univ.-Prof. Dr. Hermann Brandenburg Clownvisiten bei Kindern und Erwachsenen. Eine systematische Literaturübersicht
Clownvisiten im Gesundheitsbereich und in der Altenhilfe gewinnen zunehmend an Bedeutung. Die Fragen nach den Auswirkungen von Interventionen von und mit Clowns, in diesen Settings, stehen im Zentrum des vorliegenden systematischen Reviews. Insgesamt können 26 Publikationen in die Analyse eingeschlossen werden. Eine Vielzahl davon kann der Pädiatrie und dort überwiegend der Auseinandersetzung mit präoperativer Angst, zugeordnet werden. Bei Erwachsenen sind Clowns im Kontext der In-vitro Fertilisation, bei chronischen und psychiatrischen Erkrankungen sowie im gerontologischen Bereich zu finden. In den Arbeiten mit qualitativen Designs wird die Komplexität von Clowninterventionen deutlich. Die quantitativen Studien zeigen wenige, überwiegend positive Effekte. Um generalisierbare Aussagen über Clowns und die Auswirkungen ihrer Arbeit treffen zu können, fehlen derzeit differenzierte Untersuchungen von ausreichender wissenschaftlicher Güte.
Pflegewissenschaft Ausgabe 12
vom 18.12.2015
201510 Anne Schmitt Methodenmix bei der interkulturellen Adaptation des Premature Infant Pain Profile (PIPP) an die deutsche Sprache und Kultur
Fragestellung: Dieser Beitrag handelt von dem verwendeten Methodenmix bei der Übersetzung und interkulturellen Adaptation des englischsprachigen Premature Infant Pain Profile (PIPP) in die deutsche Sprache. Das Forschungsdesign und die Forschungsmethoden des Übersetzungs- und Adaptationsprozesses sind ein Methodenmix aus verschiedenen Methoden mit qualitativen und quantitativen Anteilen. Die Äquivalenzkategorien und das Übersetzungsverfahren wurden im Forschungsprozess identifiziert bzw. entwickelt und wie das ausgesuchte Pretest-Verfahren in Bezug zu nationalen und internationalen Methoden aus der Wirtschafts-, Sozial- Gesundheits- und Pflegeforschung gestellt. Ergebnisse und Schlussfolgerungen: Die qualitativen und quantitativen Anteile der angewandten Methoden werden dargestellt. Das ‚allgemeine lineare Modell der Forschung‘ zur Beurteilung des Übersetzungsverfahrens konnte nur begrenzt zugrunde gelegt werden, da der Forschungsprozess in vielen Teilen auf Zirkularität beruht.
Pflegewissenschaft Ausgabe 10
vom 16.10.2015
201510 Prof. Dr. Hermann Brandenburg Editorial
Pflegewissenschaft Ausgabe 10
vom 16.10.2015
201505 Andreas Fraunhofer, Florian Baudach (Akademische) Bildung als Instrumentarium der Mitarbeiterbindung in der Pflege. Ein Szenario aus Bayern
Seit der Novellierung des bayerischen Hochschulgesetzes im Jahr 2009 können auch beruflich qualifizierte Personen, die über keine schulische Hochschulzugangsberechtigung verfügen an Hochschulen und Universitäten studieren. Zudem können außerhochschulisch erworbene Kompetenzen auf das Studium angerechnet werden, was sich zum einen positiv auf die Motivation der potenziellen TeilnehmerInnen auswirkt, zum anderen ihnen die Möglichkeit eröffnet Zeit und Geld bei ihrer Karriereplanung zu sparen. Dies ist insbesondere für den Fachbereich der Pflege ein wichtiger Schritt, da sich hier durch die späte Akademisierung ein sehr ausdifferenziertes Weiterbildungssystem ausgebildet hat, das nun mit der Hochschullehre verzahnt werden kann.
Pflegewissenschaft Ausgabe 05
vom 05.05.2015
201501 Nino Chikhradze, Dr. Jörg große Schlarmann, Prof. Dr. Andreas Büscher, Prof. Dr. Wilfried Schnepp Auswirkung einer fortgeschrittenen Brustkrebserkrankung auf die Familie
Familienmitglieder sind zwar mit der fortgeschrittenen Brustkrebserkrankung von Frauen konfrontiert, jedoch sind sie auf andere Art und Weise betroffen, als die Patientinnen selbst. Die vorliegende Literaturstudie geht den Fragen nach, welchen Einfluss eine fortgeschrittene Brustkrebserkrankung auf das Familienleben hat, welche Bedürfnisse in Familien in diesem Zusammenhang entstehen und auf welche Ressourcen die Familien zurückgreifen. Die hier dargelegten Studien stellen die einzelnen Perspektiven eines – oder zweier Familienmitglieder dar, jedoch ist eine tiefergehende Reflexion über andere Personen, die an dem Prozess beteiligt sind, nur bedingt möglich. Allerdings verweisen die vorhandenen Ergebnisse darauf, dass die Krankheit eine dauerhafte Bedrohung für die betroffenen Familien darstellt. Der Umgang mit dieser Bedrohung in der Gegenwart und seine Projektion in die Zukunft, ist eines der wichtigsten Themen, mit denen sich die Familien konfrontiert sehen.
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 01.01.2015
201412 Franziska Erschbamer, Mag.a Sabine Huber, Dr. phil. Franco Mantovan Die perioperative pulmonale Rehabilitation bei Pneumonektomie
Aufgrund der Häufigkeit des Bronchialkarzinoms in den westlichen Ländern und der in diesem Zusammenhang auftretenden Atemprobleme, wurde der Frage nachgegangen, inwieweit eine perioperative pulmonale Rehabilitation das postoperative Outcome nach einer Pneumonektomie verbessern kann. Um die Frage zu beantworten, wurde eine systematische Literaturrecherche in verschiedenen wissenschaftlichen Datenbanken durchgeführt. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass eine perioperative pulmonale Rehabilitation das postoperative Outcome verbessern kann. Um die Ergebnisse zu bestätigen und zu untermauern bedarf es allerdings weiterer Studien. Die aktuelle Verfügbarkeit von Studien speziell zu dieser Thematik ist noch beschränkt.
Pflegewissenschaft Ausgabe 12
vom 01.12.2014
201410 Julia Süß Wissen in der Pflege managen
Die Implementierung von Evidence-based Nursing in die professionelle Pflegepraxis zur Gestaltung eines Theorie-Praxis-Transfers ist für deutsche Krankenhäuser bis dato wenig beforscht im Gegensatz zu anderen, vor allem den angloamerikanischen, Ländern (vgl. Panfil 2005; vgl. Behrens, Langer 2010b; vgl. Meyer, Köpke 2012). Es fehlt vor allem an wissenschaftlichen Befunden zu Konzepten oder auch Konzeptevalua- tionen (vgl. Schilder 2010). Unabhängig davon wird der Nutzen des Evidence-based Nursing nicht bestritten (vgl. Behrens, Langer 2010b; vgl. Ludwig, Schäfer 2011; vgl. Solomons, Spross 2011; vgl. Meyer, Köpke 2012). Diesem Desiderat soll der vorliegende Artikel konzeptionell begegnen. Mit Hilfe der Implementierung eines Wissensmanagementmodells kann die Umsetzung des Evidence-based Nursing in einer Akut- klinik unterstützt werden. Dabei ist es möglich, eine pflegewissenschaftliche und betriebswirtschaftliche Methode miteinander so zu kombinieren, dass aktuelles Wissen für den Pflegebereich nutzbar gemacht werden kann.
Pflegewissenschaft Ausgabe 10
vom 01.10.2014
201406 Ethical clearing and ethical aspects for research with people with cognitive impairments Ethikantragstellung und ethische Aspekte in der pflegewissenschaftlichen Forschung – am Beispiel eines Forschungsvorhabens mit Menschen mit kognitiven Einschränkungen
Ein Ethikvotum hilft Forscherinnen und Forschern alle ethisch wichtigen Aspekte im Zusammenhang mit Forschung an und mit Menschen zu beachten. Das Ethikvotum gibt Sicherheit dahingehend, dass alle wesentlichen ethischen Aspekte im Vorfeld eines Forschungsprojektes bedacht und ethische wie rechtliche Vorgaben eingehalten werden. Ein Ethikvotum schützt vulnerable Gruppen. Darüber hinaus fordern Projektausschreibungen und Organisationen, die Forschungsfördergelder zur Verfügung stellen, zu Recht zunehmend ein Ethikvotum für ein Forschungsprojekt (vgl. Graumann 2011, 256). So wird die Stellung eines Ethikantrages bei einer Ethikkommission für pflegewissenschaftliche Forschung immer wichtiger. Dieser Artikel stellt wesentliche Aspekte und Schritte einer Ethikantragstellung vor und soll Forscherinnen und Forscher dabei unterstützen, einen solchen Antrag zu stellen. Beispielhaft werden dabei zentrale Inhalte bei einer Ethikantragstellung für die Forschung mit Menschen mit kognitiven Einschränkungen aufgezeigt.
Pflegewissenschaft Ausgabe 06
vom 01.06.2014
201403 Nicole Stulier Ausgewählte Qualitätskriterien des Erfassungsbogens Mobilität (EBoMo)
Hintergrund Für die Pflegepraxis der stationären Altenhilfe gibt es derzeit kein standardisiertes Instrument zur umfassenden und differenzierten Einschätzung der Mobilität (Huijbregts et al., 2009). Dies veranlasste eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Angelika Abt-Zegelin von der Universität Witten/Herdecke (UW/H) zur Entwicklung des Erfassungsbogens Mobilität (EBoMo). Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist eine erste wissenschaftliche Untersuchung ausgewählter Qualitätskriterien des EBoMo. Methode Anhand einer Gelegenheitsstichprobe von 222 Pflegeheimbewohnern wurden die Interrater-Reliabilität, die Item-Schwierigkeit und die Trennschärfe der Items des EBoMo untersucht. Ergebnisse Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass es sich beim EBoMo um ein Instrument handelt, welches wahrscheinlich hinreichend verlässlich in der Lage ist, die Mobilität von Pflegeheimbewohnern differenziert und umfassend zu erfassen.
Pflegewissenschaft Ausgabe 03
vom 01.03.2014
201304 Sabine Schrank, Angelika Zegelin, Herbert Mayer, Hanna Mayer Prävalenzerhebung zur Bettlägerigkeit und Ortsfixierung – eine Pilotstudie
Bewegung stellt ein zentrales Grundbedürfnis des Menschen dar, deren Verlust schwerwiegende Folgen für das Leben und die Lebensgestaltung birgt. Dennoch wird Bettlägerigkeit und damit einhergehender Pflegebedürftigkeit noch immer kaum Beachtung geschenkt. Entscheidend für die Bettlägerigkeit ist der Eintritt in die Ortsfixierung, dh. der Mensch ist nicht mehr in der Lage sich selbst zu transferieren. Ziel dieser Pilotstudie, mittels quantitativer Querschnittserhebung in 12 Einrichtungen, war die erstmalige Erfassung der Prävalenz von Bettlägerigkeit und Ortsfixierung in der geriatrischen Langzeitpflege. Im Zuge dieser Studie wurden alle BewohnerInnen mittels eines standardisierten Fragebogens zu Bettlägerigkeit und Ortsfixierung eingeschätzt. Zusätzlich wurden ExpertInneninterviews mit Pflegedienstleitungen der teilgenommenen Einrichtungen geführt, um erste Einflussfaktoren auf die Entstehung dieser Phänomene aus deren Sicht zu identifizieren. Mit dieser Untersuchung (n=3054) liegen erstmals Zahlen zur Prävalenz von Immobilität aus der österreichischen Altenpflege vor. Die Prävalenz von Bettlägerigkeit liegt bei 49,8%, die der Ortsfixierung bei 61,8%. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen weiters, dass sich diese Phänomene unabhängig von Geschlecht, Alter, Körperstatur, Aufenthaltsdauer innerhalb der Einrichtung und PatientInnenzahl/Station manifestieren. Das im Zuge dieser Studie entwickelte Instrument kann als Grundlage für weitere Untersuchungen dienen, um Interventionen gegen Bettlägerigkeit und Ortsfixierung und daraus resultierende Pflegebedürftigkeit zu entwickeln, und um die Qualität der Pflege in Bezug auf die Vermeidung dieser Phänomene verbessern zu können.
Pflegewissenschaft Ausgabe 04
vom 01.04.2013
201303 Daniela Deufert, Franco Mantovan, Sabine Huber, Elke Knitel-Grabher, Elfriede Fritz „Wohnen mit Anleitung“ – Evaluierung einer speziellen Betreuungseinheit für Menschen mit Demenz in Südtirol
Demenzerkrankungen sind der häufigste Grund für die Aufnahme in eine stationäre Altenpflegeeinrichtung. Langzeitpflegeeinrichtungen stehen heute vor der großen Herausforderung, die Lebensqualität der stetig wachsenden Gruppe von Demenzkranken, durch eine adäquate Betreuung zu fördern. Um den unterschiedlichen Bedürfnissen von demenzkranken Bewohnern gerecht zu werden, erweist sich die traditionelle Heimversorgung immer mehr als ungeeignet. Angemessene Versorgungskonzepte in stationären Altenpflegeeinrichtungen sind vermehrt auf soziotherapeutische Unterstützung ausgerichtet. Vor allem die durch eine Demenzerkrankung verursachten Beeinträchtigungen, wie z. B. die reduzierte Kommunikationsfähigkeit, die Orientierungslosigkeit oder Einschränkungen in den Alltagsaktivitäten sollen durch ein entsprechendes Milieu verringert oder im Verlauf verlangsamt werden. Ziel der vorliegenden Untersuchung war es, die Auswirkungen von speziellen Betreuungseinheiten auf demenzkranke Bewohner in zwei Südtiroler Altenheimen aufzuzeigen. Für die Untersuchung wurde ein Längsschnittgruppendesign mit drei Erhebungszeitpunkten im Abstand von 3 Monaten gewählt. Insgesamt konnten die Daten von N=20 Bewohnern analysiert werden. Die Ergebnisse zeigen positive Effekte bei den Bewohnern der speziellen Betreuungsgruppen in den Bereichen Instrumental Activities of Daily Living (IADL) sowie Gedächtnis und Stimmung. Zudem verbesserte sich die „Weglauftendenz“ bei diesen Bewohnern tendenziell. Es konnten bei den demenzkranken Bewohnern in den speziellen Betreuungseinheiten häufiger Anzeichen für Wohlbefinden festgestellt werden, im Vergleich zur Kontrollgruppe. Die Ergebnisse der Untersuchung sind jedoch aufgrund der kleinen Stichprobengröße nicht generalisierbar. Es ist zu vermuten, dass sich eine milieuorientierte Versorgung in Gruppen neben dem Sozialverhalten auch auf das nichtkognitive Verhalten und Empfinden der Bewohner auswirkt.
Pflegewissenschaft Ausgabe 03
vom 01.03.2013
201302 Sabine Hrach Freiheitsbeschränkungen – Ultima Ratio
Das Heimaufenthaltsgesetz regelt seit 1.7.2005 die Zulässigkeitsvoraussetzungen für Beschränkungen der Bewegungsfreiheit von Personen, die in Pflege- und Betreuungseinrichtungen leben. Zur Überprüfung, ob die Zulässigkeitsvoraussetzungen vorliegen, wurde die Bewohnervertretung eingesetzt. Anhand des Bewohnerinformations- und Dokumentationssystems hat sich gezeigt, dass die Anzahl der Beschränkungen in den Einrichtungen zwischen 5% und 47% liegt und somit große Unterschiede aufweist. Mittels Leitfadeninterviews wurden acht Bewohnervertreterinnen befragt, welche Einflussfaktoren die Anwendung freiheitsbeschränkender Maßnahmen in den Einrichtungen begünstigen, bzw. welche Gegebenheiten vorliegen müssen, um deren Einsatz gering zu halten. Die rechtliche Regelung und deren Kontrolle beeinflussen den Einsatz von Freiheitsbeschränkungen und haben nachweislich zu einer Reduktion geführt. Im Weiteren gelten institutionelle Vorgaben, Einrichtungskultur und Führung sowie bauliche Gegebenheiten und Ausstattung als Einflussfaktoren. Wie der Entscheidungsprozess über die Anordnung einer freiheitsbeschränkenden Maßnahme von statten geht und wer daran beteiligt ist, beeinflusst neben personellen Faktoren, wie Haltung und Ausbildung des Pflegepersonals, maßgeblich die Anzahl der Beschränkungen. Die Einrichtungen sind gefordert, das Grundrecht der Bewegungsfreiheit der Sicherheit von Bewohnerinnen gleichzusetzen. Die Bewohnervertreterinnen brauchen vermehrt die Unterstützung von Gerichten und anderen Aufsichtsbehörden, um erfolgreich an der Verbesserung der Lebensqualität von pflegebedürftigen Menschen zu arbeiten.
Pflegewissenschaft Ausgabe 02
vom 01.02.2013
201301 Matthias Ernst, Wolfgang Seger Einflussfaktoren auf die Lebenserwartung pflegebedürftiger – Menschen mit Demenz Eine systematische Literaturübersicht
In einer systematischen Literaturstudie wird der Fragestellung nachgegangen, welche sozialen und krankheitsbedingten Faktoren sich auf die Lebenserwartung von pflegebedürftigen Menschen mit Demenz auswirken, und welche positiven oder negativen Effekte diese bewirken. Es werden insbesondere Verbindungen zwischen einer reduzierten Lebensqualität, Veränderungen des Versorgungssettings, dem Auftreten von Belastungssituationen und einer reduzierten Lebenserwartung dargestellt. Daraus lassen sich Grundlagen für zukünftige Forschungsansätze in einem mehrdimensionalen Setting ableiten mit dem Ziel, die verschiedenen Einflussfaktoren und Untersuchungssettings miteinander zu verbinden.
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 01.01.2013
201212 Miriam Kesseli, Virpi Hantikainen Wie Pflegende ihre Rolle in der Palliative Care erleben
Technologische Fortschritte verlängern die Lebenserwartung wodurch Betreuungssituationen komplexer werden. Der Bedarf an palliativer Versorgung steigt. Doch unklare Rollen der involvierten Berufsgruppen führen zu einer verzögerten und lückenhaften Versorgung. Ziel der Übersichtsarbeit ist es, die Rolle von Pflegepersonen in der Palliative Care darzustellen. Darüber hinaus wird ihr Erleben beschrieben. Die Literatursuche erfolgte in den Datenbanken CINAHL, Medline und PsychInfo. 14 qualitative Studien konnten in die Übersichtsarbeit eingeschlossen werden. Mittels einer qualitativen Inhaltsanalyse wurden insgesamt sechs Kategorien identifiziert. Die pflegerische Rolle lässt sich in vier Kategorien unterteilen: Pflegeprozess, Beziehungsprozess, Wissen/Skills sowie Management. Pflegende erleben Effektivitätsverluste im Bereich „Wissen/Skills“ als auch infolge systemischer Barrieren. Zukünftige Studien über Schulungseffekte von Pflegenden und strukturelle Rahmenbedingungen sind notwendig.
Pflegewissenschaft Ausgabe 12
vom 01.12.2012
201207 Birgit Panke-Kochinke Kreativität im Altern – Grundlagen für eine Pädagogik des Alterns
Kreativität im Umgang mit Alternsprozessen wird hypothetisch als eine zentrale Vermittlungskategorie zwischen gesellschaftlichen Anforderungen und subjektiven Potentialen bezeichnet. Parameter für einen kreativen Umgang mit Alternsprozessen werden rekonstruiert. Es wird herausgearbeitet, inwiefern sich die erwartete progressive Funktion von Kreativität im Altern im Hinblick auf die Gestaltung von Alternsprozessen pädagogisch nutzen lässt.
Pflegewissenschaft Ausgabe 07
vom 01.07.2012
201205 Edith Ellecosta, Sabine Huber, Franco Mantovan Verabreichung von Sauerstoff und intravenöse Flüssigkeitszufuhr zur Vorbeugung von postoperativer Übelkeit und Erbrechen (PONV)
Postoperative Übelkeit und Erbrechen (PONV [engl.]: postoperative nausea and vomiting) gehören zu den häufigsten postnarkotischen Komplikationen. Das Auftreten von PONV hängt zum Teil von patientenbezogenen Faktoren ab. Ebenso spielen Faktoren, die den chirurgischen Eingriff selbst, die Vollnarkose und die Verabreichung von Medikamenten betreffen, eine Rolle. Postoperative Übelkeit und Erbrechen haben einen negativen Einfluss auf die Patientenzufriedenheit. Die durch PONV verursachten Kosten belasten das Gesundheitswesen. Da die Inzidenz von PONV bei 20-30% aller Patienten mit chirurgischen Eingriff unter Vollnarkose liegt und derzeit noch kein Medikament auf dem Markt ist, welches PONV bei einem bestimmten Patientenkontingent oder nach einem chirurgischen Eingriff verhindern könnte, werden in der Literatur auch alternative oder komplementäre Methoden zur Vorbeugung von PONV beschrieben. Neben der Einhaltung von ASA- und ASPAN-Leitlinien wird in Studien die Wirkung der Verabreichung von Sauerstoff und intravenöse Flüssigkeitszufuhr zur Vorbeugung postoperativer Übelkeit und Erbrechen (PONV) als komplementäre Alternative zur gebräuchlichen medikamentösen Prophylaxe untersucht. Die Ergebnisse der vorliegenden Literaturrecherche können derzeit noch nicht in die Praxis implementiert werden, da diese sich weder eindeutig für noch gegen eine alleinige Sauerstoffverabreichung und intravenöse Flüssigkeitszufuhr zur Vorbeugung von postoperativer Übelkeit und Erbrechen äußert.
Pflegewissenschaft Ausgabe 05
vom 01.05.2012
201204 Martin Nagl-Cupal, Isabella Hager, Martina Mitterer, Hanna Mayer, Sabine Köck Bedürfnisse und Bedürfniserfüllung von Angehörigen auf der Intensivstation - Eine Wiener Pilotstudie an mehreren Krankenhäusern
Vorliegende Studie hatte zum Ziel, Bedürfnisse und das Ausmaß ihrer Erfüllung von Angehörigen auf der Intensivstation mittels eines Selbstausfüll-Fragebogens an vier Spitälern zu erheben (n=296). Die Faktorenanalyse ergab eine Zuteilung der Items zu sechs Dimensionen: Empathie, Unterstützung sein, Unterstützung erfahren, Wissen, Kommunikation und Besuchsregelung. Alle Dimensionen weisen eine vergleichsweise hohe Wichtigkeit auf, wenngleich Bedürfnisse rund um Empathie, Kommunikation und Wissen als am wichtigsten und auch als am besten erfüllt angesehen werden. Bei hoher Wichtigkeit weniger gut erfüllt, sind Bedürfnisse rund um die Dimensionen Besuchsregelung sowie Unterstützung sein, d.h. die Möglichkeit, als angehörige Person selbst für das kranke Familienmitglied da sein zu können. Bedürfnisse und deren Erfüllung verlaufen parallel und hängen wechselseitig stark zusammen. Alter und Migrationshintergrund wirken sich negativ auf die Bedürfniserfüllung in allen Dimensionen aus. Das hohe Maß der Bedürfniserfüllung kann als Qualitätsindikator der Pflege interpretiert werden, wenngleich soziale Erwünschtheit und das Abhängigkeitsgefühl von Pflegenden die positiven Ergebnisse stark mit bedingen können.
Pflegewissenschaft Ausgabe 04
vom 01.04.2012
201203 Ines Buscher, Sven Reuther, Daniela Holle, Sabine Bartholomeyczik, Horst Christian Vollmar, Margareta Halek Das kollektive Lernen in Fallbesprechungen - Theoretische Ansätze zur Reduktion herausfordernden Verhaltens bei Menschen mit Demenz im Rahmen des Projektes FallDem
Die Methode der Fallbesprechung soll Pflegende unterstützen, als Team ein besseres Verständnis zu dem oft unverständlichen herausfordernden Verhalten von Menschen mit Demenz zu entwickeln. Aus den vom BMG geförderten Leuchtturmprojekten Demenz InDemA und QUIKK sind zwei Verfahren bekannt: Fallbesprechungen in Kombination mit dem Innovativen demenzorientierten Assessmentsystem (IdA) und die Kollegiale Beratung. Die Ergebnisse lassen Rückschlüsse dahingehend zu, dass Fallbesprechungen generell den Transfer von Wissen in neue Handlungsroutinen positiv beeinflussen. In der am DZNE durchgeführten Studie FallDem sollen die durch Fallbesprechungen angestoßenen Lernprozesse weiterführend untersucht werden. In diesem Beitrag werden die dazu erarbeiteten theoretischen Ansätze zur Reduktion von herausfordernden Verhaltens bei Menschen mit Demenz durch kollektives Lernen beschrieben. Ausgehend von den theoretischen Überlegungen erfolgt eine Annäherung an die Fragestellung, wie sich die Fallbesprechungsart auf die Lernprozesse auswirkt.
Pflegewissenschaft Ausgabe 03
vom 01.03.2012
201202 Sabine Blom, Stefan Görres Merkmale einer zukünftigen pflegerischen Versorgungsstruktur in den Kommunen – Chancen und Herausforderungen der Realisierung sozialräumlicher Konzepte
Kommunen stehen angesichts der absehbaren Konsequenzen des demografischen Wandels vor der Herausforderung, ihre pflegerischen Versorgungsstrukturen zukunftsfähig zu gestalten. Für die Realisierung innovativer Strategien zur nachhaltigen Optimierung der pflegerischen Versorgung innerhalb einer Kommune spielen die Merkmale Sozialraumorientierung, Entwicklung eines neuen Leitbildes des Alter(n)s (active ageing), wirkungsorientierte Steuerung, Optimierung des Welfare Mix und der pflegerischen Versorgung eine wichtige Rolle. Diese Merkmale können als kommunalspezifische Ressourcen begriffen werden, die erst durch ein gleichberechtigtes Zusammenspiel nachhaltige Wirkungen für eine Renovation der pflegerischen Versorgungsstrukturen entfalten können.
Pflegewissenschaft Ausgabe 02
vom 01.02.2012
201104 Viola Straubenmüller Ambiguitätstoleranz – eine zentrale Kompetenz für Pflegende von heute und morgen?
Dieser Beitrag befasst sich mit der These, dass die Toleranz gegenüber Mehrdeutigkeiten und widersprüchlichen Anforderungen im Pflegeberuf eine wesentliche Rolle spielt bei der Entscheidung einer Person darüber, ob und wie lange sie im Pflegeberuf verbleibt. Eine zweite zentrale Frage ist jene danach, ob sich die hier in den Vordergrund gestellte Ambiguitätstoleranz als wesentliche Kompetenz bereits während der Ausbildung anbahnen lässt. Neben allen restriktiven Bedingungen und Rollenkonflikten, mit denen Pflegende und bereits Auszubildende konfrontiert werden, sind auch die personalen Haltungen und Strategien im Umgang mit Widersprüchlichkeit von entscheidender Bedeutung. Nicht nur angesichts der bekannten gesellschaftlichen Erfordernissen nach „Pflegenachwuchs“ in Zeiten der Zunahme von Chronizität und Hochaltrigkeit, scheint mir diese Auseinandersetzung von Wichtigkeit. Vor allem im Hinblick auf die Bedeutsamkeit kollektiver Bewältigungsmöglichkeiten für Pflegende (vgl. Lazarus 1996) angesichts hoher psychischer Anforderungen, möchte ich dieses Thema beleuchten.
Pflegewissenschaft Ausgabe 04
vom 01.04.2011
201103 Gernot Adolphi, Mathias Bonse-Rohmann, Sybille Rommel, Monika Kneer Didaktische und curriculare Konsequenzen der Evaluation des Modellversuchs „PFLEGE – LEBEN: Eine generalistische Pflegeausbildung“ für die Schulentwicklung der Freien Krankenpflegeschule e.V. an der Filderklinik
Das Modellprojekt: „PFLEGE – LEBEN: Eine generalistische Pflegeausbildung“ wurde durch das Ministerium für Arbeit und Soziales Baden-Württemberg genehmigt und mit finanzieller Unterstützung mehrerer Stiftungen an der Freien Krankenpflegeschule (FKS) an der Filderklinik e.V. zwischen Oktober 2006 und September 2010 durchgeführt. Innerhalb des Projekts wurde ein generalistisch ausgerichtetes Curriculum entwickelt, erprobt und evaluiert. Eine Besonderheit hierbei ist die Ausrichtung an der von Rudolf Steiner begründeten Anthroposophie.
Pflegewissenschaft Ausgabe 03
vom 01.03.2011
201102 Veronika Ellemunter, Sabine Huber, Laura Anselmi, Franco Mantovan Harninkontinenz bei betagten Bewohnern einiger Alten- und Pflegeheime der Provinz Bozen (Südtirol – Italien) und Zürich (Schweiz). Eine deskriptive Untersuchung
10 % bis 40 % aller Frauen und 20 % bis 50 % der Gesamtbevölkerung über 60 Jahren sind von Inkontinenz betroffen (Fregonese, 2007). Inkontinenzhilfsmittel werden sowohl zur Förderung und Erhaltung als auch zur Kompensation der Harninkontinenz eingesetzt (Hayder et al., 2008). Das Ziel der Untersuchung ist die Erhebung der Prävalenz von Harninkontinenz in einigen Alten- und Pflegeheimen in der Provinz Bozen (Südtirol) und Zürich (Schweiz), sowie die Anwendung von Strategien zur Kontinenzförderung bei Harninkontinenz zu erfassen.
Pflegewissenschaft Ausgabe 02
vom 01.02.2011
201101 Emel Susan Rosen Lehrkompetenzen – Kompetentes Handeln in der Pflegeausbildung
Auf welches Wissen greifen Lehrende zurück, wenn sie unterrichten? Woran orientieren sie sich? Wie gelangt neues didaktisches Wissen in die Unterrichts-praxis? Diese Fragen berühren das Spannungsfeld von Wissenschaftswissen und Handlungswissen im Hinblick auf die Lernprozesse lernender Lehrender. In einer über zwei Jahre angelegten Langzeituntersuchung wurden die handlungsleitenden Subjektiven Theorien zum kooperativen Lernen von 14 Pflegelehrerinnen und -lehrern rekonstruiert und modifiziert. Ziel der Forschungsarbeit war es, die Subjektiven Theorien so zu modifizieren, dass sie zur Erweiterung und zum Aufbau von unterrichtlicher Handlungskompetenz in kooperativen Lernumgebungen beitragen. Die Studie orientierte sich grundsätzlich an der Struktur, die im handlungstheoretisch-didaktischen Modell von Diethelm Wahl (2005) entwickelt wurde: (1) Bewusstmachen handlungsleitender Subjektiver Theorien, (2) (Um-)Lernen durch Konfrontation mit Alternativen und Integration neuer Wissensbestandteile und (3) neues Handeln in Gang bringen.
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 01.01.2011
199901 Michael Fischer Intranet: Einsatzmöglichkeiten und Bedeutung für den Pflegedienst im Krankenhaus
Keine Branche hat in den letzten Jahren derartige Zuwachsraten zu verzeichnen wie die Computernetzwerke. Unter diesen ist es das Internet, das alle anderen weit überholt hat. Dem Einsatz der InternetTechnologie im firmeninternen Netzwerk, dem Intranet, wird langfristig eine noch größere Bedeutung prognostiziert
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 01.01.1999
199902 Reinhard Lay, Bernd Menzel Pflegeplanung – Pannenhilfe für eine pflegerische Verfahrensweise
Das Konzept des Pflegeprozesses ist in den vergangenen Jahren zunehmend kritisch hinterfragt worden. Die Autoren unseres Beitrags nehmen die Kritik auf und weiten sie auf bislang unberücksichtigt gebliebene Fragen aus. Mit konstruktiven Änderungsvorschläg
Pflegewissenschaft Ausgabe 02
vom 01.02.1999
199903 Ulrich Brenning, Ursula Wissel Leitungsgruppe Pflege: Erfolgreich führen, mich und andere fördern
Am 11. Mai 1998 fand in Frankfurt am Main das vom Klinikum der Johann Wolfgang Goethe Universität organisierte wissenschaftliche Symposium zur Qualitätsentwicklung in der Pflege statt. Hier referierten unter anderem Qualitätsexpertinnen aus Nottwil (Schweiz) und aus Frankfurt über ihre Erfahrungen mit Qualitätsentwicklungskonzepten. In diesem Artikel wird ein Teil dieser Erfahrungen dargestellt
Pflegewissenschaft Ausgabe 03
vom 01.03.1999
199904 Stephan Dorschner Von der Oberschwester zur Diplom-Pflegewirtin
Ausgehend von interessanten historischen Entwicklungen sollen anhand ausgewählter eigener empirischer Untersuchungsergebnisse der aktuelle Entwicklungsstand akademischer Pflegemanagementaus und weiterbildung in Deutschland skizziert und anschließend Überlegungen zu Perspektiven des Pflegemanagements an der Jahrtausendwende thesenhaft formuliert werden
Pflegewissenschaft Ausgabe 04
vom 01.04.1999
199905 Georg Czumanski Pflegeausbildung im Wandel!?
Um es zukünftigen Generationen von professionell Pflegenden zu erleichtern, die Inhalte einer wissenschaftsbasierten Pflegeausbildung möglichst breit und effektiv in die Pflegewirklichkeit (= Pflegepraxis) zu übertragen, benötigen die in dieser Berufsgruppe tätigen Menschen neben einer fundierten Fachlichkeit einige klar erkennbare, gefestigte und berufsbildkongruente Persönlichkeitsaspekte, welche das professionell-pflegerische Denken und Handeln auch bzw. insbesondere nach außen hin verdeutlichen. Die Verantwortlichen in den ausbildenden Institutionen für Pflegeberufe sind vor diesem Hintergrund gefordert, umgehend mit der Entwicklung und Umsetzung von schlüssigen theorie- und praxisfähigen unterrichtlichen (methodisch-didaktischen) Konzepten zu reagieren, um die Pflege der Zukunft zugestalten und somit die Zukunft der Pflege zu sichern
Pflegewissenschaft Ausgabe 05
vom 01.05.1999
199905 Michael Frank Geriatrieunterricht: Enttabui-sierung der Alterssexualität
In diesem Auszug einer Abschlussarbeit werden die für den Unterricht relevanten Fakten erläutert. Durch einen gezielten Abbau von Wissensdefiziten und dem bewußten Sich-Stellen dieses heiklen Themas wird einerseits präventive und gesundheitsfördernde Wirkung erzielt und andererseits Qualitätssicherung im besten Sinn für die Patienten beziehungsweise für unsere ältere Generation betrieben. Grundtenor dieser Arbeit ist das Erfassen von möglichen Gründen für die Tabuisierung der Alterssexualität und die Sensibilisierung der SchülerInnen für dieses Thema im Geriatrieunterricht. Ausgangspunkt der Überlegungen war die Hypothese, daß das Thema Alterssexualität im Geriatrieunterricht in der Krankenpflegeschule stiefmütterlich behandelt wird. Die Umfrageergebnisse haben diese bestätigt.
Pflegewissenschaft Ausgabe 05
vom 01.05.1999
199905 Stephan Dorschner Hildegard E. PEPLAU und die Theorie der psychodynamischen Pflege
Am 17. März 1999 ist Hildegard Peplau im Alter von 89 Jahren in Sherman Oaks, California, verstorben. Die Redaktion von „www. PR-INTERNET.com – Pädagogik, Management und Informatik in der Pflege” möchte mit diesem Beitrag an eine herausragende Pflegewisse
Pflegewissenschaft Ausgabe 05
vom 01.05.1999
200004 Ursina Baumgartner-Tramèr Bericht über das Projekt „Oral History in Nursing“ in der Grundausbildung
Im Curriculum der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege am St. Claraspital stehen in der Mitte des letzten Ausbildungsjahres der Di-plomniveau II-Ausbildung als zentrale Wochenthemen je eine Woche Berufsbild (Pflegegeschichte) und eine Woche Pflegeforschung. Wie können diese beiden wichtigen berufspolitischen Themen nachhaltig im Unterricht angegangen werden? Die Ziele wurden folgenderma-ßen formuliert: Die Lernenden kennen die Wurzeln ihres Berufes und können daraus Auswirkungen auf die heutige Berufssituation ablei-ten. Die Lernenden setzen sich mit Pflegeforschung auseinander und können Konsequenzen daraus für den beruflichen Alltag ableiten (ge-kürzte Fassung)
Pflegewissenschaft Ausgabe 04
vom 01.04.2000
200012 Dr. Hans-Jürgen Wilhelm Das Alter – ein neuer Lebensabschnitt entsteht
Das „Alter schenkt uns eine lange Spanne zwischen Geburt und Tod, und in dieser Spanne liegt eine Vielfalt von Entfaltungs-Angeboten, von Aufgaben, von Mühen, von Anschlüssen, von Abschieden, Aufarbeitungen, Pausen und Neubeginn" (Krenn 1994, S. 57). Die
Pflegewissenschaft Ausgabe 12
vom 01.12.2000
200106 Dr. Bettina Schmidt Pflegebedarf bei dementen alten Menschen – Welche Konzepte hält die Pflegewissenschaft bereit?
Immer öfter berichten die Medien über die „Alzheimer-Krankheit“ und „Demenz“, immer häufiger werden Fachtagungen und Seminare zu diesem Thema abgehalten. Inzwischen sind in der Bundesrepublik weit über eine Million Menschen von dieser Alterskrankheit betroffen; die Vorstellung, auch einmal mit einem schleichenden geistigen Verfall konfrontiert zu werden, ist beängstigend
Pflegewissenschaft Ausgabe 06
vom 01.06.2001
200207 Dr. Ellen Bögemann-Großheim Ver.di - Fachtagung – Reform der Ausbildung und LehrerInnenbildung in Pflegeberufen
Am 15. April 2002 fand in den Räumen des Landesbezirks der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) Bochum eine Fachtagung für Pflegelehrer und Pflegelehrerinnen zu Fragen der Ausbildung und LehrerInnenqualifizierung im Pflegebereich statt. Eingeladen hatte die Fachkommission Pflegelehrer und Pflegelehrerinnen in ver.di, die auf Bundesebene die Interessen der Beschäftigten in Pflegeschulen vertritt
Pflegewissenschaft Ausgabe 07
vom 01.07.2002
200210 Olaf Scupin „Von der Raupe zum Schmetterling“
Die Einführung eines fallbezogenen Krankenhausfinanzierungssystems erfordert von Seiten der professionellen Pflege eine Reorganisation ihrer Arbeitsprozesse. Die Leistungen des Pflegedienstes müssen in Zukunft patientenbezogen ermittelt, kalkuliert und eingesetzt werden. Zur Zeit existiert in der Bundesrepublik Deutschland kein Pflegediagnostikverfahren, welches den aktuellen und prospektiven Pflegebedarf eines Patienten oder Klienten ermittelt. Die theoriegeleitete Pflegediagnostik der Selbstpflegedefizit-Theorie stellt einen Bezugsrahmen für eine patientenbezogene Pflegeplanung dar. Parallel müssen die Arbeitsabläufe dezentral organisiert werden. In den Ländern der Welt, in denen fallpauschalierte Finanzierungssysteme angewendet werden, reagierte die Pflege mit der Einführung fallbezogener Pflegesysteme. Hier ist vorrangig das Primary nursing zu nennen. Im Friedrich-Ebert-Krankenhaus Neumünster werden die genannten Prozesse aktuell umgesetzt. Der vorliegende Artikel stellt die ersten Umsetzungsschritte vor. Neben der Implementierung eines adaptierten Primary nursing-Systems, werden Krankenschwestern und –pfleger zu Pflegediagnostikern weiterqualifiziert. Durch eine beispielhafte Personalkostenkalkulation des Pflegedienstes bei einer DRG wird die Notwendigkeit einer Kombination aus einem Leistungserfassungssystem und der Pflegediagnostik vorgestellt
Pflegewissenschaft Ausgabe 10
vom 01.10.2002
200211 Sabine Peer, Stephan Lorenz Erfassung pflegerelevanter ICD‘s im Krankenhaus
Im Zuge der Vorbereitungen auf die Einführung des Fallpauschalensystems für stationäre Patienten sollten relevante Nebendiagnosen aus der Pflege in den Kodierprozess mit einfließen. Das Programm ermöglicht den Pflegekräften die Eingabe von ICDs aus einer ausgewählten Liste pflegerelevanter Diagnosen, die mit großer Wahrscheinlichkeit zu einer Erhöhung des Schweregrades im Groupingprozess führen. Auch Leistungen aus der Pflege können erfasst werden. Die vergleichende Bewertung von 100 abgeschlossenen Fällen mit und ohne die erfassten Nebendiagnosen aus der Pflege anhand des Groupers von DIACOS erbracht einen potentiellen Mehrerlös von 50000.- Euro unter DRG-Bedingungen
Pflegewissenschaft Ausgabe 11
vom 01.11.2002
200304 Sabine Josat (BScN) Soll-Vorgaben und Ergebnisindikatoren für Pflegequalität in ausgewählten Qualitätsprüfinstrumenten für die stationäre Altenpflege
Dieser Artikel analysiert drei Qualitätsprüfinstrumente der stationären Altenpflege: MDK-Anleitung zur Prüfung der Qualität nach § 80 SGB XI in der stationären Altenpflege (2000), Qualitätsmanagement in Einrichtungen der Langzeitpflege. Ein klientenzentrierter Ansatz aus Kanada, KDAThema 146 (1999), Prüfhilfe zur Durchführung von Qualitätsprüfungen und Prüfungen zur Erteilung von Leistungs- und Qualitätsnachweisen nach der Pflege-Prüfverordnung Erhebungsbogen - Stationär, Anlage zu § 7 Abs. 1 PflegePrüfV (2002). Der Fokus liegt dabei auf den Soll-Vorgaben und Ergebnisindikatoren für Pflegequalität. Untersucht wird, ob die Soll-Vorgaben transparent und nachvollziehbar offen gelegt werden, die Erfüllung der einzelnen Soll-Vorgaben die Bewertung bestimmt und ob eine Gewichtung vorgenommen wird. Außerdem wird die Rolle der Ergebnisindikatoren näher betrachtet
Pflegewissenschaft Ausgabe 04
vom 01.04.2003
200306 Sabine Bartholomeyczik Zusammenhänge zwischen Personal- und Bewohnerstruktur in Altenpflegeheimen
Aus einer umfangreichen Untersuchung in 26 Frankfurter Altenpflegeheimen werden verschiedenen Indikatoren für die Personal- und die Bewohnerstruktur vorgestellt. Die Ergebnisse zeigen u.a., dass die Betreuungsrelationen in größeren Einrichtungen eher schlechter als in den kleineren sind, allerdings nicht durchgängig gleichermaßen; dass die Betreuungsrelation sich nur sehr bedingt an Indikatoren der Pflegebedürftigkeit der Bewohnerinnen ausrichtet und vor allem, dass sie sich nicht an den Anteilen der Schwerstpflegebedürftigen, also den Bewohnerinnen in Pflegestufe 3 orientieren. Aus den Rangordnungsvergleichen der verschiedenen Indikatoren für Pflegebedürftigkeit ist auch zu schlussfolgern, dass Pflegende die Bewohnerinnen offenbar nach anderen Kriterien beurteilen als der MDK. Ganz allgemein unterstreichen die Ergebnisse mit ihren völlig unterschiedlichen Zusammenhängen zwischen der Personal- und der Bewohnerstruktur noch einmal die Forderung nach einer analytischen, also auf die Pflegebedürftigkeit der Bewohnerinnen bezogenen Personalbemessung
Pflegewissenschaft Ausgabe 06
vom 01.06.2003
200307 Inge Dörr Pflegebeteiligung auf derIntensivstation, für die Angehörigen ein unzumutbarer Gedanke oder eine bedeutende Chance?
Während der Pflege und Therapie eines Menschen auf der Intensivstation, befindet sich nicht nur der Patient, sondern auch seine ihm nahestehenden Angehörigen in einer Ausnahmesituation. Die Angehörigen sind in ständiger Angst und Sorge um das Leben des Patienten und leiden meistens unter Wissensdefiziten. Kann eine aktive Pflegebeteiligung auf der Intensivstation den Angehörigen die Krisensituation erleichtern? Die Pflegebeteiligung der Angehörigen beginnt heute erst dann, wenn es dem Patienten besser geht bzw. wenn er aus dem Krankenhaus entlassen wird und nicht schon in der Phase, in der sein Gesundheitszustand am stärksten bedroht ist – auf der Intensivstation. In einer qualitativen Studie wird untersucht, welchen Sinn und welche Bedeutung die Angehörigen selbst einer Beteiligung an der Pflege in diesem Bereich beimessen und welche Voraussetzungen sie damit verknüpfen
Pflegewissenschaft Ausgabe 07
vom 01.07.2003
200309 Uwe Krämer, Angelika Maier, Marina Schnabel, Andreas Thiel Innerbetriebliche Fortbildung im Krankenhaus – Schlüsselposition oder notwendiges Übel?
Im Rahmen eines fächerübergreifenden Lehrforschung- und Entwicklungsprojektes (LFuEP) von April 2001 bis Januar 2002 an der Katholischen Fachhochschule in Freiburg wurde von 5 StudentInnen des Fachbereiches Pflege zur Situation der Innerbetrieblichen Fortbildung (IBF) in Krankenhäusern geforscht. Untersuchungsgegenstand waren alle Krankenhäuser in Baden-Württemberg mit mehr als 200 Betten, die mittels einer Fragebogenaktion angeschrieben wurden. Diese Befragung wurde mit der Absicht durchgeführt, die Zusammenhänge zwischen Budget, Stellenprofil und pädagogischer Zielsetzung in der IBF aufzuzeigen
Pflegewissenschaft Ausgabe 09
vom 01.09.2003
200311 Manuela Raiß, Sabine Stroinski Elektronisches Qualitätsmanagement in der Pflege
Die Anforderungen an das Qualitätsmanagement in der Pflege sind gestiegen. Die Einrichtungen müssen hohen fachlichen Ansprüchen gerecht werden. Daneben werden in wachsendem Umfang Dokumentationen verlangt und den Prüfern muss die Einhaltung von Qualitätsstandards nachgewiesen werden. Damit steigen auch die administrativen Anforderungen und der für das QM erforderliche Aufwand. Diesen Aufwand zu reduzieren, führt sowohl zu gesteigerter Pflegequalität, wie auch zu betriebswirtschaftlich effizientem Arbeiten von Leistungsanbietern im Gesundheitswesen. Am Beispiel eines elektronischen Qualitätsmanagement Konzeptes wird den Kongressteilnehmern präsentiert, wie dieses auf einer gemeinsamen Basis aussehen kann, die Vor- und Nachteile werden im Anschluss zur Diskussion gestellt
Pflegewissenschaft Ausgabe 11
vom 01.11.2003
200311 Pia Wieteck European Nursing care Pathways (ENP®)
An der Entwicklung einer einheitlich benutzten Sprache in der Pflege wird bereits seit Jahren gearbeitet. So wird seit 1989 das Projekt des Weltbundes der Krankenschwestern und Krankenpfleger (ICN) mit der Entwicklung einer Internationalen Klassifikation für die Pflegepraxis (ICNP®) vorangetrieben (vgl. Nielsen, 2003:23). Auch über andere Klassifikationen in der Pflege wird häufiger gesprochen. Hier sind z.B. die Klassifikationen der Pflegediagnosen (NANDA), der Pflegeinterventionen (NIC) und Pflegeergebnisse (NOC) zu nennen (Van der Bruggen, 2002:45). Aufgrund des hohen Komplexizitätsgrades z.B. der ICNP® und anderen alltagsweltlichen Schwierigkeiten der Nutzung der genannten Klassifikationssysteme liegt es nahe, die vorhandenen Systeme zu analysieren und Entwicklungspotentiale aufzuzeigen bzw. diese umzusetzen
Pflegewissenschaft Ausgabe 11
vom 01.11.2003
200403 Martin Huber Die fehlende diagnostische Kompetenz in der Pflege
Können Altenpflegekräfte die Pflegebedürftigkeit kompetent einschätzen? Verstehen Pflegekräfte das gleiche unter Pflegebedürftigkeit, wie ältere Menschen, welche pflegebedürftig sind? Was hat das nun mit Professionalität zu tun? Die umfassende Einschätzung des Grades der Pflegebedürftigkeit ist eine wichtige Grundvoraussetzung, um im Rahmen des Pflegeprozesses Ziele und Pflegemaßnahmen ableiten und einer späteren Evaluation unterziehen zu können.
Pflegewissenschaft Ausgabe 03
vom 01.03.2004
201502 Dr. Daniela Hayder-Beichel, Prof. Dr. Sascha Köpke, Sabine Lins Ein Cochrane Review entsteht. Einblicke in einen spannenden Prozess
Zusammenfassungen klinisch relevanter Informationen, die zu einer zügigen und sicheren Entscheidungs- findung beitragen, sind in einer evidenzbasierten Gesundheitsversorgung nicht mehr wegzudenken. Sys- tematische übersichtsarbeiten (Reviews) lassen sich zu einer Vielzahl von pflegerischen Problemen bereits finden. Andererseits gibt es eine Reihe von Fragestellungen zu denen systematische Reviews erst erarbeitet werden müssen. Der folgende Beitrag zeigt die Schritte für die Erstellung einer systematischen übersichts- arbeit (wie sie von der Cochrane Collaboration durchgeführt werden) auf. Potentielle Autoren und kritische Leser eines Cochrane Reviews erhalten somit Einblicke in die Vorgehensweise, den Arbeitsaufwand und in neuralgische Punkte in der Erarbeitung und Darstellung dieser systematischen übersichtsarbeiten.
Pflegewissenschaft Ausgabe 02
vom 01.02.2015
201502 Prof. Dr. Michael Bossle Die Zukunftsorientierung der deutschen Pflege- wissenschaft an der Schnittstelle von Alter(n) und Pflege. Ein Plädoyer zur Konturierung pflegewissenschaftlicher Identität
Die deutsche Pflegewissenschaft an der Schnittstelle von Alter(n) und Pflege richtet sich in Ihrer Zukunftsorientierung besonders an den tiefgreifenden Phänomenen des ökonomischen und epidemiologischen Wandels aus. Vor dem Hintergrund retrospektiver Prognosen aus Expertengutachten wurden vier deutschsprachige wissenschaftliche Journals mit dem Ergebnis analysiert, dass in den Jahren 1999-2008 thematisch vor allen Dingen die Zunahme der Hochaltrigkeit, die zunehmende Pflegebedürftigkeit, die Handhabbarkeit des Pflegebedarfs, der Wandel im Erkrankungsspektrum, der medizinische und medizinisch-technische Wandel sowie die Qualitäts- und Qualitätssicherungsdebatte fokussiert wurden. Thematische Dimensionen wie der Rückgang der Geburtenraten, ein damit zusammenhängender Gesamtbevölkerungsschwund, Themen wie primäre Prävention oder Hin- tergründe der Kostenzunahme im deutschen Gesundheitssystem verbunden mit verschiedenen Interessenslagen, die im Zusam- menhang mit Fortschritt und Kosten stehen, gerieten im Untersuchungszeitraum nicht in den Blick. In einer interdisziplinären Gruppendiskussion mit Experten zu den Ergebnissen wurde besonders das Spannungsfeld von Disziplinarität und Interdiszip- linarität durchleuchtet. Als eine Begründung für mangelnde Disziplinarität wurde angeführt, dass die deutsche Pflegewissen- schaft besonders in den Bereichen theoriebildender Forschung in den letzten beiden Dekaden – von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen - eine Leerstelle zeigt. Die Forschungsbemühungen führten die deutsche Pflegewissenschaft sehr schnell in interdisiplinäres Terrain, ohne dass ihre disziplinären Grenzen annähernd geklärt waren, was wiederum auch an der Akademisierung der Pflege in dem für Grundlagenforschung nur unzulänglich ausgestatteten Feld der Fachhochschulen lag. Eine intensive Konturierung des Gegenstandes, Erkenntnisinteresses sowie der Theoriebildung in der deutschen Pflegewissenschaft an besagter Schnittstelle scheint gegenwärtig und zukünftig dringend angezeigt, um der Pflegewissenschaft stärkere disziplinäre Identität zu verleihen.
Pflegewissenschaft Ausgabe 02
vom 01.02.2015
200407 Sabine Bartholomeyczik Pflegebedarf und Pflegebedürftigkeit
Eine breite Diskussion sowohl um das inhaltliche Verständnis von Pflegebedürftigkeit als auch um Instrumente hat sich an der allgemeinen Kritik der Legaldefinition von Pflegebedürftigkeit im SGB XI entzündet. Fragen der Bedarfsbemessung in allen Bereichen und die Notwendigkeit transparenter und vergleichbarer Daten zur Begründung von Pflege unterstreichen die Relevanz einer konsensfähigen Operationalisierung des komplexen theoretischen Begriffs. Einen Goldstandard gibt es jedoch bisher nicht.
Pflegewissenschaft Ausgabe 07
vom 01.07.2004
200409 Ingrid Darmann Problemorientiertes Lernen – Transfer durch die Erweiterung von Situationsdeutungen
Das problemorientierte Lernen (POL) stellt grundsätzlich ein vielversprechendes Lehr-/Lernkonzept zur Förderung transferfähigen Wissens und Könnens dar. Die Schüler erarbeiten sich anhand von Fällen, die komplexe pfl egeberufl iche Problemsituationen1 beinhalten, und mit einer vorgegebenen methodischen Struktur („Siebenschritt“) selbst gesteuert das zum Verständnis oder zur Lösung des Falles notwendige Wissen. Der „situierte“ Erwerb von Wissen, also die Verknüpfung des zu erwerbenden Wissens mit Situationen aus der Berufswirklichkeit, soll den Transfer theoretischen Wissens in die Praxis befördern (vgl. Mandl/Gruber/Renkl 1993; Reetz 1996). POL ist aber nicht gleich POL, vielmehr lassen sich unterschiedliche Ausrichtungen unterscheiden, die jeweils spezifi sche Ausbildungsziele verfolgen. In diesem Artikel wird ein POL-Ansatz vorgestellt und begründet, mit dem insbesondere der Erwerb von Deutungswissen und die Förderung hermeneutischen Fallverstehens angeregt werden soll.
Pflegewissenschaft Ausgabe 09
vom 01.09.2004
200409 Pia Wieteck Ergebnisse einer quantitativen Datenauswertung mittels ENP® in deutschen und österreichischen Einrichtungen
ENP® ist eine standardisierte Pflegefachsprache, mit deren Hilfe das Ergebnis einer klinischen Beurteilung der aktuellen und potenziellen Gesundheitsprobleme und Lebensprozesse einer Person in Form einer Pflegediagnose (nursing diagnosis) beschrieben werden kann. Auf der Grundlage der festgestellten Pflegediagnosen inklusive Kennzeichen (characteristics); Ursachen/beeinflussenden Faktoren (etiologies) und Ressourcen (ressources) werden Pflegeinterventionen (interventions) ausgewählt, um so den pflegerischen Behandlungspfad wiederzugeben. Die Entwicklung von ENP® wurde bereits an anderer Stelle beschrieben (vgl. PrInterNet 11/03), erwähnt sei hier jedoch, dass ENP® kein hierarchisch geordnetes Klassifikationssystem (Wieteck 2004c; Wieteck 2004b) ist. ENP® bildet einen horizontal entwickelten pflegediagnosenbezogenen Behandlungspfad ab. Die Inhalte sind in horizontale Klassen die untereinander in Verbindung stehen, nach pflegefachlich begründeten Prinzipien geordnet. Dabei hat ENP® den Anspruch den Pflegeprozess mit Hilfe der standardisierten Pflegefachsprache abzubilden (Bartholomeyczik 2004).
Pflegewissenschaft Ausgabe 09
vom 01.09.2004
200503 Andreas Spiller, Norbert Gittler-Hebestreit Pflegeüberleitung – Ein pflegewissenschaftlich begleitetes Projekt zur Einführung und Evaluation
Die Umsetzung des Gesundheitsstrukturgesetzes und die demografischen Entwicklungen stellen die Dienstleister im Gesundheitswesen vor Herausforderungen hinsichtlich einer wirtschaftlichen Gestaltung eines Patientenaufenthaltes und einer damit verbundenen Etablierung eines zeitnahen und systematischen Entlassungsmanagements. Ziel des Praxisprojektes ist die Etablierung eines kriteriengeleiteten Verfahrens zur Pflegeüberleitung unter Einbindung aller erforderlichen Berufsgruppen. Strukturiert wird das Projekt als Interventionsstudie nach dem Ansatz des Projektmanagements. In qualitativen Interviews wird die Ausgangssituation erhoben. Anschließend werden die erforderlichen Instrumente entwickelt und deren Anwendung getestet. Das Verfahren einer geordneten Pfl egeüberleitung wird den Mitarbeitern in Schulungen vermittelt. Standardisierte schriftliche Befragungen erfolgen zur Evaluation. Es wird nachgewiesen, dass ein abgesichertes Procedere die Bedürfnisse der Patienten berücksichtigt und ebenso zu einer wirtschaftlichen Gestaltung der Patientenaufenthalte beiträgt. Der folgende Artikel bildet die Zusammenfassung einer Praxiskooperation zwischen dem Diplom-Fernstudiengang Pflege/Pflegemanagement und dem Universitätsklinikum Jena.
Pflegewissenschaft Ausgabe 03
vom 01.03.2005
200504 Andreas Spiller Entwicklung eines Curriculums für Entlassungsmanagement
Veränderungen der Finanzierungen von Krankenhausleistungen, demografische und gesamtgesellschaftliche Entwicklungen erfordern von den Kliniken eine umfassende und patientengerechte Steuerung des Entlassungsprozesses. Zunehmend wird diese Aufgabe von den Pflegenden erwartet und durchgeführt. Ziel der Arbeit ist ein Konzept zu entwickeln, das die erforderlichen fachlichen, sozialen und methodischen Kompetenzen vermittelt. In sieben problemzentrierten Experteninterviews werden als Themen bearbeitet: • Rahmenbedingungen, fachliche Inhalte und Methoden für ein Bildungskonzept • Rahmenbedingungen für die Aufgabe Pflegeüberleitung. Das Curriculum umfasst 12 Tage Präsenzunterricht und drei Tage Hospitationen. Die Inhalte gliedern sich in die Lernfelder Pflege und Entlassungsmanagement mit je vier untergliederten Themenbereichen. Das Konzept vermittelt wissenschaftliche Erkenntnisse der Pflege unter Anwendung von Methoden des Erwachsenenlernens. Es ist durch eine Kooperation zugeschnitten auf die Implementierung an einer Universitätsklinik.
Pflegewissenschaft Ausgabe 04
vom 01.04.2005
200506 Ingrid Darmann Pflegeberufliche Schlüsselprobleme als Ausgangspunkt für die Planung von fächerintegrativen Unterrichts- einheiten und Lernsituationen
Bei der Umsetzung des Lernfeldkonzepts im Pflegeunterricht werden häufig zunächst die Methoden verändert: sie werden kreativer, abwechslungsreicher und schüleraktivierender. Weniger Beachtung findet dagegen die Auswahl der Inhalte bzw. die inhaltliche Gestaltung von Lernsituationen. In meiner Untersuchung zur „Interaktion im Pflegeunterricht“ habe ich festgestellt, dass die Inhalte des Pflegeunterrichts sich vorwiegend dem Bildungskonzept der „Regelorientierung“ zuordnen lassen und eher ein geringes Bildungspotenzial aufweisen. In meinem Beitrag möchte ich deshalb aufzeigen, wie im Rahmen des Lernfeldkonzepts bil-dungsermöglichende Lernsituationen gewonnen werden können. Hierfür beziehe ich mich auf das Konzept der pflegeberuflichen Schlüsselprobleme. Unter einem beruflichen Schlüsselproblem verstehe ich in Anlehnung an Klafki (1993, 56 ff.) typische und zentrale Probleme des Berufsfeldes, anhand derer sich allgemeine Strukturen, Widersprüche, Gesetzmäßigkeiten und Zusammenhänge des Berufs aufzeigen und aneignen lassen und die multiple Sichtweisen und Handlungsoptionen ermöglichen. Um eine berufliche Problemsituation als Schlüsselproblem definieren und die Bildungshaltigkeit bestimmen zu können, bedarf es eines pflegedidaktischen Kriteriensatzes. Ich verwende hierfür eine pflegedidaktische Heuristik, die ich in Auseinandersetzung mit den Ergebnissen der o.g. Studie entwickelt habe.
Pflegewissenschaft Ausgabe 06
vom 01.06.2005
200507 Maria Magdalena Schreier Positionspapier zur Grundsatz- stellungnahme „Ernährung und Flüssigkeitsversorgung älterer Menschen“
Dem weithin diskutierten Problem der Mangelernährung bei alten und pflegebedürftigen Menschen, vor allem in der stationären Altenpflege, widmet sich eine Arbeitsgruppe des MDS mit einer Grundsatzstellungnahme ‚Ernährung und Flüssigkeitsversorgung älterer Menschen’, Abschlussbericht Projektgruppe P 39, des Medizinischen Dienstes der Spitzenverbände der Krankenkassen (MDS), Juli 20031. Diese Grundsatzstellungnahme kann zu einer Schärfung des Problembewusstseins für Mangelernährung und Risiken für Ernährungsdefizite alter Menschen bei Mitarbeitern in den Pflegeeinrichtungen hervorragend beitragen. Allerdings erfordern einige Empfehlungen nach Auffassung der Nationalen Pflegeassessmentgruppe Deutschland eine differenziertere Betrachtungsweise.
Pflegewissenschaft Ausgabe 07
vom 01.07.2005
200507 Renate Stemmer Zur aktuellen Lage der pflege- sensitiven Outcomemessung – eine Übersicht
Der zunehmende gesundheitspolitische und ökonomische Druck sowie die sich verändernden Ansprüche der Pflegeleistungsempfänger (u.a. Patienten in Krankenhäusern, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen, Pflegebedürftige und deren Angehörige in der ambulanten Versorgung)1 erfordern, dass die Pflege die Effektivität und Effizienz ihrer Leistungen nachweisen muss. Die Verteilung der relativ knappen Mittel orientiert sich verstärkt an belegbaren Ergebnissen bzw. an der Ergebnisqualität. Dabei ist es erklärtes Ziel aller Beteiligten, eine qualitativ hochwertige Versorgung zu sichern.
Pflegewissenschaft Ausgabe 07
vom 01.07.2005
200601 lrike Greb und Studierende der Pflegepädagogik (4. Sem.) der KFHN-Osnabrück, Theorie und Praxis pflegerischer Fachcurricula: Umsetzungsprobleme
Der Artikel stellt Auszüge der Gruppenergebnisse eines didaktischen Fachseminars zusammen, das sich mit den Umsetzungsproblemen pflegerischer Fachcurricula befasste. Drei repräsentative Curricula für die Pflegeausbildung wurden untersucht: Das Hessische Curriculum (DBfK), das AKOD Curriculum (Georg Wodraschke u.a. Hrsg.) und das Curriculum »Gemeinsame Pflegeausbildung« (Marion Menke und Uta Oelke). Parallel wurden Lehrende von 17 Kranken- und Altenpflegeschulen in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bayern über Umsetzungsschwierigkeiten in der täglichen Arbeit mit den an ihren Schulen eingeführten Fachcurricula befragt. In Teil I des Aufsatzes stellten wir zunächst die Ergebnisse der Erkundung vor und in Teil II folgen nun die Analysen der drei Curricula für die Pflege.
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 01.01.2006
200603 Gerald Handl, Sabine Schweiger www.nurse-communication.com - Vom Mythos zum Pragmatismus – Die Lernplattform der Gesundheits- und Krankenpflegeschule Wilhelminenspital, Wien
In dem vorliegenden Artikel geht es um Blended Learning als ergänzende Methode in der Pflegeausbildung mit Hilfe der Webbasierten Lern- und Kommunikationsplattform www.nurse-communication.com. Den Ausgangspunkt stellt die konstruktivistische Lerntheorie, die daraus abgeleiteten Ansätze stellen das Mediengestützte Lernen in der Pflegeausbildung anhand von Blended Learning dar. Wesentlicher Baustein ist die Rolle der Lehrer- Innen und der SchülerInnen, die anhand eines Beispiels beschrieben und analysiert wird. Wesentlich ist auch der Kulturwandel in Bezug auf die multimedialen Entwicklungen im Setting Schule.
Pflegewissenschaft Ausgabe 03
vom 01.03.2006
200603 Stephan Bögershausen, Klaus Haagen, Olaf Lehmkuhl, Roger Lucas, Joachim Kuhl, Michael Rüpp, Dorothea Sauter, Sabine Schiel, Sabine Stahlmann, Anja Thormann Die Komplexität psychiatrischer Pflege auf einem 17 Zoll Bildschirm
Bei dem vorliegenden Artikel handelt es sich um einen Projektbericht über die Entwicklung von Textbausteinen und die Gestaltung einer Ordnungsstruktur für die Einführung der elektronischen Pflegedokumentation in 17 psychiatrischen Kliniken des Landschaftsverbands Westfalen Lippe. Das Ziel des Projektes besteht darin, dass in naher Zukunft alle Pflegenden in den 17 Kliniken mit einheitlichen Textbausteinen und mit der gleichen Ordnungsstruktur ihre pflegerische Arbeit dokumentieren. Diesem Ziel lag die Herausforderung zugrunde, unterschiedliche Praxisfelder in der psychiatrischen Pflege sowie Erfahrungen und Traditionen in der Pflegedokumentation miteinander zu verknüpfen.
Pflegewissenschaft Ausgabe 03
vom 01.03.2006
200603 Franco Mantovan Die Lebensqualität bei Stoma- patienten ein Jahr nach dem chirurgischen Eingriff
Es wurde eine deskriptiv-explorative Studie durchgeführt, um die Lebensqualität von Stomapatienten ein Jahr nach dem chirurgischen Eingriff zu untersuchen. Insgesamt wurden 45 Stomapatienten in den Stomaambulanzen von Bozen und Meran (Südtirol) und in der urologischen Abteilung von Padua (Italien) befragt. Die verwendete Methode ist ein Fragebogen der aus 40 Fragen besteht.
Pflegewissenschaft Ausgabe 03
vom 01.03.2006
200605 Philipp Meyer-Hänel, Rocco Umbescheidt Der Lernbereich Training und Transfer
Wir beschreiben aus der Schul- und Praxisperspektive den Lernbereich Training und Transfer (3. Lernort nachfolgend LTT genannt). Dabei stellen wir didaktische Konzeptionen und Anforderungen an Institution und Lehrpersonen vor, sowie daraus resultierende Gewinne für Patienten, Studierende und die Institutionen. Zum Schluss weisen wir aufgrund ihrer Erfahrungen aus Umsetzung und Projektarbeit auf mögliche Risiken der Konzeption 3. Lernort hin und schließen mit einem Fazit ab. Der Lernbereich Training und Transfer ist eine Antwort auf langjährige Forderungen nach einem 3. Lernort, dessen Fortbestand und Weiterentwicklung Sorge getragen werden muss.
Pflegewissenschaft Ausgabe 05
vom 01.05.2006
200609 Sabine Bartholomeyczik Pflegediagnostik, Assessment und Klassifikationen: Funktionen und Grenzen
Standardisierte Assessmentinstrumente sind wichtige Hilfen bei einer professionellen Pflegediagnostik. Voraussetzung ist allerdings, dass sie theoretischen und wissenschaftlichen Qualitätskriterien genügen. Diese werden zwar oft als gegeben dargestellt, erweisen sich aber bei näherem Hinsehen möglicherweise als zweifelhaft. Standardisierte Instrumente sollten nur von dafür qualifizierten Pflegenden genutzt werden, wobei die wichtigste Voraussetzung eine allgemeine Kompetenz für pflegerische Diagnostik beruhend auf einer hermeneutischen Kompetenz ist. Klassifikationen können ebenfalls hilfreiche Instrumente für die Pflegepraxis darstellen. Hier sollte ebenso genau hingesehen werden, denn Systematiken und standardisierte Verfahren sind nicht per se sinnvoll, qualitativ gut und brauchbar.
Pflegewissenschaft Ausgabe 09
vom 01.09.2006
200611 Birgit Bielefeldt, Mechthild Noska Evaluation von Pflegecurricula – Ein Instrument zur vergleichenden Beschreibung und Bewertung anhand von Curriculumdokumenten
Pflegecurricula steuern nicht nur die Zeit der Ausbildung im Pflegeberuf, sie haben auch darüber hinaus berufsprägenden Einfluss. Ihre Entwicklung und Nutzung sollte daher nicht unüberprüft erfolgen. In diesem Beitrag werden Auszüge eines Evaluationsinstrumentes zur vergleichenden Beschreibung und Bewertung von Pflegecurricula anhand von Curriculumdokumenten vorgestellt und seine maßgeblichen Entwicklungsschritte dargelegt. Dabei soll insbesondere verdeutlicht werden, wie die Evaluationskriterien gewonnen wurden und wie sie sich für ein Pflegecurriculum, bei dem die Aspekte »berufliches Curriculum« und »Pflege« zu berücksichtigen sind, legitimieren. Implizit wird darüber auch aufgezeigt, wie ein der aktuellen Berufswirklichkeit angemessenes Pflegecurriculum aussehen kann. Somit kann das Instrument über seine Evaluationsabsicht hinaus von Pflegeschulen auch als Leitfaden für eigenes curriculares Arbeiten genutzt werden, was mit der Gesetzesnovellierung 2004 einmal mehr notwendig geworden ist.
Pflegewissenschaft Ausgabe 11
vom 01.11.2006
200701 Maria Magdalena Schreier Erfassung der Ernährungssituation bei alten Menschen in stationären Pflegeeinrichtungen
Für die Erfassung der Ernährungssituation pflegebedürftiger Menschen gibt es eine Reihe von international und national veröffentlichten Instrumenten. Meistens handelt es sich um Screening-Instrumente, anhand derer ein Risiko für eine Mangelernährung festgestellt werden kann. Für eine tiefergehende Untersuchung (Assessment), die hinterfragt, warum zu wenig gegessen oder getrunken wird, sind nur wenige Instrumente veröffentlicht.
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 01.01.2007
200702 Sabine Steffan, Heiner Laux, Prof. Dr. Karin Wolf-Ostermann Einstellungssache IT-gestützte Pflegedokumentation? Ergebnisse einer empirischen Untersuchung
Um die Akzeptanz elektronisch unterstützter Pflegedokumentation und ihre Einbettung in den gesamten Pflegeprozess zu untersuchen, wurde Anfang des Jahres 2006 eine Befragung zu dieser Thematik durchgeführt. An 1.402 Pflegemitarbeiter/ innen in insgesamt 61 bundesweiten stationären Altenpflegeeinrichtungen wurden standardisierte Fragebögen versandt, von denen 385 (27,5%) für die vorliegende Analyse zur Verfügung stehen. Die Konstruktion des Fragebogens orientierte sich an der PIK-Studie. In allen befragten Einrichtungen war das Softwareprogramm „TOM“ der Firma HINZ Online zur Pflegedokumentation installiert. Es werden überwiegend positive Einstellungen der Mitarbeiter/innen der befragten Einrichtungen zur PC-Arbeit, zur Pflegedokumentation und zum Dokumentationsprogramm festgestellt, sowie bekannte Vorteile der IT-gestützten Pflegedokumentation bestätigt. Einstellungen zur PC-Arbeit und der Zufriedenheit mit dem Dokumentationsprogramm korrelieren miteinander. Ebenso gibt es Zusammenhänge zwischen dem Prozessverständnis der Pflegemitarbeiter/innen und ihren Einstellungen zum Dokumentationsprogramm. Es zeigen sich keine signifikanten Unterschiede der Einstellungen zwischen jüngeren und älteren Pflegemitarbeiter/innen als auch den verschiedenen Pflegeberufen. Kritisch anzumerken ist jedoch, dass Voraussetzungen einer erfolgreichen IT-gestützten Pflegedokumentation noch nicht generell eingehalten werden. So steht noch immer oft keine ausreichende Zahl von Computerarbeitsplätzen für Mitarbeiter/innen zur Verfügung und Pflegeklassifikationen sind vielen Pflegemitarbeiter/innen noch fremd.
Pflegewissenschaft Ausgabe 02
vom 01.02.2007
200702 Pia Wieteck et al. Übereinstimmung von Interventionsdokumentationen mit tatsächlich durchgeführten pflegerischen Leistungen
In Europa findet momentan eine große Rationalisierungsdiskussion bezüglich der Gesundheitssysteme statt. Sich wandelnde Finanzierungsformen führen zu steigenden Fallzahlen, dem gegenüber steht eine Reduzierung der Krankenhausverweildauer. Eine steigende Lebenserwartung, die Chronifizierung von Krankheiten und die demographische Bevölkerungsentwicklung sind weitere Herausforderungen an die Berufsgruppen im Gesundheitswesen. Ökonomisch gesehen ist die Pflege ein großer Wirtschaftsfaktor für den Krankenhaussektor. Die Personalkosten stellen mit ca. 66% einen großen Anteil der Krankenhausgesamtkosten dar. 40% dieser Personalkosten entstehen durch das Pflegepersonal. Die Leistungen, die die Berufsgruppe der Pflegenden erbringen, bleiben aber zu großen Teilen unsichtbar und somit gezielten Auswertungen verschlossen. Daraus ergeben sich die Notwendigkeit der Darstellung von pflegerischen Leistungen und der Ergebnisqualität sowie die Forderung nach wissenschaftlich abgesicherten Pflegeinterventionen. Es werden Daten benötigt, um Personalberechnung, Kostenkalkulationen, Qualitäts-, Aufwands- und Belastungsmessungen durchzuführen und Behandlungspfade evaluieren zu können. Soll in Zukunft Leistungstransparenz durch den Einsatz einer standardisierten Pflegefachsprache möglich werden, ist die Datenqualität der Pflegeprozessdokumentationen von großer Bedeutung.
Pflegewissenschaft Ausgabe 02
vom 01.02.2007
200703 Uta Oelke Gemeinsamkeiten in den pflege- und gesundheitsberuflichen Ausbildungen. Ein Vergleich der Ausbildungsrichtlinien für Kranken- und Kinderkrankenpflege-, Hebammen-, Logopädie- und Physiotherapieschulen in Nordrhein-Westfalen
Seit dem 1.1.2004 sind in Nordrhein-Westfalen für alle staatlich anerkannten Kranken- und Kinderkrankenpflegeschulen Ausbildungsrichtlinien verbindlich vorgeschrieben. Im selben Jahr startete das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW eine Initiative, nach der solche Richtlinien auch für Hebammen-, Logopädie- und Physiotherapieschulen erarbeitet werden sollten. Diese liegen mittlerweile als „empfehlende Richtlinien“ vor und werden derzeit modellhaft erprobt. Im folgenden Beitrag werden die genannten vier Konzepte hinsichtlich Aufbau, Intention, didaktischer Kernelemente und Themenauswahl verglichen. Im Ergebnis ist festzustellen, dass die Schnittmenge aller vier Richtlinien größer ist als erwartet. Damit lässt sich die These einer gemeinsamen Didaktik für die Pflege- und Gesundheitsberufe stützen.
Pflegewissenschaft Ausgabe 03
vom 01.03.2007
200704 Karin Wittneben, Karin Windfelder, Irma Walkling-Stehmann Schulinterne Curriculumentwicklung nach dem Lernfeldkonzept am Schulzentrum für Krankenpflegeberufe in Hannover (Teil 1)
Dieser Beitrag ist der erste Teil einer Artikelfolge, in der über eine wissenschaftlich begleitete, pflegeschulinterne Konstruktion, Implementation und Evaluation von Lernfeldern und Lernsituationen berichtet wird. In Teil 1 wird zunächst die Konstruktion von Lernsituationen und Lernfeldern beschrieben. Ausgehend von der These, dass Lernsituationen in beruflichen Handlungssituationen verankert sein sollen, erfolgt eine Datenerhebung über Narrative, die Schüler/innen der Kranken- und Gesundheitspflege über Erlebnisse und Erfahrungen in Pflegesituationen verfasst haben. Die Datenanalyse und deren Transformation zu Lernsituationen werden ebenso dargelegt wie theoretische Referenzrahmen, die die Datenerhebung und Datenauswertung gedanklich regulieren. Im Ergebnis kann ein noch vorläufiger Katalog von Lernfeldern und Lernsituationen vorgelegt werden. Exemplarisch werden zwei Lernsituationen über Ekelerlebnisse in der Pflege ausführlich dargelegt und kommentiert. Schwerpunktmäßig handelt es sich um eine schülerhandlungsproblemorientierte Curriculumentwicklung.
Pflegewissenschaft Ausgabe 04
vom 01.04.2007
200705 Rebecca Palm, Sascha Schmidt, Sabine Bartholomeyczik Work-Family-Conflict bei Pflegenden im Krankenhaus - Sekundäranalyse einer Teilstichprobe aus dem Forschungsprojekt „Arbeitsbedingungen im Krankenhaus“
Pflegende arbeiten in Deutschland unter zunehmend verschärften Arbeitsbedingungen. Personalabbau, Organisationsstrukturwechsel, steigende Fallzahlen und wachsende Qualitätsansprüche kennzeichnen die Entwicklungen im Sektor des Gesundheitswesens. Inwieweit sich dies auch auf die Vereinbarkeit des Privat- mit dem Berufsleben der Pflegenden auswirken kann, wird nachfolgend untersucht. Anhand der Daten aus der Befragung von 163 Pflegenden im Forschungsprojekt „Arbeitsbedingungen im Krankenhaus“ wurde eine Sekundäranalyse angefertigt und diskutiert. Die vorliegende Gelegenheitsstichprobe wird charakterisiert und beschrieben. Es wird gezeigt, bei welchen Beschäftigtengruppen sich ein „Work- Family-Conflict“ am stärksten abzeichnet. Als Variablen werden „hohe quantitative Anforderungen“, „Führungsqualität“ und „soziale Unterstützung durch Vorgesetzte/Kollegen“ untersucht. Es wird der Zusammenhang zwischen den Variablen mit der Entwicklung eines belastungsbedingten Work-Family-Conflicts untersucht und dargestellt.
Pflegewissenschaft Ausgabe 05
vom 01.05.2007
200705 Pia Wieteck Die elektronische Gesundheitskarte - Bestimmung der pflegerischen Perspektive in der deutschen Telematikdiskussion
Die elektronische Gesundheitskarte sowie die Schaffung einer Telematikinfrastruktur im deutschen Gesundheitswesen sind im Gesetz zur Modernisierung der Krankenversicherung verankert. Im Oktober 2003 wurde das Gesetz im Bundesrat verabschiedet. Weitere Teile des GMV (Gesetz zur Modernisierung der Krankenversicherung) sind am 1. Januar 2004 in Kraft getreten (Bundesgesetzblatt Jahrgang 2003 Teil I Nr. 55, 2003). Die Gesundheitskarte soll schrittweise in verschiedenen Testregionen eingeführt werden.
Pflegewissenschaft Ausgabe 05
vom 01.05.2007
200706 Svenja Schmitt, Jaqueline Bomball Kompetenzerfassung im Rahmen der Evaluation des Berliner Modellversuches „Generalistische Pflegeausbildung“
Die erheblich veränderten Anforderungen an die Pflege (bedingt durch demografischen Wandel, verändertes Krankheitsspektrum, zunehmende Bedeutung von Prävention, Gesundheitsförderung und Rehabilitation, zunehmende ökonomische Zwänge etc.) stellen – auch im Zuge der Professionalisierungsdiskussion – einen höheren Anspruch an die Pflegeausbildung und die Vermittlung beruflicher Handlungskompetenz. Die beschriebenen Veränderungsprozesse führten in den letzten Jahren, ausgelöst durch die Novellierung des Krankenpflegegesetzes und die Verabschiedung des bundeseinheitlichen Altenpflegegesetzes sowie den darin enthaltenen Modellklauseln, bundesweit zur Initiierung verschiedener Modellprojekte mit integriertem, integrativem oder generalistischem Ansatz. Für die Bewertung der Modelle und ihrer Übertragbarkeit in den Regelbetrieb stellt die Messung und Beurteilung der Kompetenzentwicklung der Auszubildenden ein bedeutsames Untersuchungsfeld dar.
Pflegewissenschaft Ausgabe 06
vom 01.06.2007
200706 Elisabeth Holoch Integrative Pflegeausbildung: Das Stuttgarter Modell - Kompetenzerwerb und Transferlernen: Schwerpunkte und Herausforderungen im Revisionsprozess
Im Frühjahr 2006 haben die ersten 23 Auszubildenden der Integrativen Pflegeausbildung: Das Stuttgarter Modell nach 3½ Jahren mit dem Erwerb zweier gleichwertiger Berufsabschlüsse ihre Ausbildung erfolgreich beendet. Mit dem Start eines weiteren Modellkurses im April 2005 und dem Beginn eines dritten Kurses im Oktober 2007 besteht für die Kerngruppe Curriculum, dem zentralen Steuerungs- und Entwicklungsgremium des Stuttgarter Modells die Möglichkeit, das Curriculum der Integrativen Pflegeausbildung einer gezielten Revision zu unterziehen. Zwei Themen stehen dabei im Mittelpunkt: Die Beobachtung und Bewertung des Kompetenzzuwachses der Auszubildenden und das spezifische Transferlernen im Lernfeldansatz. Bei dem nachfolgenden Artikel handelt es sich um die schriftliche Form eines Vortrages, der auf dem zweiten Symposium zur Integrative Pflegeausbildung: Das Stuttgarter Modell am 10. November 2006 in Stuttgart gehalten wurde.
Pflegewissenschaft Ausgabe 06
vom 01.06.2007
200706 Karin Windfelder, Karin Wittneben Schulinterne Curriculumentwicklung nach dem Lernfeldkonzept - Implementationsschritte und Evaluationsergebnisse am Schulzentrum für Krankenpflegeberufe in Hannover. (Teil 2)
Dieser Beitrag knüpft an den ersten Teil unserer Artikelserie „Schulinterne Curriculumentwicklung nach dem Lernfeldkonzept …“ an (Wittneben/Windfelder/ Walkling-Stehmann 2007, S. 239 ff.) und beschäftigt sich kurz mit der Implementation und schwerpunktmäßig mit der Evaluation von implementierten Lernsituationen zum Lernfeld „Belästigungen, Erleben und Verarbeiten von Ekelempfindungen …“. Vorgelegt werden Ergebnisse aus einer Befragung der beteiligten Schüler und Schülerinnen, der Praxisanleiter und Praxisanleiterinnen sowie der unterrichtenden und sich selbst evaluierenden Lehrerin. In einer Diskussion der Ergebnisse werden sowohl die im lernsituationsorientierten Unterricht und einem praktischen Einsatz erreichten Ziele als auch noch offen gebliebene Fragen thematisiert. Ein Fazit zeigt erhaltenswerte Innovationspotentiale am Lernort Schule und vor allem Veränderungserfordernisse am Lernort Praxis und der dort zu erbringenden Praxisanleitung auf.
Pflegewissenschaft Ausgabe 06
vom 01.06.2007
200706 Christine Loewenhardt, Johann Behrens Evaluation der klinisch-praktischen Studienanteile im primärqualifizierenden Studiengang Pflege: Das Fuldaer Modell
Der primärqualifizierende Studiengang Pflege an der Hochschule Fulda orientiert sich an der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe und bietet eine wissenschaftlich fundierte, methodengestützte akademische Qualifizierung für die berufliche Pflege. Innerhalb der Bundesrepublik nimmt das Studiengangsmodell eine Sonderstellung ein, da keine abgeschlossene berufliche Ausbildung in der Pflege vorausgesetzt wird. Das Fuldaer Modell stellt im europäischen Vergleich eine bildungspolitisch konsequente sowie innovative Form der akademisch- pflegerischen Ausbildung dar. Dazu trägt die konsequente Verzahnung theoretischer und klinisch-praktischer Studienanteile im Curriculum bei. Die klinisch- praktische Ausbildung erfolgt in den akademischen Lehreinrichtungen für Pflege der Hochschule Fulda und ist vertraglich geregelt. Stärken und Schwachstellen der klinisch-praktischen Ausbildung von Pflegestudierenden der Hochschule Fulda konnten im Rahmen der vorliegenden Evaluation zwischen 2001 und 2004 identifiziert werden. Die Ergebnisse der Untersuchung flossen maßgeblich in die Konzeption der Theorie- und Praxismodule des 2004 entwickelten Bachelor of Science Pflegestudienganges ein, der den 2007 auslaufenden Diplom-Studiengang Pflege ablöst.
Pflegewissenschaft Ausgabe 06
vom 01.06.2007
200710 Birte Luther Die Rolle der Lehrenden in der Hebammenausbildung
Die Besonderheit der Tätigkeit der Lehrerinnen für Hebammenwesen liegt darin, dass sie, unter professionstheoretischen Gesichtspunkten keinen Beruf haben. Genau genommen sind sie Hebammen, die sich pädagogisch weitergebildet haben, ob nun mittels Fachweiterbildung oder mittels Hochschulstudium (vgl. Luther 2006, S. 9 ff.). Diese Eigenheit teilen sie mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Gesundheitsfachberufen, wie z. B. den Lehrerinnen und Lehrern für Pflege (u.a. Sieger 2001, Stöcker 2002, Krüger 2003). In dieser Besonderheit liegen eine Reihe von Problematiken, die für die Arbeit der Lehrenden gravierende Folgen haben und die nicht selten dazu führen, dass Professionalisierungsbestrebungen und Innovationsprozesse nicht nur gehemmt, sondern geradezu konterkariert werden.
Pflegewissenschaft Ausgabe 10
vom 01.10.2007
200711 Bärbel Grüner-Seeberger, Karin Windfelder, Karin Wittneben Schulinterne Curriculumentwicklung nach dem Lernfeldkonzept Handlungsorientierung in Lernsituationen durch methodisch vielfältig gestaltete Lehr-/ Lernarrangements (Teil 3) am Schulzentrum für Krankenpflegeberufe in Hannover
Dieser Beitrag mit dem Fokus der Schülerhandlungsproblemorientierung knüpft an Teil 1 und 2 der Artikelserie „Schulinterne Curriculumentwicklung nach dem Lernfeldkonzept (…)“ an (Wittneben/Windfelder/Walkling-Stehmann 2007, S. 239 ff.; Windfelder/Wittneben 2007, S. 387 ff.). Vorgestellt werden empirisch aufgefundene Lerninhalte von zwei Lernsituationen des Lernfeldes 01 „Eine umfassende Körperpflege durchführen“. Beschrieben werden methodisch vielfältig gestaltete Lehr-/Lernarrangements. Es folgen Ergebnisse aus einer schulinternen kollegialen Evaluation und Reflexionsfragen, die an die Gestaltung der Implementation zu stellen sind.
Pflegewissenschaft Ausgabe 11
vom 01.11.2007
200711 Frank Arens Anregungen zur didaktischmethodischen Umsetzung des nationalen Expertenstandards Sturzprophylaxe in den Schulformen des Berufsfelds Pflege
Mit der Veröffentlichung von Expertenstandards in der Pflege stellt sich den Lehrkräften in den Schulformen des Berufsfelds Pflege die Frage nach der didaktisch- methodischen Umsetzung der Standards. Auf einer Fachtagung in Oldenburg haben sich Pflegelehrkräfte an berufsbildenden Schulen in Niedersachsen exemplarisch mit der Umsetzung des Expertenstandards Sturzprophylaxe in den Schulformen des Berufsfelds Pflege beschäftigt.1 Die Ergebnisse werden in diesem Beitrag zur Anregung und Diskussion gestellt. Zunächst werden die curricularen Vorgaben der Schulformen des Berufsfelds Pflege auf ihre Aussagen zum Thema Sturzprophylaxe analysiert. Anschließend werden die unterrichtsrelevanten Informationen des Expertenstandards zusammengetragen und dann in einem nächsten Schritt mit möglichen didaktisch-methodischen Hinweisen zur Umsetzung versehen.
Pflegewissenschaft Ausgabe 11
vom 01.11.2007
200712 Carola Koppermann, Sabine Schuster „Neue Aspekte in der Biografiearbeit“ oder „Braucht es Krisen zur Entwicklung“? Theoretische Anregungen und Methoden aus verschiedenen Arbeitsbereichen
Im Bildungsbereich bietet Biografiearbeit das methodische Instrumentarium, um Phasen der Selbstreflexion mit dem Lernen über Lebensmöglichkeiten und erweiterten Handlungskompetenzen zu verknüpfen. Biografiearbeit wird hier nicht auf das Arbeiten an der eigenen Biografie begrenzt, sondern schließt das Lernen an anderen Biografien sowie auch die gesellschaftlichen Dimensionen mit ein. Die beiden Autorinnen sind in ihren Arbeitsfeldern in der Gesundheits- bzw. Sexualpädagogik mit der Umsetzung theoretischer Modelle von Biografiearbeit in die Praxis vertraut. Sie schöpfen aus einem reichen Erfahrungsschatz unterschiedlicher Methoden, die anhand von Fallbeispielen sowie durch Erprobung in angemessenem Rahmen dargestellt werden können. Anders als in der rückschauenden Biografiearbeit geht es um Orientierungshilfen für die Zukunft und Lebensplanung, v.a. in Ausbildungssituationen. Ziel des Workshops ist es, den TeilnehmerInnen fundierte theoretische Modelle zu präsentieren und ihnen aufzuzeigen, wie sie Biografiearbeit für ihren beruflichen Alltag gewinnbringend, reflektiert und mit Respekt gegenüber den (eigenen und fremden) Lebensgeschichten einsetzen und auswerten können.
Pflegewissenschaft Ausgabe 12
vom 01.12.2007
200802 Frank Winter, Antje Humke Kompetenzentwicklung durch Rückblicke
Das zu beschreibende Projekt firmiert unter der Überschrift ‚Kompetenzentwicklung durch Rückblicke: Kompetenzentwicklung in der Fort- und Weiterbildung für klein- und mittelständische Unternehmen im Gesundheitswesen’. Die Studie wurde initiiert und wird finanziert von Landesinstitut für Qualifizierung in Hagen (jetzt: Ministerium für Arbeit des Landes NRW) im Rahmen der Förderrunde „Innovation Weiterbildung 2005”. Dieses Landesprogramm wurde vom nordrhein-westfälischen Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales eingerichtet, um lebenslanges Lernen zu fördern und die Weiterbildungsbeteiligung zu erhöhen. Ziel ist es, kleinen und mittleren Betrieben und ihren Beschäftigten den Zugang zu Weiterbildung mit neuen Konzepten und innovativen Methoden zu ermöglichen und Weiterbildung gleichzeitig dauerhaft zu etablieren. Die Laufzeit unseres Projekts ist vom 1. August 2005 bis 31. Dezember 2007. Projektträger und damit verantwortlich für die Durchführung ist die ESTA Bildungswerk gGmbH in Bad Oeynhausen.
Pflegewissenschaft Ausgabe 02
vom 01.02.2008
200701 Carola Koppermann, Sabine Schuster „Neue Aspekte in der Biografiearbeit“ oder „Braucht es Krisen zur Entwicklung“ Theoretische Anregungen und Methoden aus verschiedenen Arbeitsbereichen
Im Bildungsbereich bietet Biografiearbeit das methodische Instrumentarium, um Phasen der Selbstreflexion mit dem Lernen über Lebensmöglichkeiten und erweiterten Handlungskompetenzen zu verknüpfen. Biografiearbeit wird hier nicht auf das Arbeiten an der eigenen Biografie begrenzt, sondern schließt das Lernen an anderen Biografien sowie auch die gesellschaftlichen Dimensionen mit ein. Die beiden Autorinnen sind in ihren Arbeitsfeldern in der Gesundheits- bzw. Sexualpädagogik mit der Umsetzung theoretischer Modelle von Biografiearbeit in die Praxis vertraut. Sie schöpfen aus einem reichen Erfahrungsschatz unterschiedlicher Methoden, die anhand von Fallbeispielen sowie durch Erprobung in angemessenem Rahmen dargestellt werden können. Anders als in der rückschauenden Biografiearbeit geht es um Orientierungshilfen für die Zukunft und Lebensplanung, v.a. in Ausbildungssituationen. Ziel des Workshops ist es, den TeilnehmerInnen fundierte theoretische Modelle zu präsentieren und ihnen aufzuzeigen, wie sie Biografiearbeit für ihren beruflichen Alltag gewinnbringend, reflektiert und mit Respekt gegenüber den (eigenen und fremden) Lebensgeschichten einsetzen und auswerten können. Einleitung
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 01.01.2007
200701 Frank Winter, Antje Humke Kompetenzentwicklung durch Rückblicke
Das zu beschreibende Projekt firmiert unter der Überschrift ‚Kompetenzentwicklung durch Rückblicke: Kompetenzentwicklung in der Fort- und Weiterbildung für klein- und mittelständische Unternehmen im Gesundheitswesen’. Die Studie wurde initiiert und wird finanziert von Landesinstitut für Qualifizierung in Hagen (jetzt: Ministerium für Arbeit des Landes NRW) im Rahmen der Förderrunde „Innovation Weiterbildung 2005”. Dieses Landesprogramm wurde vom nordrhein-westfälischen Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales eingerichtet, um lebenslanges Lernen zu fördern und die Weiterbildungsbeteiligung zu erhöhen. Ziel ist es, kleinen und mittleren Betrieben und ihren Beschäftigten den Zugang zu Weiterbildung mit neuen Konzepten und innovativen Methoden zu ermöglichen und Weiterbildung gleichzeitig dauerhaft zu etablieren. Die Laufzeit unseres Projekts ist vom 1. August 2005 bis 31. Dezember 2007. Projektträger und damit verantwortlich für die Durchführung ist die ESTA Bildungswerk gGmbH in Bad Oeynhausen.
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 01.01.2007
200804 Martin Knoll, Susanne Saal Pflegewissenschaftliche Entwicklung eines Evaluationskonzepts für Krankenhaus-Beschwerdemanagement-Systeme
Vor dem Hintergrund des steigenden Kostendrucks und dem größer werdenden Wettbewerb im stationären Gesundheitssektor wächst die Bedeutung kundenorientierten Handelns. In diesem Zusammenhang nimmt der systematische Umgang mit Kundenbeschwerden eine wichtige Stellung ein. Derzeit ist das Beschwerdemanagement integraler Bestandteil aller derzeit wichtigen Qualitätsmanagementkonzepte. Im Mittelpunkt steht die Frage nach geeigneten methodischen Verfahren zur Evaluierung von Strukturen, Prozessen und Ergebnissen im Rahmen des Beschwerdemanagements. Zudem wird untersucht, wie zentrale Aufgaben eines Beschwerdemanagements in stationären Einrichtungen des Gesundheitswesens gestaltet sein sollten, um den Erfolg des Beschwerdemanagements sicherzustellen. Im Rahmen des qualitativen, non-experimentellen Vorgehens dient eine Literaturrecherche als inhaltliche Exploration des aktuellen Standes der Wissenschaft und damit als Grundlage zur späteren Konzeptentwicklung. Mit Hilfe der qualitativen Inhaltsanalyse (Mayring 1994) wird relevante Literatur strukturiert, wodurch die Kategorisierung der zentralen Aufgaben eines Beschwerdemanagements möglich wird. Alle exzerpierten Assessmentverfahren für Beschwerdemanagement-Systeme werden anschließend in einer Metaanalyse gegenüber gestellt und bezüglich ihrer Eignung zum Einsatz in stationären Einrichtungen gewichtet.
Pflegewissenschaft Ausgabe 04
vom 01.04.2008
200804 Sabine Schweiger Am Puls der Zeit? Virtuelle Medien in der Pflegeausbildung Eine mediendidaktische Betrachtung
E-Medien bestimmen unseren Lebensalltag und die Schulkultur unserer Schülerinnen und Lehrerinnen. Neue Kommunikationsmedien treffen den Puls der Schülerinnen, da diese Medien in ihrer „Kultur“ wie selbstverständlich vorhanden sind. Mit Hilfe einer Multimedialen Plattform (www.nurse-communication. com) kann eine Annäherung an E-Medien auf beiden Ebenen (Schülerinnen und Lehrerinnen) dargestellt werden. Eine besondere Berücksichtigung soll die Wirkung von E- Medien auf Lehrende und Lernende finden. Die mediendidaktische Betrachtung erfolgt durch die Erklärung von Praxisbeispielen aus der Lernumgebung „Pflegeausbildung“. Durch ihre mannigfaltigen Gestaltungsmöglichkeiten erfüllen E-Medien einen hohen Anspruch an Kreativität und Flexibilität des Lehrenden und Lernenden. Durch die Verbindung von Selbstlernphasen und Präsentsphasen findet der „Problemorientierte Ansatz“ („Problem-based-learning“) eine zunehmende Bedeutung in der Pflegeausbildung, insbesondere in der Unterrichtsgestaltung. Einen besonderen Einfluss nehmen in einer medial gestaltenden Lernumgebung die Kommunikationsformen. Nachhaltig können Mediendidaktische Entwicklungen eine optimale Ergänzung im Pflegeausbildungs- und Weiterbildungssektor darstellen.
Pflegewissenschaft Ausgabe 04
vom 01.04.2008
201503 Prof. Dr. Annette Riedel, Prof. Dr. Reinhold Wolke, Karin Schmidt, Anja Siegle Versorgung von kognitiv eingeschränkten Menschen im Krankenhaus Status quo vor Umsetzung eines innovativen Pflegekonzeptes
Ein Klinikaufenthalt kann für kognitiv eingeschränkte Personen schnell zur Krisensituation werden, was sich häufig in nachlassenden alltagspraktischen Fähigkeiten, vermehrten Komplikationen und längeren Liegezeiten konkretisiert. Im vorliegenden Projekt wird die Situation von kognitiv eingeschränkten Patientinnen und Patienten während ihres stationären Aufenthalts beleuchtet. Dazu erfolgte ein Screening aller neu auf der Interventionsstation aufgenommenen Patientinnen und Patienten über 65 Jahre mit dem Mini-Cog. Anschließend wurden in der Gruppe der Personen mit auffälligem Mini-Cog die Schmerzen, die gesundheitsbezogene Lebensqualität, das Wohlbefinden und die alltagspraktische Fähigkeiten zweimal während des Klinikaufenthalts erhoben. Auf der Interventionsstation wiesen 30 Prozent der Patientinnen und Patienten einen auffälligen Mini-Cog auf. Über den stationären Aufenthalt blieb das Wohlbefinden der Betroffenen stabil, während die gesundheitsbezogene Lebensqualität wie auch die alltagspraktischen Fähigkeiten zunahmen. Die Schmerzen wiesen einen leicht abnehmenden Trend auf. Die vorliegende Ausgangserhebung ist Grundlage für eine Konzeptentwicklung zur verbesserten Pflege und Betreuung von kognitiv eingeschränkter Patientinnen und Patienten auf der Interventionsstation. Im Mittelpunkt stehen hierbei die speziellen Bedürfnisse und Bedarfe kognitiv eingeschränkter Patientinnen und Patienten. Nach der Implementierung des Konzepts wird eine erneute Datenerhebung stattfinden, mit deren Hilfe das Konzept in einem quasi-experimentellen Vorher-Nachher-Design evaluiert werden kann.
Pflegewissenschaft Ausgabe 03
vom 01.03.2015
200701 Daniela Hardenacke Die Validität dreier ENP-Pflegediagnosen am Beispiel der Mangelernährung
Die professionelle Pflege nimmt bei der Erkennung einer Mangelernährung eine zentrale Rolle ein. Hierbei kann der Einsatz von standardisiert formulierten Pflegediagnosen helfen, die Wahrnehmungsfähigkeit der Pflegenden zu unterstützen und ihren Blick auf mögliche Problemfelder, wie das der Mangelernährung, zu lenken. Insbesondere den Kennzeichen einer standardisiert formulierten Pflegediagnose kommt in diesem Zusammenhang eine wichtige Funktion zu. Ein bereits in der Pflegepraxis angewendetes Klassifikationssystem ist das ENP. Dieses Klassifikationssystem enthält für den Einsatz in der Altenpflege drei standardisiert formulierte Pflegediagnosen, die der Thematik der Mangelernährung zugeordnet sind. Damit die zu einer Pflegediagnose gehörenden Kennzeichen jedoch auch einen effektiven Beitrag in der Erkennung des durch die Pflegediagnose bezeichneten Problems leisten können, sollten ihre Kennzeichen valide sein. Die vorliegende Studie überprüft die Inhaltsvalidität der drei ENP-Pflegediagnosen. Ein weiteres Ziel der Arbeit ist es, Aussagen über die Differenzierbarkeit dieser drei Diagnosen auf der Grundlage ihrer definierenden Kennzeichen zu erhalten. Die Studie bedient sich eines deskriptiven Designs. Es werden sowohl Experten aus der Pflegewissenschaft als auch Experten aus der deutschen und skandinavischen Pflegepraxis zu der Relevanz und Vollständigkeit der in ENP enthaltenden Kennzeichen befragt. Hierzu wird ein standardisierter Fragebogen eingesetzt. Jeweils sechs Experten aus der Pflegepraxis sowie dem Feld der Pflegewissenschaft werden mittels dieses Erhebungsinstrumentes schriftlich befragt.
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 01.01.2007
200701 Holger Mosebach, Simon Berger Übersetzungsprozess von Pflegefachsprachen - Die Neuübersetzung der NANDA-I-Pflegediagnosen 2007/2008 ins Deutsche
Mit der aktuellen Version der NANDA-I-Pflegediagnosen 2007/2008 hat die amerikanische Pflegediagnosenorganisation entschieden, einen Lizenzwechsel für die deutsche Ausgabe vorzunehmen. Der neue Lizenzhalter RECOM wurde aufgefordert, eine neue Übersetzung der Pflegeklassifikation vorzulegen. Es ergeben sich zahlreiche Änderungen durch den Wechsel von der 2005-2006- auf die aktuelle Ausgabe des Originaltexts. Neben allgemeinen sprachlichen Anpassungen, die der Vereinheitlichung des Vokabulars dienen, weist die aktuelle Ausgabe 15 neue und 26 überarbeitete Pflegediagnosen auf. Insgesamt umfasst die NANDA-I-Pflegeklassifikation damit 188 Pflegediagnosen. Es konnte demnach damit zu rechnen sein, dass die deutsche Übersetzung der NANDA-I-Pflege- diagnosen 2007-2008 umfangreiche Veränderungen gegenüber der vorherigen Sprachfassung vorweisen wird.
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 01.01.2007
200810 Daniela Hardenacke Die Validität dreier ENP-Pflegediagnosen am Beispiel der Mangelernährung
Die professionelle Pflege nimmt bei der Erkennung einer Mangelernährung eine zentrale Rolle ein. Hierbei kann der Einsatz von standardisiert formulierten Pflegediagnosen helfen, die Wahrnehmungsfähigkeit der Pflegenden zu unterstützen und ihren Blick auf mögliche Problemfelder, wie das der Mangelernährung, zu lenken. Insbesondere den Kennzeichen einer standardisiert formulierten Pflegediagnose kommt in diesem Zusammenhang eine wichtige Funktion zu. Ein bereits in der Pflegepraxis angewendetes Klassifikationssystem ist das ENP. Dieses Klassifikationssystem enthält für den Einsatz in der Altenpflege drei standardisiert formulierte Pflegediagnosen, die der Thematik der Mangelernährung zugeordnet sind. Damit die zu einer Pflegediagnose gehörenden Kennzeichen jedoch auch einen effektiven Beitrag in der Erkennung des durch die Pflegediagnose bezeichneten Problems leisten können, sollten ihre Kennzeichen valide sein. Die vorliegende Studie überprüft die Inhaltsvalidität der drei ENP-Pflegediagnosen. Ein weiteres Ziel der Arbeit ist es, Aussagen über die Differenzierbarkeit dieser drei Diagnosen auf der Grundlage ihrer definierenden Kennzeichen zu erhalten. Die Studie bedient sich eines deskriptiven Designs. Es werden sowohl Experten aus der Pflegewissenschaft als auch Experten aus der deutschen und skandinavischen Pflegepraxis zu der Relevanz und Vollständigkeit der in ENP enthaltenden Kennzeichen befragt. Hierzu wird ein standardisierter Fragebogen eingesetzt. Jeweils sechs Experten aus der Pflegepraxis sowie dem Feld der Pflegewissenschaft werden mittels dieses Erhebungsinstrumentes schriftlich befragt.
Pflegewissenschaft Ausgabe 10
vom 01.10.2008
200701 Martin Gieseke Ein Lernbegleitbuch zur Sicherung der praktischen Pflegeausbildung – Entwicklung, Gestalt, Inhalte, fachdidaktische Ausrichtung
Die aktuelle Situation der praktischen Pflegeausbildungen in Deutschland erfordert eine kritische Überprüfung der bisherigen Vorgehensweisen und die Entwicklung von Instrumenten, welche ein annehmbares Qualitätsniveau in der praktischen Ausbildung schaffen und sichern können. Diese Herausforderung wurde von acht bayerischen Berufsfachschulen für Pflegeberufe angenommen, die gemeinsam ein Lernbegleitbuch (LBB) zur Sicherung der praktischen Pflegeausbildung entwickelten. Grundlagen des LBB sind definierte Ausbildungsstandards, die Interaktionistische Pflegedidaktik von Darmann-Finck, strukturierte Reflexion von fachlichem Handeln, Unterstützung des selbstgesteuerten Lernens und die kontinuierliche Dokumentation von Kompetenzentwicklung und Ausbildungsaktivitäten. In diesem Artikel werden die Entwicklung, die wesentlichen Elemente sowie die Vorgehensweise zur Einführung des LBB vorgestellt.
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 01.01.2007
200812 Steve Strupeit Implementierung eines Pflegeklassifikationssystems zur vollständigen Umsetzung des Pflegeprozesses
Pflegediagnosen stellen eine Chance dar, pflegerisches Handeln in der Praxis und im Alltag sichtbar und transparent darzustellen. Problematisch ist die Implementierung von Pflegediagnosen. Dabei handelt es sich um einen langen Prozess, welcher letztendlich auch zur Qualitätssicherung beiträgt und eine verbesserte Patientenzufriedenheit und -behandlung bedeuten kann. Eine Möglichkeit ist dabei die Nutzung von Projekten zur Implementierung in die Praxis. Dieser Beitrag skizziert und reflektiert die Möglichkeiten des Projektmanagements für das moderne Pflegemanagement und zeigt anschließend die Möglichkeit der Implementierung von Pflegediagnosen in die Praxis auf. Auf Grund der Existenz von verschiedenen Pflegeklassifikationssystemen skizziert dieser Beitrag beispielhaft die Einführung von NANDA-Pflegediagnosen in Verbindung mit NIC (Nursing Intervention Klassifikationen) und NOC (Nursing Outcome Classification). Dabei werden konkrete Handlungsempfehlungen gegeben und entsprechende Konzepte vorgestellt. Abgerundet wird dieser Beitrag mit den Anforderungen an die Pflege-EDV, welche bei der Implementierung von Pflegediagnosen eine wichtige Stütze und Hilfe darstellen kann.
Pflegewissenschaft Ausgabe 12
vom 01.12.2008
200812 Holger Mosebach, Simon Berger Übersetzungsprozess von Pflegefachsprachen. Die Neuübersetzung der NANDA-I-Pflegediagnosen 2007/2008 ins Deutsche
Mit der aktuellen Version der NANDA-I-Pflegediagnosen 2007/2008 hat die amerikanische Pflegediagnosenorganisation entschieden, einen Lizenzwechsel für die deutsche Ausgabe vorzunehmen. Der neue Lizenzhalter RECOM wurde aufgefordert, eine neue Übersetzung der Pflegeklassifikation vorzulegen. Es ergeben sich zahlreiche Änderungen durch den Wechsel von der 2005-2006- auf die aktuelle Ausgabe des Originaltexts. Neben allgemeinen sprachlichen Anpassungen, die der Vereinheitlichung des Vokabulars dienen, weist die aktuelle Ausgabe 15 neue und 26 überarbeitete Pflegediagnosen auf. Insgesamt umfasst die NANDA-I-Pflegeklassifikation damit 188 Pflegediagnosen. Es konnte demnach damit zu rechnen sein, dass die deutsche Übersetzung der NANDA-I-Pflege- diagnosen 2007-2008 umfangreiche Veränderungen gegenüber der vorherigen Sprachfassung vorweisen wird.
Pflegewissenschaft Ausgabe 12
vom 01.12.2008
200904 Pia Wieteck Transfer der Expertenstandards in die Pflegepraxis. Ausblicke bezüglich des Nutzens einer elektronischen Patientenakte mit ENP
Die nationale und internationale Diskussion über Standards, Leitlinien und Expertenstandards in der Pflege nimmt zu. Es wird immer deutlicher, dass der Pflegepraktiker es unter den heutigen Rahmenbedingungen in der Pflege nicht leisten kann, die vorhandene Literatur zu einer aufgetretenen Fragestellung in der Patientenversorgung zu sichten. Auf der anderen Seite wird zunehmend gefordert, dass die Pflege sich auf die beste vorhandene Evidenz stützen sollte. Es stellt sich daher die Frage, wie evidenzbasiertes Pflegefachwissen in die Praxis transferiert werden kann. Zur Überwindung dieses Grabens zwischen Anforderung einerseits und den Möglichkeiten der Pflegenden andererseits wird nach unterstützenden Instrumenten gesucht. Die Entwicklung und Einführung von Expertenstandards könnte eine hilfreiche Unterstützung zur Überwindung der Theorie-Praxis-Kluft sein (Harms und Schwank 2006, Moers und Schiemann 2004).
Pflegewissenschaft Ausgabe 04
vom 01.04.2009
200905 Norbert Gores, Sabine Ruppert-Fürstos Politische Handlungsfähigkeit – eine relevante und aktuelle Betrachtung im Kontext von Pflegeausbildung Teil 1
Auszubildende in den Pflegeberufen zeigen sich, wie die Jugend allgemein, politisch eher desinteressiert. Zur Wahrnehmung und Vertretung von Interessen sowie zur Mitbestimmung und Mitgestaltung des (beruflichen) Alltags ist politische Handlungsfähigkeit unbedingt erforderlich. Eine entsprechende Kompetenzbildung ist auch in den normativen Grundlagen der Pflegeausbildungen verlangt. Zur Umsetzung dieses Anspruchs bedarf es eines speziellen fachdidaktischen Ansatzes. Geeignet erscheint hier die Konfliktdidaktik von Hermann Giesecke. Eine solche Ausrichtung muss durch entsprechende curriculare Strukturen unterstützt und in der Schulkultur gelebt werden. Hierzu gilt es ein anwendbares Konzept zu entwickeln. Dies sind die Schlussfolgerungen einer umfassenden Erörterung zur politischen Bildung im Kontext der Pflegeausbildungen. Der vorliegende erste Teil der Veröffentlichung beschreibt mit Untersuchungen zur politischen Interessenslage von Jugendlichen, einer Erhebung zu den Rahmenbedingungen von Pflegebildungseinrichtungen sowie einer Betrachtung der normativen Grundlagen die Ausgangslage im Umfeld der Pflegeausbildungen.
Pflegewissenschaft Ausgabe 05
vom 01.05.2009
200906 Norbert Gores, Sabine Ruppert-Fürstos Politische Handlungsfähigkeit – eine relevante und aktuelle Betrachtung im Kontext von Pflegeausbildung Teil 2
Auszubildende in den Pflegeberufen zeigen sich, wie die Jugend allgemein, politisch eher desinteressiert. Zur Wahrnehmung und Vertretung von Interessen sowie zur Mitbestimmung und Mitgestaltung des (beruflichen) Alltags ist politische Handlungsfähigkeit unbedingt erforderlich. Eine entsprechende Kompetenzbildung ist auch in den normativen Grundlagen der Pflegeausbildungen verlangt. Zur Umsetzung dieses Anspruchs bedarf es eines speziellen fachdidaktischen Ansatzes. Geeignet erscheint hier die Konfliktdidaktik von Hermann Giesecke. Eine solche Ausrichtung muss durch entsprechende curriculare Strukturen unterstützt und in der Schulkultur gelebt werden. Hierzu gilt es ein anwendbares Konzept zu entwickeln. Dies sind die Schlussfolgerungen einer umfassenden Erörterung zur politischen Bildung im Kontext der Pflegeausbildungen. Im vorliegenden zweiten Teil der Veröffentlichung wird ein geschichtlicher Abriss der politischen Bildung in der Bundesrepublik Deutschland vorgenommen, damit verbundene fachdidaktische Diskussionen nachgezeichnet und allgemeine Grundlagen zur didaktischen Konzeption bzw. Konstruktion zur politischen Bildung erörtert.
Pflegewissenschaft Ausgabe 06
vom 01.06.2009
200907 Norbert Gores, Sabine Ruppert-Fürstos Politische Handlungsfähigkeit – eine relevante und aktuelle Betrachtung im Kontext von Pflegeausbildung. Teil 3
Auszubildende in den Pflegeberufen zeigen sich, wie die Jugend allgemein, politisch eher desinteressiert. Zur Wahrnehmung und Vertretung von Interessen sowie zur Mitbestimmung und Mitgestaltung des (beruflichen) Alltags ist politische Handlungsfähigkeit unbedingt erforderlich. Eine entsprechende Kompetenzbildung ist auch in den normativen Grundlagen der Pflegeausbildungen verlangt. Zur Umsetzung dieses Anspruchs bedarf es eines speziellen fachdidaktischen Ansatzes. Geeignet erscheint hier die Konfliktdidaktik von Hermann Giesecke. Eine solche Ausrichtung muss durch entsprechende curriculare Strukturen unterstützt und in der Schulkultur gelebt werden. Hierzu gilt es ein anwendbares Konzept zu entwickeln. Dies sind die Schlussfolgerungen einer umfassenden Erörterung zur politischen Bildung im Kontext von Pflegeausbildung. Im vorliegenden dritten Teil der Veröffentlichung stellen wir detaillierter die Konfliktdidaktik von Hermann Giesecke vor und begründen ihre besondere Eignung im Rahmen eines Gesamtkonzeptes zur Unterstützung politischer Handlungsfähigkeit von Auszubildenden in den Pflegeberufen.
Pflegewissenschaft Ausgabe 07
vom 01.07.2009
200909 Martin Gieseke Ein Lernbegleitbuch zur Sicherung der praktischen Pflegeausbildung – Entwicklung, Gestalt, Inhalte, fachdidaktische Ausrichtung
Die aktuelle Situation der praktischen Pflegeausbildungen in Deutschland erfordert eine kritische Überprüfung der bisherigen Vorgehensweisen und die Entwicklung von Instrumenten, welche ein annehmbares Qualitätsniveau in der praktischen Ausbildung schaffen und sichern können. Diese Herausforderung wurde von acht bayerischen Berufsfachschulen für Pflegeberufe angenommen, die gemeinsam ein Lernbegleitbuch (LBB) zur Sicherung der praktischen Pflegeausbildung entwickelten. Grundlagen des LBB sind definierte Ausbildungsstandards, die Interaktionistische Pflegedidaktik von Darmann-Finck, strukturierte Reflexion von fachlichem Handeln, Unterstützung des selbstgesteuerten Lernens und die kontinuierliche Dokumentation von Kompetenzentwicklung und Ausbildungsaktivitäten. In diesem Artikel werden die Entwicklung, die wesentlichen Elemente sowie die Vorgehensweise zur Einführung des LBB vorgestellt.
Pflegewissenschaft Ausgabe 09
vom 01.09.2009
200910 Claudia Wenzel, Sabine Pleschberger Der Sterbeprozess – Theoretische Konzepte und ihr Nutzen für die Praxis
Sterben und Tod sind seit Ende der 60er Jahre, nicht zuletzt durch die Pionierarbeit von Elisabeth Kübler-Ross, zu einem Gegenstand für wissenschaftliche Forschung und Theoriebildung geworden. Dennoch werden in den Lehrbüchern der Pflege und Medizin im deutschsprachigen Raum kaum andere Arbeiten, als das bekannte Modell der fünf Phasen rezipiert. Vor diesem Hintergrund wurde eine Literaturanalyse durchgeführt und versucht, die bisher entwickelten theoretischen Konzepte zu systematisieren. Das Ergebnis sind eine Reihe aus verschiedenen Disziplinen stammenden Theorien: Stufen- bzw. Phasenmodelle des Sterbens, Sterben als sozialer Prozess, Aufgabenbezogener Ansatz zur Bewältigung des Sterbeprozesses und Bindungstheoretischer Ansatz des Sterbens. In sämtlichen der vorgestellten Theorien werden kaum Bezüge zu benachbarten Disziplinen hergestellt bzw. fehlt es insgesamt an einer interdisziplinären Diskussion. Nicht zu letzt deshalb ist es wichtig, nicht einen einzigen Ansatz als den richtigen oder wahren zu identifizieren. Vielmehr gilt es die jeweiligen Stärken und Schwächen der Theorien zu reflektieren und letztere in der Verschränkung ihrer theoretischen Ansätze für die Praxis nutzbar zu machen. Möglichkeiten dafür werden im Kontext von Pflegepädagogik ebenso gesehen wie der Reflexion von Pflegepraxis im Kontext verschiedener Aspekte von Qualitätsentwicklung.
Pflegewissenschaft Ausgabe 10
vom 01.10.2009
200911 Birgit Panke-Kochinke Blended Learning in der Pflegewissenschaft – Entwurf einer hochschuldidaktischen Kultur der medialen Differenz
Die Grundlage für eine hochschuldidaktische Kultur der medialen Differenz im Rahmen von Blended Learning ist denkbar einfach: es ist die kooperative Produktion eines Textes. Kooperation in der Interaktion ist das Schlüsselwort, das ein Lernen in Blended Learning Arrangements auszeichnet. Kooperation über Texte im WWW muss eingeübt werden. Kooperation über Sprache in der face-to-face-Kommunikation ebenfalls. Die Dissonanz ist der Ansatzpunkt, der emotional und intellektuell Kooperation anregt. Projektorientierte Arbeitsweisen sind das Mittel dazu. Labilisierung der Weg. Die personale Identitätsbildung der erfahrungsgenerierende Kompetenzgewinn. Das Ergebnis ist wiederum ein Text. Er spiegelt die gelungene Kooperation wider. Der fachdidaktische Fokus eines entsprechend begründeten Modells ist dabei getragen von der Erkenntnis, dass sich eine patientenorientierte Pflege nur umsetzen lässt, wenn man sich auch auf Formen von medialer Kommunikation einlässt und um ihre Wirkung weiß. Dazu gehört auch, zu wissen, dass fragmentierte Körperlichkeit die Interaktion bestimmt und Technik ein integraler Bestandteil derselben ist. Rationale Urteilsbildung im Feld medialer Vielfalt als transferierbare Erfahrung ist so eine Grundlage für und von Empathie. Und diese kann durch die Integration von Blended Learning Konzepten in das Studium eingeübt werden.
Pflegewissenschaft Ausgabe 11
vom 01.11.2009
200912 Jörg Haasenritter, Pia Wieteck, Sabine Bartholomeyczik Instrumente zur Abbildung des Pflegeaufwands in der DRG-Systematik – Literaturanalyse
Der Artikel stellt die Ergebnisse einer Literaturanalyse zu dem Thema „adäquate Abbildung der Pflege im DRG-Kontext’“ vor, die vom Deutschen Pflegerat gefördert wurde. Ziel der Literaturanalyse ist es, einen internationalen Überblick über die verschiedenen Ansätze und angewendeten Verfahren zur Abbildung von Pflegeaufwand im Akutkrankenhaus zu gewinnen. Nachfolgend werden die Problemstellung, Forschungsfragen, Methoden und Einzelergebnisse zu den Instrumenten dargestellt. Insgesamt wurden in der Literaturanalyse 39 Instrumente und Verfahren zur Abbildung des Pflegeaufwandes im Akutkrankenhaus gefunden. Für den Bereich der Kinderkrankenpflege und Intensivpflege wurden eigene Instrumente identifiziert, die in diesem Artikel nicht vorgestellt werden. Die Ergebnisse der Literaturanalyse werden zusammenfassend diskutiert und die grundsätzlichen Vor- und Nachteile der verschiedenen Gruppierungsansätze dargelegt.
Pflegewissenschaft Ausgabe 12
vom 01.12.2009
201001 Olaf Stoffel Cohen-Mansfield Agitation Inventory (CMAI)
Der Cohen-Mansfield Agitation Inventory (CMAI) ist ein Assessment zur Einschätzung der Intensität agitierten Verhaltens bei demenziell erkrankten Menschen. 25 (29) Verhaltensweisen werden auf dem CMAI benannt. Auf einer siebenstufigen Skala (Teil A) wird das Ausmaß herausfordernden Verhaltens festgehalten. Im Teil B sind Aussagen über etwaige Antriebsstörungen zu treffen. Der CMAI ist eine Entscheidungshilfe, wenn es darum geht zu klären, ob ein demenziell erkrankter Heimbewohner auf eine gerontopsychiatrische Station verlegt werden sollte oder nicht. Die Heimaufsichtsbehörden fordern zunehmend den Einsatz des CMAI, um z. B. heiminterne Entscheidungen über die Verlegung von Bewohnern besser nachvollziehen zu können.
Pflegewissenschaft Ausgabe 01
vom 01.01.2010
201006 Filiz Küçük Die Situation pflegender Familienangehöriger von an Demenz erkrankten türkischen MigrantInnen in Berlin – Eine qualitative Studie zur Versorgung im häuslichen Umfeld
Etwa 1,1 Millionen Menschen sind in Deutschland an Demenz erkrankt. Dazu gehören auch hochaltrige MigrantInnen, deren Anzahl in den kommenden Jahren stark zunehmen wird. Bisher kaum untersucht ist der Umgang der Kinder demenziell erkrankter türkischer MigrantInnen mit der Pflege ihrer Angehörigen, die in der Regel im häuslichen Umfeld stattfindet. Von welcher Motivation sind diese Kinder getragen? Welche professionellen Hilfen nehmen sie in Anspruch? Was erwarten sie von unterstützenden Maßnahmen? Antworten auf diese Fragen gibt die vorliegende Studie. Die Aussagen aus sechs Interviews mit Angehörigen verdeutlichen eindrucksvoll, vor welchen großen Herausforderungen die Familienmitglieder in der Pflegesituation stehen.
Pflegewissenschaft Ausgabe 06
vom 01.06.2010
201006 Sabine Steffan Informatik in der pflegerischen Ausbildungsrealität – Eine empirische Untersuchung an den Pflegefachschulen
Im zweiten Quartal des Jahres 2008 startete die bundesweite Erhebung zu den Informations- und Kommunikationstechnologien in den Pflegeausbildungen mit dem Ziel der Erhebung des Ist-Zustandes zu folgenden zentralen Fragestellungen: Welchen Eingang haben die Informations- und Kommunikationstechnologien bereits in die Ausbildung an den Pflegefachschulen gefunden und was sind mögliche Einflussfaktoren, die förderlich oder hemmend für eine adäquate Umsetzung der dazu in den Ausbildungscurricula erwähnten wirken? Durch die Bearbeitung der Fragestellung wird geklärt, wie innerhalb der Ausbildungen in den Pflegefachschulen die Kompetenzen zur eigenständigen Informationsbeschaffung und -verarbeitung unter Verwendung der Informations- und Kommunikationstechnologien vermittelt werden (vgl. Deutscher Bildungsrat für Pflegeberufe, 2007:35). Gleichzeitig offenbart sich, ob die Auszubildenden die eigenständige Pflegebedarfsermittlung, Planung des Pflegeprozesses und deren Evaluation durch die Anwendung moderner Arbeitsmedien erlernen (vgl. Sträßner, 2004:127). Die Erhebung unter Verwendung eines standardisierten Fragebogens resultiert aus einer zuvor durchgeführten Analyse von Ausbildungscurricula sowie einer Literatur- und Internetrecherche zu der Thematik. Die Datenanalyse erfolgte unter Verwendung des Statistikprogrammes SPSS 14.0.
Pflegewissenschaft Ausgabe 06
vom 01.06.2010
201007 Sabine Steffan Zukunftssicher in die elektronische Pflegewelt? Empfehlungen für einen Unterricht an den Informations- und Kommunikationstechnologien
Im Jahre 2008 wurde eine bundesweite empirische Untersuchung an den schulischen Ausbildungsstätten für die Pflegeberufe zu dem theoretischen und praktischen Unterricht bzw. der Einbindung praktischer Übungen zu den IKT1 durchgeführt. Die ermittelten Ergebnisse unter Verwendung eines standardisierten Fragebogens sowie im Anschluss der bundesweiten Untersuchung durchgeführten Experteninterviews bilden die Grundlage für die formulierten Empfehlungen für einen Unterricht an und mit den neuen technischen Arbeitsmedien. Die vorliegenden Empfehlungen dienen den Schulleitungen als Argumentation gegenüber den Trägern ihrer Schulen für bessere sächliche, technische und personelle Ausstattungen. Zugleich liefert die vorliegende Arbeit für das Lehrpersonal ausführlichere Hinweise für die Unterrichtsgestaltung zu den technischen Arbeitsmedien in den Pflegeberufen. Obwohl die Unterrichtshinweise über jene der derzeit veröffentlichten Ausbildungscurricula und -richtlinien hinaus gehen, sind sie kein Ersatz für ein weiterhin dringend notwendiges und ausstehendes bundeseinheitliches Konzept zu den IKT in den Ausbildungen der Pflegeberufe.
Pflegewissenschaft Ausgabe 07
vom 01.07.2010
201010 Gaby Herzig-Walch Erwerb von Kommunikationskompetenz
Veränderte Qualifikationsprofile im pflegerischen Alltag erfordern eine Anpassung der Pflegeausbildung. Pflegerische Tätigkeitsfelder, wie Beratung, die Interaktion mit multimorbiden, dementiell veränderten Pflegebedürftigen und die pflegerische Versorgung von Migranten, fokussieren insbesondere die kommunikative Kompetenz von Pflegenden. Die kommunikative Kompetenz auszubilden, weiterzuentwickeln und damit in allen Facetten zu fördern, muss für die Pflegeausbildung eine wichtige Herausforderung werden. Die Autorin legt ein eigenes Modell kommunikativer Kompetenz vor und stellt in Form eines Handbuches deren Ausbildungsmöglichkeit dar.
Pflegewissenschaft Ausgabe 10
vom 01.10.2010
201805 Prof. Dr. Manfred Borutta, Joachim Lennefer, Dr. Paul Fuchs-Frohnhofen Die Bedeutung der Pflegewissenschaft als Grundlage der Pflegepraxis - Was akademisch ausgebildete Pflegekräfte in der Pflegepraxis leisten können und sollen
In diesem Beitrag wird das komplizierte Verhältnis zwischen Pflegepraxis und Pflegewissenschaft analysiert und es wird beschrieben, warum und wie der Einsatz akademisch ausgebildeter Pflegekräfte in der Pflegepraxis zu einer Verbesserung der Pflegequalität in den Einrichtungen beitragen kann. Es wird deutlich, dass es in der Praxis arbeitende wissenschaftlich qualifizierte (akademisierte) Pflegekräfte bedarf, die in der Lage sind, einzelne Pflegehandlungen aber auch organisational etablierte Handlungsschemata vor dem Hintergrund der Erkenntnisse der Pflegeforschung zu reflektieren und eine evidenzbasierte Praxis anzustoßen. Diese akademisierten Pflegekräfte benötigen aber eine ausreichende Erfahrung in der pflegerischen Praxis, damit sie ihre Kompetenz in einem wertschätzenden Dialog mit ihren Kolleg/innen einbringen können.
Pädagogik der Gesundheitsberufe Ausgabe 05
vom 30.05.2018
201712 Heike Fink, Martina König-Bachmann, Heidi Oberhauser, Cornelia Schöffthaler Entwicklung eines Fragebogens zur Erfassung der Lerneffekte mit Portfolioarbeit
Die Entwicklung und Implementierung von Portfolioarbeit gewinnt in der fachhochschulischen Ausbildung von Gesundheitsberufen an Bedeutung. Das Portfolio ermöglicht einen Blick auf eine prozessuale und selbstreflexive Lernentwicklung sowohl für die Studierenden wie auch für deren Lehrende. In der Literatur beschriebene Lerneffekte betreffen die Reflexionsfähigkeit, die Autonomie für das eigene Lernen, eine Sensibilisierung für Lernstrategien, die Vernetzung von Theorie und Praxis und eine Verbesserung der Schreibkompetenz. Ein interprofessionelles Lehrendenteam entwickelte in einem mehrstufigen Verfahren einen reliablen und teil-validen Fragebogen, der die in der Literatur beschriebenen Lerneffekte messen kann. Im Herbst 2016 wurde eine Kohorte zu Ausbildungsbeginn befragt, deren Nachher-Befragung wird im Juni 2019 erfolgen. Die ausgewählten Lerneffekte können mit diesem Studiendesign gemessen, aber nicht ausschließlich dem Portfolio zugeschrieben werden.
Pädagogik der Gesundheitsberufe Ausgabe 12
vom 13.12.2017
201709 Liane Grube, Sebastian Koch, Prof. Dr. Ulrike Morgenstern Handlungsorientierte Ausbildung in der Praxis der Anästhesie- und Operationstechnischen Assistenten
Schülerstationen sind ein geeignetes Konzept zur Verzahnung von Theorie und Praxis und zur Förderung der Handlungskompetenz (HK) in der Pflegeausbildung. Auszubildenden leiten dabei eine Station und arbeiten autonom. Die Förderung von HK ist ebenso Ziel der Ausbildung zum Anästhesie- und Operationstechnischen Assistenten (ATA/OTA). Die Messung und Förderung der HK mittels einer Schülerstation in der Pflege wurde in der vorliegenden Arbeit durch eine Literaturrecherche eruiert und Handlungsempfehlungen zur Durchführung des Projektes in der ATA/OTA Ausbildung entwickelt. Im Ergebnis zeigte sich, dass bei der Kompetenzerfassung die Evaluation im Vordergrund steht. Ein geeignetes empirisch fundiertes Kompetenzmessinstrument konnte in der Recherche nicht ermittelt werden. Die verstärkte Anwendung von Maßnahmen für den Theorie-Praxis-Transfer lässt auf die Förderung von Handlungskompetenz schließen. Es konnten Handlungsempfehlungen für die Durchführung dieses Projektes in der ATA/OTA-Ausbildung und damit die Möglichkeit zur Förderung von Handlungskompetenz entwickelt werden.
Pädagogik der Gesundheitsberufe Ausgabe 09
vom 01.09.2017
201709 Prof. Dr. Sabine Steffan Praxisanleitungen für dual bzw. ausbildungsbegleitend Studierende. Erleben und Sichtweisen der Praxisanleiterinnen
Ergänzend zu Interviews mit Studierenden des „Gesundheits- und Pflegemanagements“ zur praktischen Ausbildung wurden im Wintersemester 2014/15 problemzentrierte Interviews mit Praxisanleiterinnen geführt. Die Ergebnisse der qualitativen Inhaltsanalyse der Interviews bestätigen längst bekannte Probleme praktischer Ausbildungen aber auch den Wunsch der Praxisanleiterinnen zur verbesserten Kooperation mit der Hochschule. Dazu gibt es unterschiedliche Ideen und Meinungen. Nicht bestätigen lässt sich die Gleichbehandlung aller Auszubildenden und Studierenden bei den Anleitungen und Leistungsbewertungen. Genauso wenig bestätigte sich die Befürchtung, dass Praxisanleiterinnen Studierende für „Besserwisser“ halten. Im Gegenteil sind sie eher stolz zukünftiges Leitungspersonal auszubilden.
Pädagogik der Gesundheitsberufe Ausgabe 09
vom 01.09.2017
201709 Prof. Dr. Ulrike Morgenstern, Melanie Scheerer Problemorientiertes Lernen in der Gesundheits- und Krankenpflege - eine innovative Lernmethode?
Demografische, sozialpolitische und ökonomische Veränderungen im Gesundheitswesen stellen uns vor neue Anforderungen, die bewältigt werden müssen. Aus pädagogischer Sicht liegt hier die Notwendigkeit für innovative Lehr- und Lernmethoden. Damit die künftigen Gesundheits- und Krankenpfleger in der Lage sind problemorientierte Lösungen für komplexe Situationen im interdisziplinären Team generieren zu können, gewinnt das problemorientierte Lernen an Bedeutung in den Berufsschulen. Untersucht wurde die aktuelle Anwendung von problemorientiertem Lernen (POL) in der Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung, wobei Defizite aufgedeckt wurden und ein Fortbildungsbedarf konkretisiert wurde.
Pädagogik der Gesundheitsberufe Ausgabe 09
vom 01.09.2017
201705 Hubert Kolling Nachruf: Prof. Dr. phil. Karin Wittneben †
Am 23. November 2016 verstarb nach längerer Krankheit im Alter von 81 Jahren in Hannover mit Prof. Dr. phil. Karin Wittneben eine Pionierin der deutschen Pflegewissenschaft. Sie gehörte zu den Wegbereiterinnen der an deutschen Universitäten und Fachhochschulen sich etablierenden Pflegewissenschaft und leistete entscheidende Beiträge zur Professionalisierung dieses Faches. Neben der von ihr entwickelten Pflegedidaktik, die großen Einfluss auf die Weiterentwicklung der Pflegelehrerausbildung in Deutschland hatte, bereicherte sie auch die historische Pflegeforschung.
Pädagogik der Gesundheitsberufe Ausgabe 05
vom 23.05.2017
201610 Lisa Luft, Melanie Schmidt, Prof. Dr. Ulrike Schulze Verknüpfung von beruflicher und akademischer Pflegebildung. Hochschulen in der attraktiven Funktion als Mittler zwischen akademischer und beruflicher Bildung
Im Rahmen des Projektes „MainCareer – Offene Hochschule“ wurden an der Frankfurt University of Applied Sciences durch die Konzipierung von Unterstützungsangeboten sowie die Möglichkeit der pauschalen Anrechnung wichtige Schritte abgeschlossen, um den grundständigen Bachelor-Studiengang Pflege (B. Sc.) stärker mit der beruflichen Bildung zu verknüpfen. Im folgenden Beitrag wird beschrieben, wie sich der Weg hin zu einem pauschalen Anrechnungsverfahren gestaltete und welche Erfahrungen im Projekt gesammelt wurden. Das Projekt wurde in der ersten Förderphase vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie dem Europäischen Sozialfonds gefördert und ist in den Bund-Länder-Wettbewerb „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“ eingebettet.
Pädagogik der Gesundheitsberufe Ausgabe 10
vom 10.10.2016
201607 Prof. Dr. Karl-Heinz Sahmel Was ist eine gute Pflegelehrerin? Auf der Suche nach pädagogischen Kompetenzen
Seit je werden an die Tätigkeit des Lehrers sehr hohe Anforderungen gestellt. Dies belegen erneut die in den letzten Jahren erschienenen Forschungen zur Aktivität von Lehrenden und die Wirkung auf die Lernenden. Wenn dabei verstärkt von pädagogischen „Kompetenzen“ die Rede ist, müssen diese breit angelegten Merkmale des guten Lehrers/der guten Lehrerin kritisch analysiert und diskutiert werden. Insbesondere in Bezug auf die Lehrtätigkeit im Pflegebereich sollte man sich hier vor überzogenen Erwartungen hüten.
Pädagogik der Gesundheitsberufe Ausgabe 07
vom 14.07.2016
201603 Mag. Dr. Gerhard Fürstler Von der Lehrschwester zur Pflegewissenschaftlerin - Ein im Wandel begriffenes Berufsbild am Beispiel Österreich
In diesem auf den Lernwelten 2 14 in Berlin gehaltenen Vortrag wird im ersten Abschnitt der Versuch unternommen, die Situation der Pflegeausbildung in Österreich reduziert auf das Wesentliche darzustellen. Begründung: Im Mai 2 14 wurde bekannt, dass sich die Politik nach vielen Jahren der Diskussion darauf geeinigt hat, in Österreich zukünftig den gesamten gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege flächendeckend auf der Fachhochschule ausbilden zu lassen. Im zweiten Abschnitt wird dann das Berufsbild der „Lehrschwester“, also jener Krankenschwester, die lange – ohne jeder pädagogisch-fachlichen Ausbildung – mit der Ausbildung in der Krankenpflege befasst war, von seinem Beginn an, nachgezeichnet. Im dritten und letzten Abschnitt wird ein Blick auf die zukünftige Stellung der studierten Pflegewissenschaftlerin als akademisch ausgebildete Lehrerin in der Gesundheits- und Krankenpflege geworfen.
Pädagogik der Gesundheitsberufe Ausgabe 03
vom 10.03.2016
201603 Prof. Dr. Sabine Steffan, Tina Knoch Bedarfsgerechte Qualifizierung der Lehrenden in der Praxis
Bei dem Thema „Lehrende in Pflege- bzw. Gesundheitsberufen“ stehen häufig Lehrende an ausbildenden Schulen, inzwischen auch Fachhochschulen, im Fokus des Interesses. Da in den Ausbildungen zur Altenpflege und der Gesundheits- und Krankenpflege der Anteil der praktischen Ausbildung deutlich überwiegt, stellt sich die Frage, ob die dort für die Erfüllung des Bildungsauftrags verantwortlichen Praxisanleitungen ausreichend und bedarfsgerecht qualifiziert sind. Forschungs- und Entwicklungsprojekte zeigen aus Sicht der Praxisanleitungen auf, wo diese selbst ihre größten Herausforderungen sehen. Eine Befragung von Studierenden deckt deutliche Handlungsbedarfe hinsichtlich der Qualifizierung der Lehrenden in der Praxis auf. Fakt ist, dass die Ausbildungsverantwortlichen einen Spagat zwischen Bildungs- und Versorgungsauftrag leisten müssen und das, in beiden Fällen, auf ansteigendem Niveau.
Pädagogik der Gesundheitsberufe Ausgabe 03
vom 10.03.2016
201603 Prof’in Dr. Roswitha Ertl-Schmuck Editorial
Pädagogik der Gesundheitsberufe Ausgabe 03
vom 10.03.2016
201512 Dr. Anga Engelke-Herrmannsfeldt, Prof. Dr. Johann Behrens Die Vermittlung der Körpersprache in physiotherapeutischen Lehrbüchern
Ziel der Untersuchung war es, physiotherapeutische Fachliteratur zu untersuchen mit Blick auf die Vermittlung körperlicher Fähigkeiten zur Gestaltung der Interaktion in kommunikativ schwierigen Situationen. Und zwar durch die Analyse und Beschreibung körperlicher, mentaler und emotionaler Vorgänge, die der Entstehung körperlicher Gesten und Ausdruckformen in kommunikativ schwierigen Situationen vorausgehen und sie begleiten sollen. Zur Bearbeitung der Zielstellung fand eine systematische Untersuchung von Lehrbüchern aus dem Fachbereich der Physiotherapie auf Grundlage der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring statt. Die Lehrbücher machen eine Erwartung an den verallgemeinerten Physiotherapeuten deutlich, aber konkrete berufstypische Fähigkeiten oder Fertigkeiten werden nicht hinreichend beschrieben oder erläutert, um die Behandlungssituation als dialogische Kommunikation zweier gleichberechtigter Partner zu gestalten. Das bestehende System der Lehrbücher erfordert eine kritische Reflexion und Prüfung.
Pädagogik der Gesundheitsberufe Ausgabe 12
vom 18.12.2015
201511 Monika Stöhr, Andreas Blank „Mit den Augen der Lernenden“ sehen – (Selbst-)Lernprozesse ermöglichen, fördern und begleiten
‚Selbstlernen‘ ist zu einem zentralen Begriff in der aktuellen Bildungsdiskussion geworden. Gefordert wird selbstbestimmtes, selbstorganisiertes, selbstgesteuertes oder selbstreguliertes Lernen, häufig ohne die unterschiedlichen theoretischen Hintergründe und Implikationen der Begriffe zu berücksichtigen. Mit diesen Selbstlern-Begriffen einher geht ein verändertes Rollenverständnis der am Lernprozess Beteiligten. Lehrende und Lernende begegnen sich im Lernprozess auf Augenhöhe. Sie übernehmen beide Verantwortung für das Gelingen des Lernprozesses: Lernende setzen sich aktiv und zunehmend selbsttätig und eigenverantwortlich mit einem Lerngegenstand auseinander. Lehrende sind nicht mehr vorrangig Wissensvermittler, sondern sie ermöglichen, fördern und begleiten diese (Selbst-) Lernprozesse. Dementsprechend sind Lehrende nicht nur Expert(inn)en für das jeweilige Fach, sondern auch und insbesondere Expert(inn)en für das Thema Lernen. Sie stellen einerseits eine entsprechende Lernumgebung bereit und unterstützen andererseits gezielt den Aufbau der (Selbst-)Lernfähigkeiten und nutzen dazu Scaffolding, Reflexion und Feedback. Insbesondere beiderseitiges Feedback hat eine zentrale Funktion, um Lernprozesse sichtbar zu machen (vgl. Hattie, 2 14): Lernende erhalten eine Rückmeldung im Hinblick auf die Bearbeitung der Aufgaben und die Steuerung ihres Lernprozesses, um sie in ihrer Selbsteinschätzung zu fördern. Lehrende erhalten Feedback von den Lernenden mit Fokus auf die lernförderliche Gestaltung des Unterrichts. Grundlegend für dieses Verständnis von Lehren und Lernen ist eine empathische Grundhaltung der Lehrenden, die sich u.a. dadurch auszeichnet, dass Lehrende die Lernprozesse „mit den Augen der Lernenden“ sehen (Hattie, 2 9, S. 252).
Pädagogik der Gesundheitsberufe Ausgabe 11
vom 30.11.2015
201511 Sabine Weber-Frieg Editorial
Editorial
Pädagogik der Gesundheitsberufe Ausgabe 11
vom 30.11.2015
201511 Karin Anne Peter, Christoph Golz, Dr. Dirk Richter, Dorothée Eichenberger zur Bonsen, Sabine Hahn Psychosoziale Gesundheit und Gesundheitsförderung bei Hochschulmitarbeitenden Ein Praxisprojekt an der Berner Fachhochschule
Projektbericht
Pädagogik der Gesundheitsberufe Ausgabe 11
vom 30.11.2015
201511 Ines Schweizer, Prof. Dr. Mathias Bonse-Rohmann, Dr. Anneke Bühler, Christa Rustler, Sabine Scheifhacken, Katrin Schulze Kooperatives Modellprojekt astra – rauchfrei durch die Pflegeausbildung - Prozessevaluation zur Prävention und Reduktion des Tabakkonsums
Angesichts der hohen Verbreitung des Takakkonsums in Pflegeberufen verfolgt das Modellprojekt „astra – Aktive Stressprävention durch Rauchfreiheit in der Pflege“ das Ziel, die PflegeschülerInnen dabei zu unterstützen, rauchfrei zu bleiben oder wieder rauchfrei zu werden. Diese Rauchfreiheit wird einerseits durch verhaltensbezogene Interventionen bei den SchülerInnen und andererseits durch verhältnisbezogene Prävention in Schule und Praxis erreicht. Dieser Beitrag befasst sich zunächst mit der Relavanz und Zielsetzung des Projektes sowie der Beschreibung des Projektteams und der Kooperationen mit Schulen des Gesundheitswesens. Anschließend wird auf die Entwicklung des Studiendesigns und Durchführung der Interventionen eingegangen. Danach werden prozessevaluative Ergebnisse vorgestellt. Die abschließende Diskussion soll die bereits initiierte Weiterentwicklung der nachhaltigen astra-Implementierung aufzeigen.
Pädagogik der Gesundheitsberufe Ausgabe 11
vom 30.11.2015
201511 Claudia Schneider, Prof. Dr. Mathias Bonse-Rohmann, Prof. Dr. Thomas Heidenreich Ressourcen und Belastungen im Berufsalltag von Lehrenden an Altenpflegeschulen - Erste Konsequenzen für eine umfassende Gesundheitsförderung
Die Situation der Lehrenden an Altenpflegeschulen ist bislang nur unzureichend untersucht worden. Die Ausbildungsqualität steht jedoch im Zusammenhang mit der Lehrendengesundheit und ist vor dem Hintergrund, dass sich diese Lehrenden an einer zentralen Stelle für die Qualifizierung der zukünftigen, dringend benötigten Altenpflegefachkräfte befinden, von zentraler Bedeutung. Im Jahr 2 13 wurden Ressourcen und Belastungen aus fünf Bereichen im Berufsalltag der Lehrenden an Altenpflegeschulen in Baden- Württemberg empirisch erfasst. Explorativ wurden die ermittelten Ergebnisse zusätzlich trägerspezifisch betrachtet und inferenzstatistisch auf Unterschiede zwischen der Situation an staatlichen Altenpflegeschulen und an Altenpflegeschulen in freier Trägerschaft geprüft. Hierbei zeigten sich einzelne signifikante Unterschiede, die als Ausgangspunkte für notwendige Veränderungen im Berufsalltag der Lehrenden sowie als Anhaltspunkte für weitere Forschungsarbeiten dienen können.
Pädagogik der Gesundheitsberufe Ausgabe 11
vom 30.11.2015
201511 Prof. Dr. Horst Siebert, Sabine Weber-Frieg Zur Didaktik der Gesundheitsberufe
Gesundheitsbildung ist ein tragendes Moment, um Menschen bei der Entwicklung einer kontinuierlichen Gesundheitskompetenz zu unterstützen und richtet sich hinsichtlich der vielfältigen soziokulturellen Lebensbedingungen und biografischen Hintergründen an einer sehr heterogenen Adressatengruppe aus. Vor dem Hintergrund, dass Gesundheitsbildung sowohl das Bildungs- als auch das Gesundheitswesen berührt, entsteht für die Gesundheitsberufe über das jeweilige berufliche Profil hinaus eine Basis für interprofessionelle Zusammenarbeit. Lernende in den Gesundheitsberufen nähern und erschließen sich Themen der Gesundheitsbildung aus subjektiver Perspektive mit Bezug auf den individuellen Lebensstil, den biografischen Erfahrungshintergrund, (re)konstruieren ein Gesundheitsbewusstsein über eigene Wertvorstellungen und Bedeutungsperspektiven – und sind emotional involviert. Dies ist für die berufliche Bildung und didaktische Entscheidungen relevant. Lehrende in den Gesundheitsberufen haben die Aufgabe, erwachsene Lernende in ihrer Wirklichkeitskonstruktion und Persönlichkeitsentwicklung zu begleiten. Im Lernprozess ist es von Bedeutung, persönliche und berufliche Einflüsse wahrzunehmen, diese in Lehr-Lernprozesse einzubeziehen, kritisch zu reflektieren und ggf. vorhandenes Wissen, Werte und persönliche Erfahrungen zu transformieren.
Pädagogik der Gesundheitsberufe Ausgabe 11
vom 30.11.2015
201512 Sabine Braunschweig, Gabriela Imboden, Hans Jakob Ritter, Regina Wecker, Bernhard Küchenhoff «Unersetzliche Mittlerin» Die Rolle der Pflege bei eugenischen Massnahmen in der Schweiz
Welche Rolle spielte das Psychiatriepflegepersonal bei eugenischen Massnahmen in der Schweiz? Der vorliegende Beitrag diskutiert diese Frage am Beispiel der Basler Psychiatrie und legt dar, welche Meinungen in Lehrbuch und Pflegezeitschrift en zu eugenischen Massnahmen in der ersten Hälft e des 20. Jahrhunderts kursierten. Dabei wird erläutert, in welcher Weise die Pflege angesprochen und einbezogen wurde.
Geschichte der Pflege Ausgabe 12
vom 22.12.2015
Artikelnummer Autor/innen Titel Zeitschrift Ausgabe Vorschau

5

Peer Review Artikel

4 PW
1 PdG
GdP
Verlauf von 2005 bis 2018
2005
2007
2009
2011
2013
2015
2017
2019
1
1
1
1
1
0
Copyright © 1998-2019 hpsmedia GmbH | www.pflegemagazin.de/care. Alle Daten sind urheberrechtlich geschützt. Impressum | AGB | Datenschutz | Newsletter